Kap. 1: 'Propaganda', 'Sprachsteuerung' und affine theoretische Begriffe.

I. Zu den Ausgangsbegriffen des Gesamtthemas und und den für sie zuständigen wissenschaftlichen Disziplinen.

'Regierungssystem'.
'Herrschaftssystem'
'Sprache'.i. w. S.
'Text' i. w. S.
'Ideologie'.
'Ideologem'.
'Sprachsteuerung'.
'Propaganda'.
II Zu einigen beteiligten theoretischen und praktischen Wissenschaften.
Geschichte.
Politologie.
Philologie.
Sprachwissenschaften (Linguistik).
Rhetorik.
Kunstgeschichte.
Kunstwissenschaften (als theoretische Wissenschaften).
Militärgeschichte.
Strategie und Taktik.

III Zum Aufbau einer ideologiekritischen Textanalyse.

1. Station: Sprach- und Inhaltsanalyse eines Propaganda-Textes i. w. S.

2. Station: Untersuchung der gesellschaftlichen Augangslage der texterzeugenden Interessenkonflikte und ihrer historischen Entwicklung..

3. Station: Zu den für die Propaganda verwendeten Bezugsnormen und -ideen der Konfliktparteien.

Übung.

Wo könnte es sich in den folgenden Bildern und Sprachtexten um 'Ideologie' bzw. 'Propaganda handeln?

IV. Antike und zeitgeschichtlicher 'Texte' (i. w. S.) als Untersuchungsobjekte.

A. Zur Untersuchung von: Vergil, Aeneis, 6. Gesang, 847 - 854.

Zum Autor: Publius Vergilius Maro (Vergil, 70 -19 v. Chr.), lateinischer Dichter der Zeit der Römischen Bürgerkriege und der Dauerdiktatur des - ab 27 v. Chr. öffentlich als 'Augustus' intitulierten - Gewaltpolitikers Octavian. Vergil gehörte zum Kreis des 'kaisertreuen' 'Literaturförderers' Maecenas, der auch die Literaten Cornelius Gallus, Properz und Tibull unterstützte und bekanntmachte. Vergils bekannteste Werke sind die 'Bucolica' (Hirtengedichte), die 'Georgica' {Ländliche Gedichte} und die 'Aeneis' (die Geschichte des als Gründungsvater Roms geltenden Troja-Flüchtkings Aeneas). Sie wurden auch nach seinem Tode häufig abgeschrieben, und später - d. h. auch in späteren Jahrhunderten - oft kommentiert. Die 'Aeneis' behandelte die Vorgeschichte der Gründung Roms, wobei sie römisch-mythologische Quellen, die von dem römischen Dichter Quintus Ennius (239 - 169 v. Chr.) in der republikanischen Zeit Roms zusammengefaßt worden waren, nutzte und sich in Inhalt und literarischer Form auch an die in Rom rezipierten griechischsprachigen Epen 'Ilias' und 'Odyssee' Homers anlehnte.

Aeneis, 6. Gesang, 847 - 854, Deutsche Übersetzung:

..........

"Andre mögen Gebilde aus Erz wohl weicher gestalten,

Dünkt mich, und lebensvoller dem Marmor die Züge entringen,

Besser das Recht verfechten und mit dem Zirkel des Himmels

Bahnen berechnen und richtig den Aufgang der Sterne verkünden:

Du aber, Römer, gedenke die Völker der Welt zu beherrschen,

Darin liegt deine Kunst, und schaffe Gesittung und Frieden,

Schone die Unterworfnen und ringe die Trotzigen nieder."

So sprach Vater Anchises

.....

Aeneis, 6. Gesang, 847 - 854, Lateinischer Text:

..........

"excudent alii spirantia mollius aera

- cedo equidem - vivos ducent de marmore voltus

orabunt causas melius, caelique meatus

describent radio et surgentia sidera dicent:

tu regere imperio populos Romane, memento

- haec tibi erunt artes - pacique inponere morem,

parcere subiectis et debellare superbos."

Sic pater Anchises

.......

B. Zur Untersuchung der 'Gemma Augustea'.

Inhaltsbeschreibung: In der oberen Hälfte des Bildfeldes sitzt (thront) der römische 'Kaiser' 'Augustus' (63 v. Chr. - 14 n. Chr) gleichrangig neben einer Personifikation der 'Roma'; er wird darüber hinaus von der 'Oikumene' bekränzt (gekrönt). Am linken Bildrand steigt der - entweder vorgesehene oder schon anerkannte dynastische - 'Kaiser-Nachfolger' Tiberius von einem Wagen, der von der Siegesgöttin 'Victoria' gelenkt wird. Im unteren Bildteil richten römische Legionäre ein 'Tropaion' (Siegesdenkmal) auf. Gefesselte 'Barbaren' müssen dabei zusehen. Der Halbedelstein wurde entweder kurz vor oder auch erst nach dem Tode des 'Augustus' in Rom zur Pretiose geschliffen.

C. Ein Beispel zur Textanalyse zeitgeschichtlichen Propaganda-Reden.

D. Ein Beispiel zur Analyse der Entstehtungsbedingungen 'modern'-medialer Propaganda.

V. Literatur, Medien und Quellen zum Thema des Skripts.


Literatur, Medien und Quellen zur LV 'Gizewski, Regierungsideologie und Sprachsteuerung: Traditionen der politischen Propgananda seit der Antike' im SS 2015.


Bearbeitungsstand: 2. Mai 2015.

Autor des WWW-Skripts: Prof. Dr. Christian Gizewski, TU Berlin, Fakultät I, Alte Geschichte, FG Geschichte, Privatadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin, Tel.:030-8337810, EP: christian.gizewski@.tu-berlin.de