Erinnerungen des Soldaten der Wehrmacht Franz Krebs.

Zusammengestellt von Adi Krebs (Sohn), Jägerstr. 2, 97828 Marktheidenfeld, E-Mail: adihsmar@web.de, am 12.08.2012.

Franz Krebs wurde am 16.11.1915 in Wiesen/ Spessart geboren. Er lebt in 63869 Heigenbrücken im Spessart, Hauptstraße 42.

Die Erinnerungen an die Kriegszeiten sind ihm heute noch, im Alter von fast 97 Jahren vollkommen gegenwärtig. Die folgenden Inhalte hat er oft erzählt und z.T. vor kurzem noch handschriftlich niedergeschrieben (hier zeilwesie in Zitatform wiedergegen).

Diesem Bericht beigefügt sind:

- ein Photo mit Franz Krebs als Soldaten 1941 in Dirdal (Norwegen),

- ein Photo von Franz Krebs heute ín einer Ausstellung mit seinen Erinnerungen an den Krieg,

- die Bescheinigung, mit der Franz Krebs 1945 aus sowjeticher Kriegsgefangenschaft entlassen wurde,

- ein Verpflegungsschein, der er bei seiner Entlassung ausgehändigt erhielt.

1936/37

Reichsarbeitsdienst

1938

16. 11.

An seinem 23. Geburtstag muß Franz "einrücken" zum Militär in die La Garde Kaserne in Aschaffenburg - 3monatige Rekrutenausbildung (Grundausbildung) in der "bespannten" 13.Kompanie/ Infanterie-Regiment 106.

Anschließend als Schmied in der Kompanie-Schmiede.

1939

1.08.bis 31.10.

Schmiedelehrgang in der Heeres-Lehrschmiede Hannover (sog. "Knochenmühle") mit abschließender "Prüfung zum Nachweis der Befähigung zum Betrieb des Hufbeschlaggewerbes".

1. 11.

Hufbeschlagschmied beim Fahrer-Ersatzschwadron in Hanau.

18. 11.

Versetzung an die Westfront - Hufbeschlagschmied im Regimentsstab der 214. Infanteriedivision in Merzig/ Saar (9.Armee-Korps, Reg. 367).

1940

1. 02.

Verlegung in die Kaserne nach Mainz.

1. 03.

Verlegung in die Kaserne nach Forst bei Cottbus- Guben.

1. 06.

Abkommandierung nach Norwegen.

Per Schiff von Alborg (Dänemark) nach Oslo in Norwegen‚ - Per Bahn nach Arendal, Kristiansand, Lingtal, Flekkefjord, Skien.

Während der gesamten Zeit im Einsatz als Hufschmied, Pferdeeinkäufer, Pferdepfleger, 'Tierarzt' usw. im Regimentsstab der 214. Infanteriedivision (367. Regiment - FPN: 15697)

Sturz vom Pferd, Fraktur des linken Fußes

1940

Oktober

Unverhoffter Kontakt in die Heimat zur späteren Ehefrau Katharina Steigerwald wegen einer fehlgeleiteten (!) Feldpostkarte.

1941

Herbst

14-tägiger Heimaturlaub.

Verlobung mit Katharina Steigerwald (Tochter von Adam und Justina Steigerwald und älteste Schwester von Wilhelm, Georg, Emmi, Roswitha, Adolf)

Anschließend zurück nach Norwegen.

Franz schreibt fast täglich in die Heimat.

1942

15.02.bis 1. 03.

14-tägiger Heimaturlaub.

Hochzeit mit Katharina Steigerwald.

Zurück nach Norwegen - Die Fahrt zur Einheit dauert wegen der zugefrorenen Ostsee 4 Wochen.

Zusammentreffen mit Leo Lippert von Adamsberg.

Wöchentlich werden Päckchen in die Heimat geschickt (je 2 kg, vor allem Salzheringe und andere Fische).

1943

16. 08.

14-tägiger Heimaturlaub

Der erste Sohn wird geboren und auf den Namen "Adolf" getauft. Bezeichnung für den kleinen Adolf "Adiche". Kurzname "Adi".

Anschließend geht es zurück nach Norwegen.

1944

10. 02.

Abkommandierung an die Ostfront

Von diesem Zeitpunkt an bis zur Rückkehr am 26. 10. 1945, also über 20 Monate, gibt es zwischen Franz Krebs und seiner Familie zuhause keinen Kontakt mehr! Feldpostverkehr war kaum möglich. Von der folgenden Verlegung an die Ostfront erfährt die Familie in der Heimat nichts.

In der Zeit an der Ostfront sterben ca. 80 Prozent der Kameraden durch Erfrierungen und Feindeinwirkung, auch durch Partisanen. - Die Grausamkeit und Brutalität des Krieges werden zum Alltag.

Von Norwegen an die Ostfront: Skien - Oslo - per Schiff durch den Skagerak nach Trelleborg (Dänemark) - durch die eisige Ostsee nach Reval (Estland) - weiter nach Koktla-Järve, Narva und Dorpat (heute: Tartu in Estland)

1944

Ostern

Bahnverladung in Dorpat mit 98 Pferden. Weiterfahrt über Insterburg (heute: Cernyachovsk im russischen Teil des früheren Ostpreußen).Dann an den Bug in die Süd-Ukraine (nach Vladimir Volynsk, in sowjetischer Zeit: Wjermo Leninsk, heute und vor der sowjetischen Zeit: Mikolajev oder auch Nikolajev).

Nach Aussagen von Franz Krebs war das Verhältnis zur Bevölkerung "gut". "Sie war arm, gab aber an deutsche Besatzungssoldaten Lebensmittel ab." Tierarzt Dr. Müller (Oberstabsveterinär) und Oberbeschlagmeister Franz Krebs werden oft um ärztliche Hilfe gebeten.

An der Front bei Lemberg (heute Lvov in der westlichen Ukraine) kommt es mehrere Wochen lang zu schweren Kämpfen.

Davon weiß zu Hause niemand etwas. Die Familie glaubt Franz noch in Norwegen.

1944

August

Ein großer und verlustreicher Rückzug beginnt. Die deutschen Soldaten schlagen sich bis nach Radom am Weichsel-Bogen (südlich von Warschau) durch. Hier hausen die Reste der Einheit und überleben den harten Winter in selbstgebauten Bunkern und kaputten Häusern bis zum Januar 1945.

1945

14. 1. bis 28.1.

Durchbruch der russischen Armee.

Weiterer, verlustreicher Rückzug bei grimmiger Kälte über die Oder bei Glogau (heute Glogow) und die Neiße bis in den Raum Guben/Cottbus.

"Die Oderbrücke bei Glogau wurde von 5 Volkssturmmännern mit einem Gewehr und fünf Schuss Munition bewacht."

"Schlimmste Begegnungen auf dem Rückzug mit verstümmelten Kameraden und 'krepierten Soldaten', die wir im Straßengraben liegen lassen mußten."

Quartier in Tauer bei Cottbus

Schwerste Kämpfe bis Ende April im Raum Zossen, Luckenwalde, Finsterwalde, Hoyerswerda.

"Eine Mutter bittet mich vergeblich auf Knien, ich möge doch sie und ihre kleine Tochter erschießen, weil sie so wahnsinnige Angst hat vor den russischen Soldaten."

20. 04.und folgende Tage

Absetzbewegung in Richtung Berlin - Franz Krebs weiß heute noch den Befehl von Hitler: "Jeder Soldat hat das Recht, jeden Offizier zu erschießen, der eine Fußbreit deutschen Boden aufgibt.".

Drei Wochen vor Kriegsende erlebt Franz Krebs die schlimmsten Nächte in den Wäldern um Halbe (südöstlich von Berlin). Das Dorf Halbe wird bei den Kämpfen völlig zerstört. "Innerhalb von drei Tagen war die Truppe versprengt und weiträumig eingeschlossen. Eine einheitliche Führung und Kommandostruktur gab es nicht mehr. Von Tag zu Tag wurde der Ring enger. Es gab keinen Nachschub mehr, keine Munition, keine Verpflegung. Aus einem liegengebliebenen LKW haben wir uns mit Kaffeepäckchen versorgt. Wir haben das Kaffeepulver so gegessen, weil wir Kohldampf hatten. Auch Kartoffel haben wir roh gegessen."

Noch heute zittert Franz Krebes die Stimme, wenn er von den Nächten des 27., 28. und 29. April 1945 erzählt:

"Diese Bilder geh'n mir nie aus'm Kopp. Vor uns brennt ein LKW voll mit Verwundeten lichterloh. Wir konnten nicht helfen. Mann an Mann, Pferd an Pferd, Panzer an Panzer. Verwundete Kameraden werden bei lebendigem Leib von Panzerketten überrollt. Ein Motorrad mit Beiwagen wird getroffen und fliegt in tausend Fetzen. Jeder Ausbruchsversuch, ob einzeln oder mit der Truppe, scheiterte. Überall waren die SS und die Feldgendarmerie. 'Kettenhunde' haben wir sie genannt. Sie haben sogar eigene Kameraden erschossen, wenn sie sich wehrten. Es war schlimmer als in Stalingrad und Verdun zusammen. Grauenhaft. Es war die Hölle."

"Ich selbst lag über 3 Stunden im russischen Granatfeuer hinter einem dicken Baum. Ich hatte mit dem Leben abgeschlossen, hatte innerlich Abschied genommen von all meinen Lieben daheim, dachte nur noch an Frau und Kind. Jeder Ausbruchsversuch scheiterte; denn der Ring wurde immer enger und die Übermacht der Russen wurde immer stärker."

1945

02. 05.

Um 11.00 Uhr am 02.Mai 1945 ist alles vorbei.

Am Gut Kummersdorf geht Franz mit einem "kümmerlichen Rest" seiner Einheit in russische Kriegsgefangenschaft.

"Im Laufe des Tages kamen immer mehr. Anfangs waren es 200 Mann, abends waren es 1000 Gefangene."

"Kontrollen gab es jeden Tag. Alles wurde uns abgenommen. Nr.1 die Waffen. Ich hatte meine Pistole schon vorher in einen hohlen Baumstumpf geworfen. Nr. 2 das Feldbesteck. Die Gabeln wurden abgebrochen, nur noch ein Löffel blieb zum Essen. Nr.3 waren unsere Uhren: 'Kamerad, wo ist Uhr, wo ist Uhr?' Obwohl die russischen Bewacher keine Armbanduhr kannten, hatten sie z. T. zwei bis drei Uhren, unsere Sporen der Reitstiefel am Handgelenk und unsere Eheringe an ihren Fingern."

"Bevor wir die Suppe essen konnten, die ein Bauer am Nachmittag auf Gut Kummersdorf in seinem Waschkessel kochen mußte, kam der Marschbefehl. Was kommt auf uns zu? Wohin geht es?"

"Es folgte ein 4-tägiger Fußmarsch nach Osten ins Ungewisse! Durch Ortschaften in Richtung Zossen. Hitze und Hunger waren unsere Begleiter. Oft versuchten Einwohner uns zu helfen, stellten Eimer und Kübel mit Wasser an den Straßenrand. Die jungen russischen Bewacher kippten vor unseren Augen die Eimer um. Jeder war deshalb froh, wenn ein älterer Bewacher in seiner Nähe war. Die waren vernünftiger. Mit zwölf Mann haben wir uns in diesen vier Tagen zwei Pfund Brot geteilt. An Pfingstsonntag bekamen wir in Hoyerswerda Runkelrübensuppe. Sie war kalt, doch Hunger und Durst treiben sie hinein. Nach 120 km erreichten wir das Städtchen Sagan (heute: Zagan in Polen)."

"In diesem Lager in Niederschlesien war erst einmal Ruhe. Den Alltag bestimmten die russischen Bewacher. Morgens um 5 Uhr gab es Wasser mit Kartoffel, mittags Kartoffel mit Wasser. Ab und zu gab es Brot, aber es war nass, deshalb wog es 300 Gramm. Das fuchte Brot haben wir bröselchenweise getrocknet und dann gegessen. Wenn der Russe Lust hatte, bekamen wir auch mal abends einen Kaffee. Zu Hause wusste immer noch niemand, wo ich stecke, wie es mir geht, ob ich noch lebe oder schon tot bin."

"Die ersten acht Wochen im russischen Kriegsgefangenenlager waren schwer. Zigtausend Gefangene hausten im Freien und in Baracken unter schlimmsten Bedingungen. Am schlimmsten waren die von den Russen eingesetzten, deutschen Lageraufseher. Sie wollten sich alle schnell ein 'rotes Röckchen' verdienen. Mit den einfachen, russischen Soldaten kam man prima aus. Nur wenn sie besoffen waren, mußte man ihnen aus dem Weg gehen."

"Eines Tages traf ich meinen alten Chef, den Oberstabsveterinär Dr. Müller wieder. Lange gingen wir spazieren. Er war - so glaube ich - dafür verantwortlich, dass ich in den nächsten Tagen zum Russen in die Schmiede kam."

1945

Juli/ August

"Das war mein Glück. Die Schmiede gehörte zu einer Art Kolchoswirtschaft mit Kühen, Pferden und Schweinen und entsprechendem Personal, ca. 30 Mann. Hier waren die Bedingungen viel besser."

"Ich sollte die Hufe der Pferde pflegen und behandeln und nach deutschem Muster beschlagen. Mit mir arbeiteten noch ein Sattler und ein Stellmacher. Der russischen Schmiedeaufseher behandelt uns gut (Gut arbeiten, gut essen!). Es gab jeden Tag dicke Suppe und Milch. Nicht weit von der Schmiede schlachtete ein Metzger unter einer Wellblechhütte das Vieh. Dort habe ich mir oft Darmfett besorgt, es auf meinem Feuer heißgemacht, ausgelassen und mit den Grieben meine Milchsuppe verfeinert. Manchmal habe ich mir aus der benachbarten Schweinemästerei Kartoffeln geholt und mir anfangs heimlich auf meinem Feldschmiedefeuer Bratkartoffeln geröstet."

"Mein russischer Kommandoführer war in meinem Alter, so 27, 28 Jahre und sehr vernünftig. Ich hatte öfters auch private Unterhaltungen mit ihm. Das ging, denn er hatte immer einen Deutschen als Dolmetscher dabei. Eines Tages winkte er mich zu sich und sagte mit Blick auf einen deutsche Aufseher, der jeden Abend Kommunismus 'predigte': 'Kamerad! Köpfchen! Zwölf Jahre Nationalsozialismus, sechs Jahre Krieg, zuletzt gegen Russland und jetzt in eine paar Wochen Kommunist sein, das gibt es nicht. Aber die Kameraden, die euch jetzt im Lager Kommunismus predigen, die können den Kommunismus bald kennenlernen. Die nehmen wir mit.' "

20. 10.

Unvorhergesehene Entlassung.

"Ich hatte seit Tagen eine starke Entzündung an der verletzten Hand; ein Finger war vereitert. Ich kam ins Lazarett und wurde zweimal operiert. Wie Gott mich erschaffen hatte, mußte ich an einer russischen Ärztekommission mit drei Oberstabsärzten und einer Ärztin vorbeimarschieren. Dann hieß es plötzlich 'dawai, dawai', was so viel hieß wie: los, los! Ich konnte es nicht fassen. Ich durfte heim. Später habe ich erfahren, daß ich in meinem russischen Schmiedeaufseher einen guten Fürsprecher hatte und daß die russische Ärztin keine Verletzten mit nach Osten in die Kriegsgefangenschaft nehmen wollte. Außerdem hieß es: 'Alle, die eine schwere Verletzung haben, welche voraussichtlich länger als 14 Tage dauert, werden heimgeschickt.' Auf 'innere Krankheiten' gab der Russe nichts. Offiziere und Mitglieder der SS und Polizei waren von dieser Maßnahme ausgeschlossen. Per Handschlag ('Kommen Sie gut nach Hause! Grüßen Sie Magda und Kinder') bekam ich meinen Entlassungsschein und für sechs Tage Verpflegung [siehe die beibefügten Entlassungspapiere]. Mit vier oder fünf Mann lagen wir noch einen Tag am Bahnhof in Sagan. Dann ging es mit dem Lazarettzug nach Cottbus. Eine Ärztin begleitete uns."

"Von dort aus schlugen wir uns in Richtung Westen durch. Es gab nur ein Ziel: nachhause, in die Heimat. Oft wurden wir abgewiesen, manchmal mußten uns das Nötigste selbst nehmen. Woher sollten wir die verlangten Essensmarken haben? Von was hätten wir uns Fahrkarten kaufen können, die man von uns in der Berliner Straßenbahn verlangte? Daß wir aus der Gefangenschaft auf dem Weg nach Hause waren, zählte nicht für viele nicht mehr. Manche halfen uns aber trotzdem, gewissermaßen heimlich."

"Unterwegs übernachteten wir in Scheunen, versorgten uns auf Bauernhöfen. Nicht überall waren wir gern gesehen. Ein Bauer ließ uns nicht einmal unsere Suppe im Kochgeschirr auf seinem Herd warm machen ('Ich brauch den Platz für meine Saukrumbern')."

"Kurz vor Friedland lagen die Übergänge von der russischen Besatzungszone zu den westlichen, der englischen und amerikanischen. Ein Landwirt, der uns in seiner Scheune hatte übernachten lassen (>so viel Platz habe ich noch>) und sogar am Morgen mit Kaffee versorgt hatte, riet uns, den offiziellen russischen Übergang zu nehmen, da das heimliche Überschreiten der Zonengrenze zu gefährlich sei. So verließen wir morgens um 9.00 Uhr, in Sechserreihen aufgestellt, durch den geöffneten Schlagbaum die sowjetisch besetzte Zone. Die Amis nahmen uns gleich in Empfang, entlausten uns und verfrachteten uns in einen Zug nach Kassel. Unterwegs ließen sie den Zug halten und holten einige wieder heraus. Für diese ging es nun in amerikanische Gefangenschaft. Ich hatte meinen Arm wegen meiner Handverletzung noch in der Schlinge und durfte weiter bis nach Frankfurt."

26. 10.

Am Abend erreicht Franz Krebs den Bahnhof von Heigenbrücken.

Auf dem Vorplatz trifft er die Kusine seiner Ehefrau, Justine Kunkel (Mutter von Walter Kunkel und Wilma Zang) in Trauerkleidung. Von ihr erhält er die schreckliche Nachricht, daß sein erstes Kind, sein Sohn Adi, genau vor acht Tagen an Diphtherie und Scharlach gestorben und vor drei Tagen beerdigt worden ist. Franz hatte seinen Sohn vor 2 Jahren kurz nach der Geburt zum letzten Mal gesehen und in der Zwischenzeit nichts mehr von ihm und seiner Familie in Heigenbrücken gehört.

Die Freude der unverhofften Heimkehr wurde schlagartig zur momentan unfassbaren Trauer.

Um 18.30 Uhr kommt er endlich nachhause.

Im Hof von Haus Nr. 119 (heute Hauptstraße 42) hackt sein Schwager Wilhelm Steigerwald Holz ('Kätha, Kätha, de Franz es do!‚').

Vier Tage später trifft von einem Kameraden ein Brief für Kätha ein, in dem dieser ihr mitteilt, er habe Franz zum letzten Mal im russischen Kriegsgefangenenlager in Sagan getroffen. Franz sei wahrscheinlich nach Russland in Gefangenschaft abtransportiert worden.

Gott sei Dank war es inzwischen anders gekommen.

Für Ehefrau Kätha war es - wie so vieles im Leben - "Gottes Fügung".

Nach sechs Kriegsjahren ist Franz Krebs wieder zuhause.

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