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Ein Gegenkontrollverfahren bei der Besetzung von Hochschullehrerstellen! Entwurf zur Diskussion.

Von Christian Gizewski

Bearbeitungsstand: 16. April 2012.


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Zur Sicherung einer alle Bewerberkategorien umfassenden Chancengleichheit und zur Ausschließung unstatthafter Beziehungs-Begünstigungen empfiehlt sich ein die üblichen Formen der Bewerberausswahl ergänzendes Gegenkontrollverfahren.

Es könnte folgendermaßen aussehen:

A. Jeder Bewerber um eine Hochschullehrerstelle in einem konkreten Auswahlverfahren trägt im Beisein und unter Prüfung eines Notars, eines Richters oder eines anderen vereidigten juristischen Sachverständigen, der beruflich nicht dem Wissenschaftsbereich zugehört, unter Vorlage der nötigen Urkunden Angaben in einen anonymisierten Erfassungsbogen zu seiner Person ein. Der Erhebungsbogen wird markiert, aber geheim verwahrt, sodaß die Person des Eintragenden nach Abschluß des Auswahlverfahrens - aber erst dann - ermittelt werden kann.

Nicht erhoben werden in diesem Bogen Daten zu Personenstand, Herkunft, Volkszugehörigkeit, Staatsangehörigkeit, Religion und Geschlecht.

Die Daten beziehen sich auf den Zeitpunkt der Ausfüllung des Fragebogens.

B. Es gibt folgende Erhebungsgruppen mit folgenden Erfassungsbereichen:

I. Alter:

20 - 30 Jahre, 30 - 40 Jahre, 40 - 50 Jahre, 50 - 60 Jahre, 60 - 70 Jahre, älter als 70 Jahre.

II. Wissenschschaftliche Qualifikationsprüfungen:

Staatsexamen, mehrere Staatsexamina, Diplom, mehrere Diplome.

Promotion, mehrere Promotionen.

Habilitation, mehrere Habilitationen.

Berufung, mehrere Berufungen.

Außerplanmäßige Professur.

III. Wissenschaftliche Berufspraxis:

Universitäre Wissenschaft zusammen [ ...] Jahre.

Außeruniversitäre Wissenschaft zusammen [ ...] Jahre.

Wissenschaftsbasierte Berufstätigkeiten anderer Art zusammen [...] Jahre.

IV. Außerwissenschaftliche Berufspraxis:

Verwaltungsbereich und sonstiger Staatsdienst zusammen [...] Jahre.

Privatrechtliche Diensttätigkeiten zusammen [...] Jahre.

Unternehmertätigkeiten zusammen [...] Jahre.

V. Wissenschaftliche Publikationen:

In wissenschaftlichen Fachverlagen erschienene Gesamtdarstellungen. Zahl [...].

In wissenschaftlichen Zeitschriften erschienene monographische Aufsätze. Zahl [...].

Dauerhafte, archivierte WWW-Projekte mit [ ...] Abteilungen und [...] thematisch geschlossenen Einzelbeiträgen.

Beiträge zu fachlichen Lexika. Zahl [...].

Gedruckte, nach Zeit und Ort eindeutig deklarierte Vortragsmanuskripte. Zahl [...].

Thematisch geschlossene Rezensionen und Diskissionsbeiträge in wissenschaftlichen Zeitschriften und Sammelwerken. Zahl [...].

VI. Populärwissenschaftliche Publikationen:

Sachbücher. Zahl [...].

Eindeutig deklarierte Sammelband-Beiträge. Zahl [...].

Manuskripte nach Zeit und Ort eindeutig deklarierter Fernseh- und Rundfunkbeiträge. Zahl [...].

Thematisch ausgearbeitete Internetbeiträge mit eindeutiger Autorendeklaration zu wissenschaftsnahen Themen. Zahl [...].

Thematisch ausgearbeitete journalistische Beiträge größeren Umfangs zu wissenschaftsnahen Themen. Zahl [...].

VII. Mitgliedschaft in Interessenorganisationen:

Mitgliedschaft in einer politischen Partei.

Mitgliedschaft in einem wirtschaftlichen Interessenverband.

Mitgliedschaft in wirtschafts- oder politiknahen Forschungseinrichtungen.

Mitgliedschaft in Interessen-Organisationen aller Art, die in der universitären Mitbestimmung vertreten sind.

C. Die Ergebnisse einer Bewerberauswahl im normal üblichen Verfahren werden nach dessen förmlichem Abschluß mit der Ermittlung einer Optimallösung nach dem Gegenkontrollverfahren verglichen. Bei auffälligen Differenzen zwischen dem 'normal ermittelten' Auswahlergebnis und dem nach einem anonymisierten Gegenkontrollverfahren gefundenen muß die Bewerberauswahl wiederholt werden.

D. Im Zusammenhang mit der grundsätzlichen rechtlichen Einrichtung und bundesweiten - also länderübergreifenden - Verbreitung eines solchen Verfahrens-Modells müßten vermitlich eingehende rechtliche Ausführungsorschriften verabschiedet und dabei für denkbare Streitfälle besonders angepßte verwaltungsgerichtliche Rechtswege eröffnet werden.

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Bitte deshalb ggf. den unten angegebenen verantwortlichen Redaktor ansprechen.


Redaktionelle Verantwortung: Prof. Dr. Christian Gizewski, TU Berlin, GF Geschichte, Tietzenweg 98, 12203 Berlin, Tel.:030-8337810, EP: christian.gizewski@tu-berlin .