Kap. 2: Erscheinungsformen kollektiver Unmenschlichkeit im vorderorientalisch-mediterranen Altertum.


I. Zu typischen Erscheinungsformen kollektiver Inhumanität im allgemeinen (Theoretische Annahmen 2).

Zu Arten und Zusammenhängen kollektiver Inhumanität seien im folgenden einige Thesen formulert, die sich darauf beschränken, die Unmenschlichkeit als solche hervorzuheben, d. h. zunächst von allen Arten ihrer historischen, politischen, rechtlichen oder sonstigen Erklärung und Begründung abzusehen. Grund dafür ist, daß 'Erklärungen und Begründungen' kollektiver Unmenschlichkeit dazu neigen, Bestandteile eines entweder zeitgenössischen oder traditionsvermittelten kollektiven Verdrängungsprozesses zu sein oder zu werden, der die Gesellschaft, Kultur oder Religion, von der Unmenschlichkeiten tatsächlich ausgehen, ideologisch in Schutz nimmt. Derartige Verdrängungsprozesse stehen einer allgemeinen, unbefangenen Theoriebildung über Formen und Gründe 'kollektiver Inhumanität' im Wege.

A. Es gibt wesenliche Unterschiede zwischen individueller und kollektiver Unmenschlichkeit. Wird einerseits von Einzeltätern vor allem aus persönlich gerichteten Motiven, d. h. etwa aus Zorn, Eifersucht, Rachsucht, Eigensucht, roher Gleichgültigkeit, oder persönlicher Feindschaft gehandelt, so steht andererseits eine stark gruppenbezogene Motivlage im Vordergrund sowohl persönlichen als auch gemeinschaftlichen Handelns - und zwar sowohl gegen Kollektive als auch gegen Einzelpersonen auf einer 'Gegenseite'. Bei kollektiver Inhumanität gibt es typischerweise sowohl eine starke Gruppenbindung der Täter, die sich mit dem Bewußtsein der Notwendigkeit und Richtigkeit des eigenen inhumanen Tuns verbindet und von weiter verbreiteten religiös- oder politisch-ideologischen Denkweisen getragen oder gar gefordert wird.

B. 'Kollektiver Unmenschlichkeit' setzt eine latent vorhandene, vorurteilshaft-negative Wahrnehmung und Mißachtung einer 'Gegenseite', d. h. menschlicher Kollektive, die außerhalb der Gruppenbindung der inhumanen Täter stehen, voraus. Im allgemeinen kommt es dabei nur zu Rücksichtslosigkeiten und unsolidarischem Verhalten, gelegentlich und unkalkulierbar aber auch zu eruptiven Zuspitzungen; diese können bis zu pogromartigem Gemeinschaftshandeln führen. Die latente Bereitschaft und die Eruptionen pflegen durch Vorgänge kollektiver 'Selbstvergewisserung' gerechtfertigt zu werden

C. Bei kollektiven Aggressionen werden rücksichts- und hemmungslose Übergriffe auf Leben, Gesundheit und lebenswichtigen Besitz der Angehörigen eines 'Außenseiter'- Kollektivs selbstverständlich. Die sonst bei Menschen vorhandenen Hemmungen und Gefühlsregungen angesichts menschlichen Leidens weichen in diesem Fall fast völlig einer kalten Verletzungs- oder Venichtungswut.

D. Im Falle der kriegerischen oder politischen Unterwerfung einer 'Gegenseite' unter die Macht eines 'Täter-Kollektivs' kommt es typischerweise zu 'systematisch' durchgeführten Demütigungen, Grausamkeiten, Schändungen und Mordaktionen, und zwar unterschiedslos gegenüber Angehörigen aller Geschlechter und Altersstufen der unterworfenen Seite.

E. Die kollektive Inhumanität kann im Falle der gänzlichen Unterwerfung einer 'Gegenseite' auch zur systematischen Ausrottung oder Dezimierung einer Bevölkerung führen.

F. Eine besondere Form kollektiver Inhumanität sind übermäßig harte, grausame Rache- und Strafmaßnahmen des Siegers in einem Kriege gegenüber demonstrativ verantwortlich gemachten Repräsentanten der unterlegenen Seite.

G. Auch innerhalb rechtlich an sich geordneter Gesellschaften kann es aus 'drakonischen' Motiven gegenüber ideologisch als schadenstiftende und feindselige Krräfte ('Straftäter und Asoziale') wahrgenommenen Bevölkerungsgruppen unangemessen harte und grausame Abschreckungsstrafen geben.

H. Es kann Grenzphänomene der Inhumanität geben, die allein wegen der Fassung des Begriffs (wie z. B. der in Kap. 1, 1. Abschnitt vorgenommenen) nicht ohne weiteres in ihre theoretische Betrachtung einbezogen werden können, aber dennoch als historisch bedeutsam und bezeichnend für eine Inhumanität menschlicher Gruppen und Einrichtungen erscheinen, aus denen sie hervorgehen. Diese Grenzphänomene müssen entweder auf Dauer zu einer Erweiterung des Begriffs führen oder als 'affine Phänomene' mitberücksichtigt werden.


II. Allgemeines zu den Typen kollektiver Unmenschlichkeit im vorderorientalisch-mediterranen Altertum.

A. Die Unterwerfung, Gefangennahme und Ausbeutung fremder Völker.

Ziel offensiver Kriegführung durch Altertumshochkulturen ist die Unterwerfung fremder Völker. Sie erlaubt es, sich des Landes und Besitzes der Unterworfenen zu bemächtigen und diese selbst tribut- und/oder dienstpflichtig zu machen, im äußersten Falle sogar zu versklaven. Ferner kann es darum gehen, ein Reichsterritorium militärisch-präventiv gegen Bedrohungen von außen zu sichern oder indirekt gegen innere Auflösungs- und Widerstandstendenzen demonstrative Zeichen der Stärke zu setzen. Eine Unterwerfungskriegführung kann sich auch aus einem Verteidigungskrieg entwickeln, der zunächst fremde Versuche der Unterwerfunf, Gefangennahme und Ausbeutung abwehrt. Die Entstehung der größeren Reichsbildungen des VMA beruht durchweg auf einer größeren Anzahl derartiger Kriege.


B. Die Zerstörung von Städten und bewohnten Landschaften.

Die Zerstörung von Städten und bewohnten Landschaften findet typischerweise statt, um der Infragestellung eines etablierten Botmäßigkeitsverhältnisses durch eine demonstrativ grausame und rücksichtslose Repressalie gegen ganze Bevölkerungen ('Terror'), unabhängig von deren persönlichen Beteiligungen an Kriegshandlungen entgegenzutreten. Bekannt sind etwa die Zerstörungen Jerusalems im Jahre 587 v. Chr. Thebens (335 v. Chr.), Karthagos (146 v. Chr.), Korinths (146 v. Chr.) und erneut Jerusalems (70 und 135 n. Chr.).


C. Die Vertreibung von Völkern.

Die Vertreibung von Völkern finder statt, wenn deren Territorium von anderen Menschengruppen begehrt wird und erobert werden kann, wenn die betroffenen Völker sich aber nicht unterwerfen, sondern dauerhaft gegen Besetzer ihres Landes rebellieren. Dann wird gelegentlich von der Siegerseite die Vertreibung als Sanktion gewählt. Diese kann den Charakter einer eher moderaten 'Exilierung' aber auch den einer Vertreibung von existenzwichtigen Grundlagen mit der indirekten Folge einer Völkervernichtung haben. So wird etwa den Juden nach der Niederschlagung des Bar-Kochba-Aufstandes von römischer Seite i. J. 135 n. C. aufgegeben, sich nicht mehr in Jerusalem aufzuhalten; dort wird statt dessen demonstrativ eine römische Militärkolonie Aelia Capitolina gegründet, deren Namen auf den damals herrschenden römischen Kaiser Hadrian und die bestimmenden Götter des römischen Staatskults hinweist.


D. Die Vernichtung von Völkern.

Die Vernichtung von Völkern - d. h.auch größerer Bevölkerungsgruppen - kann stattfinden, wenn innerhalb eines Kollektivs ein verschärftes Feindbild gegenüber einer anderen Seite, insbesondere eine religiös oder ideologisch unterbaute stereotype Auffassung von einer Gegenseite als kollektiv lebensbedrohlicher entsteht. Eine Unterwerfung der verhaßten Gegenseite kann zu massenhaften Tötungen führen wie z. B. in der gegen vonseiten der nach Freiheit strebenden kleinasiatischen Griechen gegen das römische Provinzialregime in Kleinasien gerichteten 'Vesper von Ephesus' d. J. 88 v. Chr., in der der Überlieferung nach 80000 Römer von der aufständischen Seite umgebracht wurden.


E. Versklavung, Sklaverei und Sklavenhandel.

Tyypischerweise ist die Hauptursache der Versklavung der Krieg. Die Unterlegenen und Gefangenen gehören nach den gängigen Vorstellungen des gesamten VMA-Altertums zur Kriegsbeute (griech.'skyle', davon das dt. Lehnwort 'Sklave'), mit der der Sieger wie mit einem Eigentum verfahren kann. Er kann sie verkaufen, zu Zwangsdiensten verwenden oder auch milde behandeln und mit der persönlichen Freiheit beschenken. Wird die menschliche Kriegsbeute zur Ware oder zum Zwangsarbeiter, so gerät sie im Rahmen der Altertums-Marktwirtschaft in den Handel und erhält einen Marktwert. Die wirtschaftliche Verwendung von Sklaven erspart Lohnkosten, setzt allerdings eine ausreichende Verpflegung und Haltung voraus. Von Vorteil ist auch die Erzeugung von Sklaven-Kindern, die dem Sklaven-Eigentümer ebenfalls gehören. Gesamtwirtschaftlich ist die Sklaverei eine Quelle der Bildung großer Vermögen in der Hand einer größeren Schicht von Sklavenbesitzern. Generell bestehen die einflußreichen 'Oberschichten' der Gesellschaften des VOM-Altertums wesentlich aus Sklavenbesitzern (Sklavenhaltergesellschaft).


F. Die systematisch organisierte Unterdrückung von Freiheits- und Gleichheitsbestrebungen bei Sklaven und Unterschichten.

De hochkulturellen Gesellschaften des VMA-Altertums pflegen sozial polarisierte Sozialstrukturen zu haben, d. h. extreme Unterschiede in der Verteilung von Einfluß und Vermögen aufzuweisen, welche sich durch die Zufälle einer kaum regulierten privaten Akkumulation herausbilden und strukturell festigen. So liegt es nahe, daß die große Mehrheit der Armen und Einflußlosen tendenziell nach Befreiung aus den Fesseln und Beschwernissen ihrer Lebensverhältnisse streben. Da es dafür keine politischen Institutionen und da es generell keine Möglichkeit der kollektiven Entwicklung von Alternativvorstellungen gibt, kommt es hin und wieder zu mehr oder weniger ungerichteten, eruptionsartigen Revolten wie etwa dem Spartacus-Aufstand der Jahre 73 - 71 v. Chr. Diese werden ggf. militärisch niedergeschlagen. An den überlebenden Aufständischen werden demonstrativ grausame Abschreckungsstrafen vollzogen.


G. Diskriminierung, Verfolgung und Drangsalierung von Bevölkerungsteilen in Kollektiven.

Hochkulturelle Gesellschaften des VOM-Altertums pflegen, vor allem wenn sich ihre Entwicklung mit der Bildung ausgedehnter Reiche verbindet, multikulturell, multireligiös und polyethnisch zu sein, auch wenn ihre herrschenden Gruppen typischerweise bestimmten kulturellen, religiösen und ethnischen Traditionen folgen. Im Verhältnis herrschender zu nachgeordneten Bevölkerungsgruppen, aber auch zwischen letzteren kommt es deshalb regelmäßig zu Abrenzungs- und Loyalitätskonflikten, die sich mit schweren einseitigen oder beiderseitigen Übergriffen verbinden können. So führt die als politische Illoyalität gegenüber dem römischen Kaiser aufgefaßte Distanzierung der Christen gegenüber der traditionellen römischen Staatsreligion zu ihrer Verfolgung in den ersten Jahrhunderten der Kaiserzeit. Vonseiten des im 4. Jhr. n. Chr. schließlich als römische Staatsreligion maßgeblich gewordenen Christentums - mit seinen ihm glaubensgrundsätzlich innewohnenden Aversionen gegen das religiöse Judentum - kommt es zu den seither in der christlich-europäischen Staatentradition immer wieder zu beobachtenden Judenverfolgungen.


H. Drakonische Strafen.

In VMA-Hochkulturen ist das Strafrecht in starkem Maße auch von Abschreckungs-, fallunabhängigen Präventions- und Vergeltungszwecken bestimmt, d. h. nicht nur vom heute allenbestimmenden Prinzip einer individuell-fallorientierten, unrechts- und schuldangemessenen, d. h. 'verhältnismäßigen' Sanktion verletzender Übergriffe in strafrechtlich geschützte fremde Rechte privater Personenoder der Öffentlichkeit. Es gibt im äußersten Falle die Todesstrafe und die Körperstrafen, beide gelegentlich abschreckend grausam und öffentlich vollzogen, Einkerkerungen und sklavereiähnliche Gefangenschaftsverhältnisse. Das römische Recht spricht in solchen Fällen von einer 'severa persecutio'


I. Affine Phänomene.

Nicht nur dem allgemeinen säkularen menschlichen Empfinden, wie es in der Gegenwart verbreitet zu sein pflegt, oder einer religiös - etwa christlich - begründeten Mitmenschlichkeit der Gegenwart und früherer Epochen, sondern auch einer philosophisch begründenden Ethik, wie sie schon die Antike kannte und an unsere Zeit weitergegeben hat, widersprachen bestimmte Formen des Opferwesens, der Massenunterhaltung, der politischen und privatluxuriösen Prestigeentfaltung im Altertum. Das dem Mitgefühl mit der menschenähnlichen Kreatur widersprechende massenhafte Schlachten von Tieren bei öffentlichen Opfern, Massenunterhaltungen wie die römisch-antiken Zirkusspiele, die das unterhaltsam dargebotene Sterben von Menschen und Tieren zum Gegenstand eines 'öffentlichen Spiels' machen, die unterhalstame Demütigung besiegter Feinde und ihrer Angehörigen im römisch-antiken Triumph, die sittenwidrige - und im äußersten Fall (z. B. Mord) sogar strafbare - demütigende Benutzung von Sklaven zur Unterhaltung ihrer Herren, das alles sind ebenfalls Phänomene, die direkt oder indirekt eine hochkulturelle Inhumanität charakterisieren und eher Abscheu als Bewunderung hervorrufen.


III. Einzelne historische Beispiele zu II.

Zu II A. (Die Unterwerfung, Gefangennahme und Ausbeutung fremder Völker).
Die kriegerische Basis der Entwicklung des Imperium Romanum.
Kartenbild zu römischen Eroberung Galliens.
Kartenbild zum Umfang des Imperium Romanum im 3. Jht. n. Chr.
Auszug aus dem 'Bellum Gallicum' Caesars (1, 44).
Auszug aus Polybios, Historien (15, 5).
Zu II. B. (Zerstörung von Städten und bewohnten Landschaften).
1. Zerstörung und Entvölkerung Jerusalems vonseiten einer babylonischen Streitmacht unter Nebukadnezar (II.) im Jahre 587 v. Chr.
2. Theben (335 v. Chr.): Plutarch, Alexander 11; Diodorus Siculus, Weltgeschichte 17, 14.
3. Karthago (146 v. Chr.): Livius 36,4 (Kartago als wirtschaftlicher Konkurrent Roms), Polybios, Historiai 38, 19.
4. Korinth (146 v. Chr.): Pausanias, Beschreibung Griechenlands 7, 16; Polybios, Historiai 38, 19.
5. Jerusalem (70 n. Chr.): Tacitus, Historien V, 9 ff. (Die Entwicklung des Konfliktverhältnisses zwischen Juden und Römern); Flavius Iosephus, Bellum Iudaicum, Buch VI (Die Belagerung und Zerstörung Jerusalems). - (135 n. Chr.): Cassius Dio, Römische Geschichte 69, 12 - 14.

Zu II E (Sklaverei, Versklavung, Sklavenhandel).

Zum römischen Sklavenecht.

Digestenstelle 1, 5, 4 f. 3)

Zu II G (Diskriminierung, Verfolgung und Drangsalierung von Bevölkerungsteilen in Kollektiven).
1. Zu einzelnen Verfolgung der Christen im vorchristlichen Römischen Reich seit augusteischer Zeit zur Erzwingung 'staatsbürgerlicher Loyalität'.unter den Kaisern Claudius (41-54). Nero (54- 68), Domitian (81-96), Trajan (98-117), Severus (193-211)
Tertullians Apologeticum 35,1: "Deshalb (nur) also gelten die Christen als Staatsfeinde, weil sie den Kaisern weder sinnlose noch verlogene oder verwegene Ehrungen erweisen, weil sie als Menschen, die die wahre Religion besitzen, auch die Festtage der Kaiser lieber in ihrem Herzen als mit Ausschweifungen feiern."
2. Zu gesamstaatlichen Verfolgungen der Christen unter den Kaisern Decius (249-251), Valerian (253-260), Diokletian (284-305) und Galerius (305-311).
Dazu Cyprian, Epistulae 37,2): "Laßt jetzt nur die Beamten und die Konsuln oder Prokonsuln kommen, laßt sie sich brüsten mit den Abzeichen ihrer nur einjährigen Würde und den zwölf Rutenbündeln! Seht, ihr [scil. eingekerkerten Christen] tragt das Zeichen der himmlischen Würde in der Herrlichkeit eures [scil. in nun schon mehr als ein Jahr andauernder Kerkerhaft gewonnenen] Ruhmes an euch. ... Die aufgehende Sonne und der dahineilende Mond strahlten [scil. in dieser Zeit für euch nicht wahrnehmbar] hernieder auf die Welt. Euch aber war er, der die Sonne und den Mond geschaffen, im Kerker ein [scil. unvergleichlich viel] größeres Licht, und die in eurem Herzen und Sinn widerstrahlende Herrlichkeit Christi erleuchtete die für andere so schreckliche und schauerliche Finsternis am Orte der Pein mit ihrem ewigen und reinen Lichte. ... Ihr ..., die ihr Ruhm gesät habt, erntet die Früchte des Ruhmes und, auf die Tenne des Herrn gestellt, seht ihr, wie die Spreu [scil. die ungläubigen und nichtsnutzigen Feinde Gottes] in unauslöschlichem Feuer verbrannt wird, während ihr als gereinigte Weizenkörner und kostbares Getreide schon geprüft und aufbewahrt den Kerkerraum als Kornkammer betrachtet. .. Dem Drucke der feindlichen Welt ausgesetzt ... bekommt ihr die Qualen des Kerkers zu fühlen [und] vergießt euer Blut. Mutig entschlossen, das Leiden zu ertragen, leert ihr mit Freuden den Kelch des Martyriums."
3. Zur Verfolgung der Juden, christlichen Häretiker und heidnischen Ungläubigen im christlichen Römischen Reich zwecks Erzwingung der Loyalität gegenüber der nunmehr durch kaiserliche Verordnung als christlich festgelegten Staatsideologie.
Zur Einführung des Christentums als ausschließlicher Staatsreligion im römischen Reich, beginnend i. J. 323, vollendet i. J. 380 (C. J. 1, 1).
Zur systematischen Zurückdrängung häretischer, manichäischer und samaritanischer Religionsausübung und ihre 'severa persecutio'seit d. J. 326. vollendet um 400 n. Chr. (C. J. 1, 5).
Zum Synagogenverbot für die Juden um 370 n. Chr. (C. J. 1, 9).
4. Zur Verfolgung innerer politischer Feinde:

Sullas Proskriptionen: Plutarch, Sulla 31.


IV. Literatur, Medien und Quellen.

A. Fußnoten.

1) dtv-Atlas Weltgeschichte, Bd. 1 Von den Anfängen bis zur französischen Revolution, bearbeitet von Hermann Kinder Werner Hilgemann und anderen, München 199933 (S. 30).

2) Die Heilige Schrift des Alten Testaments, übersetzt von E. Kautzsch und vielen anderen Gelehrten, hg. von A. Bertholet, 4. umgearbeitete Auflage, Bd. 1, Tübingen 1922 (S.829 f.).

3) Corpus Iuris Civilis, editio stereotypa septima, volumen primum, Institutiones (recognovit Paulus Krueger) et Digesta (recognovit Theodor Mommsen), Berolini apud Weidmannos MCCCXCV ( S. 7).

B. Übersicht über Literatur, Medien und Quellen der LV Gizewski im SS 2010.


Autor: Christian Gizewski, apl. Prof. Dr., TU Berlin, Fakultät I, Alte Geschichte, FG Geschichte, Privatadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin, Tel.:030-8337810, EP:christian.gizewski@.tu-berlin.de