Kapitel 10: 'Demokratie', 'Menschheit', Frieden', 'Fortschritt', 'Freiheit', 'Wachstum', 'Entwicklungshilfe'.

I. Zur ideen- und sprachgeschichtlichen Herkunft der Maximen 'moderner Menschheit' und ihrer Entwicklungsrichtung.

A. Anknüfung an griech. 'koinonia', 'politeia'

B. Anknüfung an lat. 'res publica', 'salus publica.'

C. Anknüfung an politisch 'eirene'

D. Anknüpfung an politisch 'pax', 'foedus'

E. Anknüfung an christlich 'pax Dei' und 'eirene theou' ('Vater unser')

Die Enzyklika des Papstes Franziskus 'Lumen Fidei' (2013) über den christlichen Glauben und über die Leiden der Menschheit der Gegenwart.

F. Anknüfung an die Maximen des Rationalismus und die modernen Menschenrechts-Deklarationen.

G. Anknüfung an antike Paradies- und Utopie-Traditonen und ihre Modernisierungen (Sozialismus).

II. Zur ideologischen Verwendung der Maximen moderner Menschlichkeit: Die ideologische Benutzung der Maximen 'Allgemeinwohl, Frieden und Fortschritt' in der praktischen Politik.

A. Die Kräfte der prinzipiellen Beharrung auf fundametaler sozialer Ungleichheit und Privilegienverteilung unter sogenannten 'Eliten' in den meisten Gemeinwesen der Gegenwart.

Das 'moderat-kapitalistische' Beispiel einer 'sozialen Marktwirtschaft' mit vielen sozialen Strukturmägeln am Beispiel der derzeitigen Bundesrepublik Deutschland.

Die Schieflage der Vermögensverteilung in Deutschland. Übersicht: Statistisches Bundesamt 2014.

B. Öffentliche Meinungsmanipulation und Sprachregelung in totalitär oder autoritär strukturierten Gesellschaften.

Beispiel: Noam Chomsky über die Technik medialer Sprachmanipulation auch in 'demolratischen' Gesellschaften.

C. Die Unterdrückung und Kontrolle der Ansätze freier oppositioneller Deklarationen und Kollektiv-Bewegungen durch obrigkeitliche Ausforschung und Intervention.

D. Die Vorwände für 'ethnisch' und 'nationalistisch' motivierte Angriffs- und Vernichtungsaktionen.

Beispiel: Kritische Grundsatzede des damaligen Außenministers J. Fischer auf dem Kosovo-Sonderparteitag der Grünen in Bielefeld 1999.

E. Die Politik militärischer Abschreckung und Intervention.

F. Systemische Fehlentwicklungen einer Welteinkommensverteilung zwischen Europa (15%), Japan (15%), China (20%), den USA 35%) und dem 'Rest' der Welt (15%), verbunden mit Fehlleitungen eines 'Weltwirtschaftswachstums' und einer 'Internationalen Entwicklungshilfe'-Politik.

G. Flucht- und Auswanderungsbewegzngen über Land und Meer.

III. Zu 'modernen' politischen Sprachregelungs-Formeln für alle Bereiche der gesellschaftlichen Entwicklung und zu ihrer praktischen Infragestellung.

ÜBUNG

Folgende Sprachregelungs-Formeln finden sich häufig in deutschsprachogen Zeitungen, Meinungsumfragen, Wahlprognosen, Wähler-Werbung, Nachrichten, politischen Kommentaren, politischen Zeremonien und politisch-offiziellen Bekenntnissen der Gegenwart. Aber das ist nicht nur in Deutscland oder im deutschen Sprachraum so. Bedenken Sie, inwieweit generel solche Sprachformeln jeweils eine zirkuläre politik oder gesellschaftsbezogene Argumentation zu stützen geeignet sind und auf welchen Wegen sie sich bilden. Wie kann man ihnen individuell und gemeinschaftlich entgegenwirken?


1. Die von einer als besonders klug und maßvoll unterstellten 'Mitte' ausgehenden politischen Formeln 'links', 'linksxtrem(istisch)', 'rechts', 'rechtsextrem(istisch)' als Primärbezeichnungen für davon in verschiedene Richtungen abweichende, weniger kluge und gemäßigte politische Positionen.

2. Die Formel 'Mittelstandsförderung' für sozial rücksichtslose politische Begünstigung Vermögender.

3. Die Formel 'Unersetzlichkeit' als Charakterisierung bestimmter politischer Führungsfiguren.

4. Die Formel von 'gesellschaftlichem Konsens' und 'mehrheitlichen Meinungen' als Fehlbezeichnung für tazsächliche Meinungsproportionen und ihre Dynamik.

5. Die im Hinblick auf Führungs-Ambitionen einflußreicher Bevölkerungs-Kleingruppen verwendete Formel von 'Eliten' (d. h. 'Ausgewählten') oder gar 'Oligarchen' (d. h. angeblich 'zur Herrschaft berufenen Wenigen').

6. Die Formel 'Unveränderlichkeit der Grenzen' als Ausdruck des Unwillens, in gefärlichen internationalen Konflikten Kompromisse zu machen.

7. Die Formel 'Union' für das Bestreben, nicht Einigkeit und gegenseitige Unterstützung von Völern, sondern ijre separate Interessenwwahrzng zu unterstreichen.

8. Die Formel 'Entwicklungshilfe' für Formen internationaler Politik, welche eigene Interessen bestimmter Staaten gegenüber denen anderer als vorteilhaft für diese darzustellen versucht.


Literatur, Medien und Quellen zur LV Gizewski Traditionen und Typen wirtschaftlicher Wertbildung und -aneignung seit der Antike.' im WS 2014/2015.


Bearbeitungsstand: 16. Juli 2015.

Autor des WWW-Skripts: Prof. Dr. Christian Gizewski, TU Berlin, Fakultät I, Alte Geschichte, FG Geschichte, Privatadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin, Tel.:030-8337810, EP: christian.gizewski@.tu-berlin.de