20. Jan. 2011

Einladung

zum vierzehnten Treffen des Arbeitskreises 'Projekt Ferch'

am Samstag, 26. Februar 2011, 15.00 *)

im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Neuseddin, Waldstraße 33, 14554 Seddiner See (ggf. Tel.: 033205/50400).


*) Einige Tage lang war im Internet und in einzenen versandten Exemplaren des Einladungsschreibens versehentlich ein falsches Datum angegeben.

Sehr geehrte Damen und Herren!

1. Die beiden letzten Treffen - im Museum Karlshorst am 9. Januar und im Bürgermeisteramt Beelitz am 19. Jan. 2011 - waren beide auf ihre Weise lehrreich und insoweit ein Gewinn. Also stellen sie einen guten Jahresanfang dar.

2. Das Gespräch in Beelitz mit dem Bürgermeister führte leider nicht zu einem Erfolg, was das Angebot der Plazierung der von Frau Simon konzipierten Statue auf dem Friedhof in Elsholz betrifft. Herr Knuth erklärte, daß er keine Möglichkeit sehe, gegen den Willen des Ortsbeirats Elsholz das Statuen-Projekt dort zu unterstützen, wenn es die Einwohner des Ortes, die im Ortsbeirat repräsentiert seien - aus welchen Gründen auch immer - selbst nicht wollten. Rechtlich vertrat er die Auffassung, daß dies als Begründung für eine Ablehnung des an ihn als Bürgermeister förmlich gestellten Antrages ausreiche. Ich habe Herrn Knuth demgegenüber erneut darauf hingewiesen, daß die Entscheidungen eines Bürgermeisters und eines demokratisch gewählten gemeindlichen Gremiums, soweit sie antragsmäßig vorgetragene Anliegen von Bürgern betreffen, nach den Rechtsmaßstäben des öffentlichen Rechts einer inhaltlichen rechtlichen Begründung bedürfen und daß dies in der Sache Elsholz bisher nicht der Fall sei.

Herr Knuth brachte demgegenüber mit Leidenschaft Befürchtungen vor, die Ziele des 'Projekts Ferch' gingen in die Richtung einer Relativierung des von deutscher Regierungs- und Militärmacht 1939 ausgelösten Angriffskrieges, einer Heroisierung durch nationalsozialistische Parteimitgliedschaft politisch belasteter Persönlichkeiten wie des Befehlshabers der 12. Armee Wenck und die Leugung einer das gesamte deutsche Volk wegen seiner Gesamtverstrickung in den Nationalsozialismus betreffenden Kollektivschuld am Kriege. Ich bestätigte, daß meines Erachtens all diese Positionen immer wieder, einige sogar dringlich, historisch überdacht werden müßten, daß der Arbeitskreis Ferch dies aber gar nicht leisten könne und wolle. In dem Arbeitskreis gebe es im übrigen keinen einzigen Anhänger des Nationalsozialismus oder einer Angriffskriegführung durch welchen Staat auch immer. In dem im Internet publizierten Konzept einer Erinnerungsstätte (http://agiw.fak1.tu-berlin.de/Pro_Ferch/Konzept.html) lasse sich ebenfalls nicht der geringste Hinweis auf derartige Positionen finden. Aus diesem Grunde wies ich die Einwände des Bürgermeisters als unzumutbar vorurteilshaft und unbegründbar zurück und brach für meine Person das Gespräch ab.

3. Es wäre bei dieser Sachlage zwar weiterhin dennoch möglich, die Sache Elsholz weiterzuverfolgen, doch möchte ich selbst dies im Hinblick auf meine begrenzten Kräfte und vordringlicheren Vorhaben nicht tun. Vielmehr werde ich persönlich, was Frau Simons Statue betrifft, in nächster Zeit andere Standplätze in der 'Region Ferch' erkunden. Wer daran Interesse hat, möge sich bitte mit mir in Verbindung setzen. Nach wie vor meine ich, daß die Statue von Frau Simon mehrere Grundideen auch unseres Arbeitskreises treffend und eindrucksvoll in einem bildlichen Ausdruck zusammenfaßt und daß sich dies nicht-voreingenommenen Gesprächspartnern auch leicht vermitteln lassen wird.

4. Um die lange Zeit bis zum nächsten 'ordentlichen' Treffen in Neu-Seddin zu überbrücken, schlage ich für Samstag, den 12. Febr. 2011, ab 12.00 eine gemeinsame Besichtigung des 'Alliierten-Museums' (früheres 'Outpost'-Kino) in Berlin (Zehlendorf, Clayallee 135, 14195 Berlin, 030 8181-990) vor. Die Aussstellung dort betrifft zwar die Zeit nach dem April/Mai 1945, des heißt die der alliierten Präsenz in Berlin von 1945 - 1990, aber indirekt hängt sie in vielerlei Aspekten auch mit dem Thema der Kriegsendkämpfe um und in der Gegend von Berlin 1945 zusammen. Nach dem Treffen lade ich alle, die können, zu einem (bescheiden-) geselligen Treffen in meiner relativ nahegelegenen Wohnung Tietzenweg 98, 12203 Berlin, Tel.: 030-8337810 ein.

5. Herr Breithaupt vom 'Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge' berichtete über den Fortgang der baulichen Vorbereitungen des vom Volksbund in Halbe geplanten Dokumentationszentrums und die Absicht, alle im Arbeitskreis Projekt Ferch angefallenen persönlichen ud sonstigen Dokumente zu den Kriegsendkämpfen in Brandenburg auch in Halbe aufzubewahren und nach Bedarf zu verwenden.

6. Wiederum danke ich für die mir zugänglich gemachten schriftlichen Erinnerungen oder die Bilder, die unser Thema betreffen, - darunter mittlerweile sogar buchförmige, sehr anerkennenswert zusammengefaßte Lebenserinnerungen - und bitte weiterhin darum, mir alles zukommen zu lassen, was Ihrer Meinung nach zu unserem Thema paßt. Bitte vermerken Sie ggf. Ihren Namen und Ihre Adresse, ferner, ob Dokumente als persönlich von ihren Verfassern verantwortete im Internet veröffentlicht werden können oder nicht. Späterhin sollen, wie früher bereits besprochen, solche Texte und Bilder ggf. in einer Erinnerungsstätte, wohl in Halbe. archiviert werden. Bitte erinnern Sie mich notfalls an die Rückgabe Ihrer Unterlagen.

7. Bitte beachten Sie möglichst immer die Neuerungen im WWW-Text http://agiw.fak1.tu-berlin.de/Pro_Ferch/Konzept.html (Christian Gizewski, Ein Projekt zur Erinnerung an die Kriegereignisse im April/Mai 1945 in der 'Region Ferch' - 'Projekt Ferch'), wo Sie auch alle Materialien abrufen können, die mir im Zusammenhang mit unserem Projekt zugegangen sind und von mir laufend redaktionell weiterbearbeitet werden.

Wenn Sie Fragen haben oder Vorschläge machen wollen, lassen Sie sie mich jederzeit gern wissen.

Bis demnächst also

Ihr Christian Gizewski


Christian Gizewski, Tietzenweg 98, 12203 Berlin, TEL und AB: 030/8337810 oder (wenn eingeschaltet) 0151 26759056, FAX: 030/84309266, EP: christian.gizewski@tu-berlin.de, WWW-Seite: http://www.AGiW/fak 1.tu-berlin.de.index.html