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Ergebnis einer Umfrage (Nov. 1999) unter außerplanmäßigen Professoren an Berliner Hochschulen zu ihren Arbeitsverhältnissen und zur Anerkennung ihrer Leistungen.

Das nachfolgende Umfrageergebnis macht trotz der im statistischen Sinne relativ kleinen Befragtengruppe deutlich, daß schon in der Gruppe der mit ihren wissenschaftlichen Hochschullehrerlestungen besonders geehrten apl. Professoren in manchen Aspekten ein auffälliges Ungleichgewicht zwischen erbrachten Leistungen (Fragen 2, 3, 4, 7) bzw. uneineingeschränkt anerkannter hoher wissenschaftlicher Qualifikation einerseits, andrerseits aber angemessener Berücksichtigung in Status-, d. h. Beschäftigunsverhältnis-, Wahlrechts- und Vertretungsfragen (Fragen zu 1, 6, 8, 10) festzustellen ist und von den Betroffenen auch so empfunden wird. Zwar empfindet ein Drittel der Befragten ihre Lage als gut, und unter den Befragten taucht niemand auf, der nicht ein regelmäßiges Einkommen hätte. Doch fühlen sich zwei Drittel unangemessen gewürdigt, und die statistisch zwangsläufige Unschärfe der Umfrage läßt etwa vorhandene 'Sozialfälle' auch in dieser Gruppe der sog. 'nebenberuflichen' Hochschullehrer nicht in Erscheinung treten. Sie dürfen jedoch teilweise unter jenen vermutet werden, die, obschon angeschrieben, nicht anworteten. - Es liegt auf der Hand, daß in der Gruppe der Privatdozenten, die naturgemäß weitaus größer ist als die der apl. Professoren und deshalb für Berlin noch nicht untersucht wurde, die Verhältnisse weitaus ungünstiger sind, obschon auch hier in jedem einzelnen Fall uneingeschränkt anerkannte Hochschullehrertähigkeiten und -leistungen verfahrensmäßig und zumeist auch durch die wissenschaftliche Berufspraxis unter Beweis gestellt werden. C. G.

BERLINER INITIATIVE DER ZEITPROFESSOREN, AUSSERPLANMÄSSIGEN PROFESSOREN UND PRIVATDOZENTEN

Prof. Dr-Ing. M. Mislin, Charlottenbrunner Str. 2, 14193 Berlin, Tel.: 030-8254738

Berlin, den 7. Jan. 2000

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

wir wollen unser Versprechen vom November des letzten Jahres einlösen. Wir hatten einen Fragebogen an Sie geschickt, der helfen sollte, die Aufgabenverteilung für apI. Professoren zu verdeutlichen. Die Ergebnisse wollten wir mitteilen. Wir hatten 56 Kollegen angeschrieben und haben 33 beantwortete Fragebögen erhalten. Dies sind 58,9 Prozent. Die Kollegen sind von der FU (19), der TU (3) und der HU (8). Rechnerische Differenzen ergeben sich aus zum Teil unvollständig ausgefüllten Fragebögen.

Frage 1:

Von den Antwortenden befinden sich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis als

Rechnerische Differenzen ergeben sich durch Mehrfachankreuzung.

Frage 2:

Lehraufgaben werden von 29 (87,8 %) habilitierten Wissenschaftlern als apI. Prof. ausgeübt, von 6 (18,2 %) als WM. Rechnerische Differenzen ergeben sich durch Mehrfachankreuzung.

Frage 3:

26 (78,8 %) der habilitierten Wissenschaftler unterrichten 2/4/6 Semesterwochenstunden als apl. Prof., 4 (12,1 %) mehr Stunden und 6 (18,2 %) unterrichten als WM. Rechnerische Differenzen ergeben sich durch Mehrfachankreuzung.

Frage 4:

23 (69,7 %) nehmen an Prüfungen als Professor teil, 2 (6 %) als WM. 26 (78,8 %) haben eigene Doktoranden. 27 (81,8 %) haben eigene Diplomanden oder Staatsexamenskandidaten. Zweitberichter bei Promotionen sind 30 (90,9 %). Als Korrektur wurde angemerkt, daß auch 2 der Angeschriebenen Erstberichter bei Promotionen sind. Rechnerische Differenzen ergeben sich durch unvollständig ausgefüllte Fragebögen.

Frage 5:

Mit der selbständigen Vertretung eines wissenschaftlichen Fachgebiets ( Vertretung eines beamteten Prof) oder Gastprofessors wurden 10 (30,3 %) auf Dauer, 6 (18,2 %) kurzfristig und 2 (6 %) einmalig beauftragt. 16 (48,5 %) wurden noch nie mit der Vertretung eines Pflichtfaches beauftragt.

Frage 6:

6 (18,2 %) apl. Professoren werden wegen der 'Kapazitätenrechnung' in NC-Fächem nur in geringem Umfang an der Lehre beteiligt, für 13 (39,4 %) dagegen scheint dies kein Hinderungsgrund zu sein. 13 (39,4 %) hatten keine Meinung oder gehörten nicht zu NC-Fächern.

Frage 7:

10 (30,3 %) der apl. Professoren werben Drittmittel ein.

Frage 8:

32 (96,9 %) apl. Professoren wählen als akad, Mitarbeiter, 1 als sonstige Mitarbeiter - gemäß dem Arbeitsverhälnis, nicht gemäß akad. Rang.

Frage 9:

22 (68,8 %) befürworten eine 'Evaluation'. 10 (3 1,2 %) haben die Frage nicht beantwortet.

Frage 10:

22 (66,6 %) fühlen sich an ihrer Universität gemäß ihrer Qualifikation nicht angemessen plaziert, 7 (21,9 %) dagegen angemessen. 1 einigermaßen. 2 haben die Frage nicht beantwortet.

Frage 11:

11 (36,4 %) fühlen sich an ihrer Universität gut, 13 (39,4 %) schlecht, 7 (21,2 %) mittelmäßig. 2 haben die Frage nicht beantwortet.

.....

Falls Sie grundsätzlich an einem Meinungsaustausch zu diesem Problemkomplex Interesse haben, bitte ich um Benachrichtigung und Angabe einer Kontaktadresse. Falls sich genügend Interessenten finden, werden wir eine Diskussionsrunde organisieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr M. Mislin

Redaktionelle Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski, EP: christian.gizewski@tu-berlin.de .