Kapitel 7: Zur früheren neuzeitlichen Entwicklung europäischer Gesellschaften und zu ihren Revolutionen.

I. Zur wirtschaftlich-sozialen Entwicklung des Bürgertums in europäischen Ländern bis zum Beginn der Industrialisierung.

Berlin zu Beginn seiner Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Stadtplan 1 (1846) und Stadtplan 2 (1854).

II. Zur wirtschaftlich-sozialen Entwicklung des Bürgertums und der Industrie-Arbeiterschaft zur Zeit der trühen Industrialisierung seit dem 18. Jht.

Gewerbe, Industrie und Handel im Rahmen einer kapital-basierten Marktwirtschaftsentwicklung.am Beispiel Deutschlands.

III. Zur Entwicklung der Gießereien, Maschinenfabriken Wärmekraftmaschinen sowie - etwa - der Textilproduktion in der frühindustriellen Epoche (Anfang des 18. bis Mitte des 19. Jhts.).

Woolfsche Dampfmaschine in einer der ersten Maschinenbauanstalten (Schwartzkopff), Berlin um 1830.

Die Anlage der Textilfabrik Spindler 1832 an der Spree mit Karte.

Berliner Gießerei F. Wöhlert, 1843 - 45 mit Grundriß..

Eine frühe Lokomotive (1846).

Das Beispiel der frühen Betriebsgeschichte eines Berliner Industrieunternehmens.

Auszug aus: Berlin und seine Bauten, hg. vom Architektenverein zu Berlin und der Vereinigung Berliner Architekten, 2 Bde., Berlin 1896 (ND Berlin 1988), Bd. 2 (S. 621 - 623).

Färberei, Wäscherei und Appretur: Unter der großen Anzahl von Firmen, die sich mit ... der Textilindustrie beschäftigen, ist als die bedeutendste die Firma W. Spindler mit ihren in Spindlersfeld bei Köpenick gelegenen großartigen Fabrikanlagen zu nennen.

Die Fabrik ... wurde am 1. October 1832 in der Burgstraße 3 begründet. Aus kleinsten Anfängen emporwachsend, erweiterte sich das Geschäft durch Aufnahme neuer Zweige und weitere Ausbildung derselben zu solchem Umfange, daß die seit dem Jahre 1841 nach und nach erworbenen, etwa 4 1/4 Morgen großen, in der Wallstraße und Neuen Grünstraße gelegenen Grundstücke, "Spindlershof", schliefslich nicht mehr ausreichten. - Man entschlofs sich im Jahre 1871 zur Verlegung des Fabrikbetriebs nach außerhalb. Am linken Ufer der Oberspree, dicht unterhalb Köpenick, wurde ein Gebiet von rd. 200 Morgen erworben, auf dem nach und nach die mit allen Hülfsmitteln der Technik ausgezeichnet ausgetattete Fabrikanlage Spindlersfeld entstanden ist ... .

Die Firma, deren alleiniger Inhaber der Commerzienrath Carl Spindler ist, beschäftigt augenblicklich in Spindlersfeld 1886, in Berlin und anderen Städten 281, also insgesamt 2167 Beamte und Arbeiter beiderlei Geschlechts durch den Betrieb der folgenden Abtheilungen: I. Frberei und Druckerei seidener, II. wollener Garne, III. Färberei, Druckerei und Bleicherei baumwollener und Chinagras- Garne, IV. Färberei und Appretur wollener, baumwollener und seidener Stückwaaren, V. Zeugfärberei, der Sammelname für diejenige Abtheilung, welche sich mit dem Färben, Reinigen, Waschen, Auffrischen und der Appretur von Stoffen und Kleidungsstücken aller Art, sowie von Möbelstoffen, Gardinen, geflochtenem Stroh, Putzfedern und Daunen, Pelzwerk usw. beschäftigt. Seit dem Jahre 1853 kommt in dieser Abtheilung das unter der Bezeichnung "Chemische Wäsche" bekannte Verfahren der Reinigung mit Benzin, unter Ausschlufs von Wasser, zur Anwendung, und zwar wegen der Feuergefährlichkeit des Reinigungsmittels in vollständig vereinzelt stehenden Gebäuden.

Der Betrieb der Anlage wird bewerkstelligt durch 35 Dampfkessel von 2000 P.S., 22 Dampfmaschinen mit 530 P.S., 10 Dampfpumpen mit zusammen 530 P.S. und 17800 cbm täglicher Fördermenge, 1 Dampfpumpe für Benzinförderung, 3 Luftcompressoren mit einer täglichen Leistung von 1200 cbm comprimirter Luft, 1 Vacuumpumpe und 9 Dampfmaschinen zum Antrieb der Arbeitsmaschinen. - Die Beleuchtung der Anlage beansprucht jährlich rd. 300000 cbm in eigener Gasanstalt hergestelltes Steinkohlengas, wovon 4000 Flammen gespeist werden, während zur elektrischen Beleuchtung 9 Dynamomaschinen mit 85 Bogenlampen und 115 Glühlampen dienen, die einer Gesamtleistung von 7690 Glühlampen von i6 Normalkerzen gleichwerthig sind. Die Heizung der Räume geschieht im allgemeinen durch Dampf. Die Erdgeschosse der Fabrikgebäude sind 4,68 - 5 m, die ersten und zweitenStockwerke 4,40 m und die drite~n Stockwerke 3,90 m hoch. Die Tiefe der in drei bis vier Stockwerken über einander liegenden Arbeitsräume beträgt 15 m, wobei auf je 1000 qm Grundfläche im Erdgeschofs 217 qm Fensterfläche, im ersten Stock 190 qm und im zweiten und dritten Stock 111 qm Fensterfläche kommen.

Außer den Fensteröffnungen dienen zur Zu- und Abführung der Luft die in fast sämtlichen Hauptpfeilern angelegten Canäle, die durch Verschlußklappen und Schieber zu regeln sind. In Trockenstuben und dergl. wird die Ventilation durch Exhaustoren befördert. Schädliche Dämpfe werden durch Ableitung nach den Fabrikschornsteinen rasch beseitigt.

Das Personal ist auf die Räume derart vertheilt, dafs in je 1000 cbm Rauminhalt höchstens 32 Personen beschäftigt sind. - Die Fabrik hat neben der bequemen Wasserverbindung, durch die sie jährlich über 400000 Ctr. Steinkohlen und andere Rohstoffe heranschafft, einen eigenen Bahnhof, Spindlersfeld, der die Endstation der in die Görlitzer Bahn einmündenden Zweigbahn Johannisthal-Spindlersfeld bildet.

Die Reinigung der Abwässer erfolgt durch eine eigene Klär- und Berieselungsanlage. Die Verbrauchswässer der Färberei, der Wäscherei, der Aborte usw. werden durch Canäle in eine Sammelgrube geführt, von da unter Zusatz von Chemikalien nach Klärgruben von zusammen 22 000 qm Grundfläche gepumpt und dann zur Berieselung von Gemüse- und Baumpflanzungen benutzt. Die festen Rückstände aus den Sammelgruben werden von Zeit zu Zeit durch Schiffe abgefahren.

Die Fabrik ist in vorzüglicher Weise mit Wohlfahrtseinrichtungen aller Art ausgerüstet. Sie besitzt unter anderen eigene Kranken-, Unfall-, Alters- und Wittwen-Unterstützungskassen, zwei Sparkassen, einen Kindergarten und umfangreiche Bibliothek. Die Färbereilehrlinge erhalten unentgeltlichen Unterricht in der Chemie. In einer im Jahre 1890 errichteten Warmbadeanstalt erhalten Fabrikangehörige für geringen Preis Brause-, Wannen-, Dampf- sowie alle medicinischen Bäder und Massage; eine Flußbadeanstalt in getrennten Abtheilungen für Männer, Frauen und Kinder steht ihnen gleichfalls zur Verfügung. Aufser zwei in der Fabrik selbst gelegenen Speisesälen ist im Jahre 1890 ein Erholungshaus errichtet, in dessen hohen luftigen Räumen die Fabrikangehörigen angenehmen Aufenthalt, sowie für niederen Preis gute und kräftige Speisen und Getränke erhalten. An den Sonntagen finden hier während des Winters Volksunterhaltungsabende statt, die stark besucht werden und einen sehr wohithätigen Einflufs ausüben. - Die Angehörigen der Fabrik bilden eine gut organisirte wohl ausgerüstete Feuerwehr, die auch in der Umgebung schon manchen guten Dienst geleistet hat. - Eine Reihe der Fabrik gehöriger Wohnhäuser bietet den Arbeitern gesunde, in der Nähe belegene Wohnungen. Auch ist Fabrikangehörigen Gelegenheit geboten, eigene Grundstücke zum Selbstkostenpreis von der Firma zur Errichtung von Wohnhäusern zu erwerben. - Die Anstalt kann in jeder Beziehung als mustergültig bezeichnet werden und ist durch zahlreiche Medaillen und Diplome für ihre Leistungen auf dem Gebiete der Industrie wie der Hygiene und des Rettungswesens ausgezeichnet worden."

IV. Zu den poltischen Revolutionen und sozialen Konflikten des 18. und 19. Jhts.

Die US-amerikanische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte als politisches und zugleich liberal-ökonomisches Leitprinzip bürgerlich-europäischer Revolutionen.

We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.--That to secure these rights, Governments are instituted among Men, deriving their just powers from the consent of the governed, --That whenever any Form of Government becomes destructive of these ends, it is the Right of the People to alter or to abolish it, and to institute new Government, laying its foundation on such principles and organizing its powers in such form, as to them shall seem most likely to effect their Safety and Happiness. Prudence, indeed, will dictate that Governments long established should not be changed for light and transient causes; and accordingly all experience hath shewn, that mankind are more disposed to suffer, while evils are sufferable, than to right themselves by abolishing the forms to which they are accustomed. But when a long train of abuses and usurpations, pursuing invariably the same Object evinces a design to reduce them under absolute Despotism, it is their right, it is their duty, to throw off such Government, and to provide new Guards for their future security.-- Such has been the patient sufferance of these Colonies; and such is now the necessity which constrains them to alter their former Systems of Government. The history of the present King of Great Britain is a history of repeated injuries and usurpations, all having in direct object the establishment of an absolute Tyranny over these States. To prove this, let Facts be submitted to a candid world. ...

V. Sozialverhältnisse, -konflikte und Revolutionen des 19. Jhts. mit den Frühformen kommunistischer und sozialdemokratischer Ideen am Beispiel Deutschlands.

Zu den Revolutionen 1848 in Europa.

Zur Revolution 1848 in Deutschland.

Zum 'angenehmen Betriebsklima' in Industriebetrieben.

Die 'gute Stube' als 'kleinbürgerliches' Ideal.

Karikatur 'Proletarier und Kommissar'.

Androhung des Schußwaffengebrauchs gegen Demonstranten durch den 'konservativen' Berliner Polizei-Präsidenten Jagow noch im Jahre 1910.


Literatur, Medien und Quellen zur LV Gizewski Traditionen und Typen wirtschaftlicher Wertbildung und -aneignung seit der Antike.' im WS 2014/2015.

Bearbeitungsstand: 8.. Jan 2015.

Autor des WWW-Skripts: Prof. Dr. Christian Gizewski, TU Berlin, Fakultät I, Alte Geschichte, FG Geschichte, Privatadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin, Tel.:030-8337810, EP: christian.gizewski@.tu-berlin.de