Kapitel 6: Zur Entwicklung des europäischen Staatenwesens und seiner kolonialistischen Expansion seit dem 16. Jht.

I. Zur obrigkeitsstaatlichen Landeswohlfahrtspolitik: Kriegführung, Fortifikation und Kolonisierung als Modelle absolutistisch-merkantilistischer Landessorge.

Die Devise 'suum cuique' als Maxine einer Standes-Gesellschaft.

Die Festungsstadt Berlin im 17. Jht.

Die Eroberungskriege Ludwigs XIV. von Frankreich.

Die Teilungen Polens durch die Nachbarmächte und seine Westverschiebung.nach 1945.

Die Expansion des Russischen Zarenreichs bis zum Beginn der Sowjetunion.

II. Staatlich-merkantilistisch geförderte 'unternehmerische' Erkundung, Landnahme, Entwicklung neuer Rohstoffquellen und neuer Handelsbeziehungen.

Karte der von Europa ausgehenden neuzeitlichen Eroberungen, neuen Transportrouten und Koloniebildungen auf der ganzen Welt bis 1650.

III. Das Nebeneinander von Merkantilismus und wirtschaftlichem Liberalismus in neuzeitlicher Volkswirtschafts-Theorie und -Praxis.

Im seinem Werk 'An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations' (1776) legte Adam Smith theoretisch das Konzept einer 'nationalen' 'Marktwirtschaft' dar, wie es seither in den Traditionen 'volkswirtschaftlichen' Denkens und Planens fortwirkte. Smith meint, wenn man den Teilnehmern am Marktgeschehen ein großes Maß an Freiheit lasse, bringe dies dem allgemeinen Wohl den größten Vorteil und ein Maximum an Gerechtigkeit. Doch sieht er zugleich die Gefahren, welche etwa durch - theoriewidrig - verabredete und mit faktischer Übermacht durchgesetzte Interessenkoalitionen bei prinzipiell marktorientierter Preisgestaltung für das allgemeine Wohl und die innergesellschaftliche Gerechtigkeit entstehen können.

Dies ist jedoch nur eine von mehreren Gefahren prinzipiell marktorientierter Preisbildung. Währungs-Probleme, externe Wirtschafts-Einwirkungen (außenwirtschaftliche Wirkungen) auf ein nationales Marktgeschen, Kriege und andere Krisen politischer Art können das theoretische Leitbild einer 'nationalen Marktwirtschaft' außer Kraft setzen.

Übung.

Versuchen Sie, an dem folgenden Textauszug die beiden Stellen zu bestimmen, an denen Adam Smith selbst Einwände gegen das von ihm entwickelte Konzept erhebt.


"Personen gleichen Handwerks kommen selten, auch bloß ihres Vergnügens wegen, zusammen, ohne daß sich ihr Gespräch zu Verabredungen gegen das Publikum hinlenke, und mit Entwürfen zu Erhöhung der Preise endige. Durch Gesetze lassen sich Zusammenkünfte der Art nicht verbieten, wenigstens durch keine, die mit Freiheit und Gerechtigkeit vereinbar, oder auch nur ausführbar, wären. Indes, wenn das Zusammenkommen der Leute von einerlei Gewerbe durch Gesetze nicht verhindert werden kann: so sollte es doch nicht durch Gesetze erleichtert, noch weniger notwendig gemacht werden. Aber unsere Gesetze tun das eine und das andere. Sie erleichtern solche Zusammenkünfte, wenn sie die Personen desselben Gewerbes verpflichten, ihre Namen und Wohnungen in öffentliche Register eintragen zu lassen. Dadurch lernen Leute einander kennen, die sonst von einander wenig gewusst hätten. Dies verschafft jedem Gewerbsmanne gleichsam die Adresse, wo er alle seine Zunftgenossen aufsuchen soll. Die Gesetze machen zweitens jene Versammlungen notwendig, wenn sie die Personen von einerlei Gewerbe bevollmächtigen, sich zur Versorgung ihrer Armen, ihrer Kranken, Witwen und Waisen, selbst Taxen aufzuerlegen: wodurch eine Gemeinkasse unter ihnen errichtet wird, deren Verwaltung auch der versammelten Gemeinheit zusteht."

IV. Die Enwicklung der 'Kolonial'-Reiche.

Zur Entwicklung des britischen Kolonialreiches.

Zur Entwicklung des französischen Kolonialreiches.

V. Ethnische Verdrängung, Sklaverei und Rassismus als Enteignungs- und Bereicherungs-Strukturen.

Zur Eroberungspolitik des 'weißen Mannes' in Nordamerika.

Zur neuzeitlichen Entwicklung des Sklavenhamdels über den Atlantik.

Zur Indianer-Bevölkerung und Neger-Bevölkerung in Nordamerika vom 16. - 19. Jht.

VI. Perspektive zu den späteren, antieuropäisch-antikolonialen Gegenbewegungen seit dem 18. Jht. in Amerika, Afrika und Asien.

Zu den 'Kolonial-Bevölkerungen' seit dem 16. Jht. und der Formierung ihrer Emanzipations-Interessen in Südamerika, Indien und Afrika.

Das Beispiel zeitgeschichzlicher Emanzipationen in der 'Dritten Welt'.am Beispiel Afrikas.


Literatur, Medien und Quellen zur LV Gizewski Traditionen und Typen wirtschaftlicher Wertbildung und -aneignung seit der Antike.' im WS 2014/2015.

Bearbeitungsstand: 14. Jan 2015.

Autor des WWW-Skripts: Prof. Dr. Christian Gizewski, TU Berlin, Fakultät I, Alte Geschichte, FG Geschichte, Privatadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin, Tel.:030-8337810, EP: christian.gizewski@.tu-berlin.de