Ererbtes Überlieferungsgut und seine rationale und dennoch sinnvolle Auswahl, Anordnung und Kommentierung auch in Internet-Publikationen.

Von Christian Gizewski.

(Bearbeitungsstand 13. April 2014)

Der technische Fortschritt erlaubt bei heutigen Erinnerungssammlungen die elektronische Bild- und Textbearbeitung in E-Dateien und deren leichtzugängliche Ablage in E-Ordnern. Das ist eine große Arbeitserleichterung und Zeitersparnis gegenüber den in früheren Zeiten nötigen räumlichen Ablageverfahren und papierenen Zusammenfassungen. Deswegen hielt ich es für möglich, den 1982 gemachten ersten Versuch einer Sammlung älterer Familienerinnerungen jetzt, zwanzig Jahre später, unter besseren Bedingungen zu wiederholen.

Der Blick auf den Kreis und die Erinnerungen der in dieser - auch unter methodisch-exemplarischen Aspekten angelegten - familiengeschichtlichen Sammlung auftretenden Personen ergibt sich aus der persönlichen Position des Bearbeiters in der Generationenfolge. Diese persönlich-individuelle Perspektive auf familiäre Erinnerungen ist ja für jeden Menschen anders und führt selbst bei Nahverwandten zu unterschiedlichen Ergebnissen. Feste Abgrenzungen gibt es dabei nicht: Manche Nichtverwandte - und selbst tierische Hausgenossen - haben oder hätten ein Recht dazugehören. So kann eine solche Sammlung nicht alle, die mir nahestanden und nahestehen, berücksichtigen. Andere wiederum habe ich nie kennengelernt. Mich selbst als auf der Schwelle zum Alter stehenden Zeitgenossen beschäftigen in dieser Sammlung vor allem die Traditionsbeziehungen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart mit ihren Prägewirkungen für das eigene Leben. Diese persönliche Rückbesinnung ist vermutlich alterstypisch und verdrängt an dieser Stelle ein wenig das Interesse für die aktuelle, lebendige Gegenwart und erst recht für die lebenswichtige Zukunft

Eine zusammenfassende Beschreibung des älteren Kreises meiner Verwandtschaft samt einem kurzgefaßten Stammbaum findet sich in der Datei Vorbemerkungen. Eine Neubearbeitung scheint mir derzeit nicht nötig.

Für eine Sammlung dieser Art gibt es aus Zeitgründen und im Interesse ihrer Lesbarkeit die Notwendigkeit konsequenter Beschränkungen. Deswegen kann und will ich kein allseits ausgearbeitetes Verwandtschaftsarchiv bieten. In dieser jetzigen Sammlung läßt sich darüberhinaus nicht einmal das viele Bildmaterial berücksichtigen, das in den noch erhaltenen Photoalben früherer Zeit eigentlich darauf wartet, einmal - ausgewählt und kommentiert - den daran Interessenten präsentiert zu werden.

Mir geht es jetzt nur um das vom Schwund im Laufe der Zeit besonders gefährdete Wenige an Papiertexten aus früheren Generationen, das der Zufall aus lang oder länger zurückliegenden Zeiten noch übriggelassen hat. Für die bessere Aufbewahrung und Zugänglichkeit zumindest des Denkens und Fühlens der früher Lebenden für die Heutigen sind Texte zumeist besser geeignet als Photos.

Doch kommen auch einige Bilder vor, vor allem, wenn sie aus einer bewußten Gestaltung entstanden sind und textähnlich etwas aussagen wollen. Photos finden sich in der Sammlung nur dort, wo sie zu wiedergegebenen Texten gehören oder Personen meinen, für die bisher keine Texte zu finden waren.

Gewiß kommen in jeweils wenigen Texterinnerungen - wie hier - Wesen und Prägungen bestimmter Personen nie vollständig zum Ausdruck. Es ist schon unmöglich, das Wichtigste an Lebenslauf, Lebenswerk und Charakter so mitzuteilen, daß es in angemessen kurzer Zeit aufgenommen werden kann. Das ist besonders zu betonen. Niemand sollte also aus dem Fehlen von Wichtigem auf ein Desinteresse des Autors daran schließen. Aber etwas ist besser als nichts. Auf 'nichts' liefe aber eine ungeordnet bleibende und unübersehbare Fülle an Nachrichten aus der Vergangenheit hinaus.

Die Ordner dieser Sammlung tragen methodisch ersonnene und vielleicht deswegen versponnen und spitznamenartig klingende elektronische Kürzel-Namen ihrer Insassen. Bei verheirateten Frauen fließen in dieses 'nomen electronicum' einige Buchstaben des Herkuftsnamens ein. Eine Übersetzung enthält der INDEX.

Die Ablage bestimmter Texte in mehreren Ordnern, die manchmal nahelag, wäre unnötig aufwendig gewesen. Gelegentlich enthält der INDEX aber Querverweise. Wenn der Leser also etwas zu einer bestimmten Person sucht, sollte er immer auch an andere als den namenstragenden Ordner denken.

Ich habe vorsorglich viele Ordner angelegt, die noch leer sind. Das ist überall dort so, wo der INDEX keine Querverweise enthält. Sicherlich werden noch weitere Personen dazu kommen. Das hängt auch ein wenig von der Resonanz auf dieses Projekt ab.

Die formale Anordnung der Sammlung besteht aus

  • einem INDEX mit E-Querverweisen,
  • einer ausreichenden Zahl personenbezogener elektronischer Ordner mit Kürzelnamen und
  • zumeist mehreren - wenn auch jeweils wenigen - im INDEX vollständig registrierten personenbezogenen Dateien in den Ordnern.

Grundsätzlich ließe sich mit einer derartigen Struktur - je nach Bedarf - auch etwas ganz anderes herstellen. Die etwas eingehendere Arbeit an einem solchen Thema ist durchaus sinnvoll und interessant, m. E. auch für die heute Jungen - zumindest wenn sie einmal älter sind.

Einige Fehler, die ich in der ausgedruckten Kopien-Zusammenstellung von 1982 entdeckt habe, habe ich korrigiert, einiges nach 1982 Gefundene nachgetragen. Das Konzept von 1982 - siehe (CHRIGIZ, Vorbemerkungen und Nachwort) - und damit auch die Erinnerung an meinen Bruder Bruno, dem die Sammlung von 1982 gewidmet war - behalte ich bei.

Jeden, der etwas beitragen könnte, bitte ich, mich deswegen anzusprechen. Änderungen und Ergänzungen sind immer möglich, wenn sie nicht den m. E. sinnvoll formulierten Beschränkungen für eine solche Sammlung widersprechen.

2. August 2011 / 13. April 2014

Christian Gizewski


Christian Gizewski, Privatanschrift: Tietzenweg 98, 12203 Berlin, Tel.: 030 8337810, EP: christian.gizewski@tu-berlin.de .