21. August 2011

Einladung

zum einundzwanzigsten Treffen des Arbeitskreises 'Projekt Ferch'

am Samstag, 24. Sept. 2011, 15.00

im Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde Neuseddin, Waldstraße 33, 14554 Seddiner See (ggf. Tel.: 033205/50400).


Sehr geehrte Damen und Herren!

Das letzte Treffen fand am Samstag, 24. August 2011 bei der Familie Stamnitz, Bekkerstr. 11, 14547 Beelitz, statt. Wir trafen uns zuvor an der evangelischen Stadtkirche dort, deren im 13. Jht. beginnende Geschichte als Wallfahrtskirche eng verbunden ist mit einer 'Heilig-Blut'-Legende einer 'mißlungenen Hostienschändung', die 'bösartigen Juden' angelastet wurde.

Herr Stamnitz führte uns dann zum jüdischen Friedhof am Orte (Clara-Zetkin-Straße/Ecke Straße des Aufbaus), wo er uns dessen Geschichte erklärte.

Im 18. Jht. entstanden, letztmalig mit einer Grablegung dokumentiert in den 1920er Jahren, diente der kleine, heute ummauerte und nur auf Antrag unter Begleitung zugängliche Friedhof bis zum Beginn der NS-Zeit der jüdischen Gemeinde in Beelitz, wurde dann behördlich geschlossen und 1936 von NSDAP-Anhängern verwüstet. Bis 1942 wurden in Beelitz lebende Juden, ohne daß ihre Religionszugehörigkeit erkennbar sein sollte, auf allgemein benutzten Friedhöfen beerdigt. Nach 1945 wurde der jüdische Friedhof neu hergerichtet. Mehrere Dutzend erhaltener, willkürlich umgestürzter Grabsteine wurden dabei wieder aufgestellt. Vielleicht lassen sich künftig auf dem Friedhof direkt einige Übersetzungen der hebräischen Grabstein-Inschriften auf einer Tafel anbringen.

Nach Besichtigung des Friedhofes wurden wir bei Familie Stamnitz bewirtet, wo wir uns lebhaft unterhielten und zugleich von Frau Stamnitz in ihre Arbeit an einer Ikone des Erzengels Gabriel eingeführt wurden.

Von den vier 'Erzengeln' (Gabriel, Michael, Raphael und Ariel/Uriel) - in der Frühzeit der israelitischen, späterhin jüdischen Religion als Gott untergordnet, aber mächtig und von eigener Art angesehenen Geistwesen im Range von möglicherweise nicht-monotheistischen 'Untergöttern' - trat Gabriel öfters als 'Bote Gottes' im Verkehr mit den Menschen hervor. Seine Gestalt wird zum Beispiel in der biblischen (alttestamentarischen) Geschichte von Bileams Eselin (4. Mos. 22) deutlich. Danach hat er strenge und bedrohliche Züge, nicht, wie man von Engeln oft denkt, nur hilfreiche und freundliche.

Für das nächste Treffen am 24. Sept. 2011, das wieder einmal in Neuseddin stattfinden soll, bereite ich eine Vorstellung zweier Bücher über die Kriegsendgeschichte in Brandenburg vor ([1] Henrik Schulze, 19 Tage Krieg. Die RAD-Infanteriedivision 'Friedrich Ludwig Jahn' in der Lücke zwischen der 9. und 12. Armee. Die Mark Brandenburg im Frühjahr 1945. Verlag Dr. Erwin Meißler, Hoppegarten bei Berlin 2011, 607 Seiten; [2] Peter Böthig und Peter Walter (Hg.), Die Russen sind da. Kriegsalltag und Neubeginn 1945 in Tagebüchern aus Brandenburg, Lukas-Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte, Berlin 2011, 511 Seiten). Ich bin darum bemüht, einen oder mehrere Autoren dafür zu gewinnen, unser nächstes Treffen zu besuchen.

Der Inhalt der danach folgenden Treffen an den gewohnten samstäglichen Monatsendterminen läßt sich zur Zeit nicht absehen. Ein Besuch des in Entstehung begriffenen VbDK-Dokumentationszentrums in Halbe oder eines oder mehrerer geeigneter örtlicher Museen in der Region Seelow kommen in Frage.

Wie stets bitte ich dringend darum, daß sich alle Interessenten, wenn sie nur irgendeine Möglichkeit haben, immer wieder einmal an die Adresse http://agiw.fak1.tu-berlin.de/Pro_Ferch/Konzept.html (Christian Gizewski, Ein Projekt zur Erinnerung an die Kriegereignisse im April/Mai 1945 in der 'Region Ferch' - 'Projekt Ferch') mit ihren 'neuesten Nachrichten' erinnern mögen. Der Interessentenkreis ist in anderthalb Jahren AK-Wirksamkeit doch recht groß geworden. Einladungen zu unseren Treffen kann ich - als Einzelakteur, der ich bin und wohl sein muß - nicht immer und manchmal nur an die in Brandenburg bisher Internetbenachteiligten per Post zustellen. Ich bin deswegen auch auf die schriftliche Mitteilung von Adressenwechseln angewiesen; denn die angeblich effektivitätssteigernd privatisierte Post findet diese nicht mehr selbsttätig heraus, selbst wenn sie ganz naheliegen. Über die o. a. WWW-Adresse lassen sich auch Neuerungen im Haupttext einschließlich aller Materialien abrufen, die mir im Zusammenhang mit unserem Projekt zugegangen sind und zugehen. Es wird mir generell leider zuviel, diese Materialien gesondert an Interessenten zu versenden, so wünschenswert das manchmal ist.

Wie immer danke ich für die mir zugänglich gemachten schriftlichen Erinnerungen, die Bücher, Schriften und Bilder, die unser Thema betreffen, und bitte weiterhin darum, mir alles zukommen zu lassen, was Ihrer Meinung nach zu unserem Thema paßt. Bitte vermerken Sie stets Ihren Namen und Ihre Adresse, ferner, ob Dokumente als persönlich von ihren Verfassern verantwortete im Internet veröffentlicht werden können oder nicht. Späterhin sollen, wie früher bereits besprochen, solche Texte und Bilder in einer Erinnerungsstätte, wohl in Halbe, archiviert werden. Bitte erinnern Sie mich notfalls an die Rückgabe Ihrer Unterlagen.

Wenn Sie Fragen haben oder Vorschläge machen wollen, lassen Sie sie mich jederzeit gern wissen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Christian Gizewski, Tietzenweg 98, 12203 Berlin, TEL und AB: 030/8337810 oder (wenn eingeschaltet) 0151 26759056, FAX: 030/84309266, EP: christian.gizewski@tu-berlin.de, WWW-Seite: http://www.AGiW/fak 1.tu-berlin.de.index.html