Reinhard Blomert, zum Papier Prittwitz, Wissen Sie, was Ausbeutung ist? Über den Skandal entgeltloser Lehre und Prüfungen an Universitäten.

Kommentierung des o. g. Papiers (Jan. 2006).


Ich stimme in fast allen Punkten mit den Forderungen von Volker überein, insbesondere was die Transparenz der Geldverteilung betrifft. Das sollte zu einer Kernforderung werden, denn schon wenn die Studiengelder genau dort ausgegeben werden müßten, wo die bezahlenden StudentInnen sitzen, könnten die sozialwissenschaftlichen Fächer wesentlich mehr Personal bezahlen und viele Fehlentwicklungen könnten vermiden werden.

Leider aber läuft der Zug gerade in die andere Richtung: Studiengelder werden beim Rektor gesammelt, der sie dann nach eigenem Gutdünken einsetzt, wo er es für richtig hält - in Abstimmung mit den neuen Hochschulaufsichtsräten und den Kultusministern. Demokratische Selbstbestimmung ist nämlich in den meisten Landeshochschulgesetzen nicht mehr vorgesehen.

Deshalb möchte ich auch den bei Volker geforderten Punkt 4 nicht unterstützen. Ich bin für die Verantwortung aller Forschungsmittel vor den Selbstverwaltungsgremien, das halte ich für ein wichtiges Prinzip, hinter das man nicht zurückgehen darf, ohne sich selbst ins eigene Fleisch zu schneiden. Außerdem sehe ich keine Notwendigkeit für die Forderung nach der "freien Gründung von Forschungs-und Beratungsinstituten". Diese Möglichkeit gibt es doch schon - wozu soll man das fordern?


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