11. November 2012

32. Rundbrief

für den Arbeitskreis 'Projekt Ferch'

(November 2012)


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitwirkende im Arbeitskreis!

1. Beim letzten Treffen am 20. Okt. 2012 war außer mir allein Herr Neuendorf anwesend. Wir nutzten die Zeit, um uns, wie angekündigt, den zeitgeschichtlichen Film 'Deutschland zur Stunde Null' anzusehen und unter dem Gesichtspunkt seines Nutzens für Diskussionen wie die in unserem Arbeitskreis zu besprechen.

Der an sich verdienstvolle Film zeigt anschaulich und erklärt zugleich mit einer Menge betont nüchtern formulierter und darum um so traurig-unerträglicher wirkender statistischer Angaben das Ausmaß der Zerstörung durch die systematische und gegen Ende des von deutscher Seite bereits verlorenen Krieges forcierte Bombardierung der großen Städte und ihrer Zivilbevölkerung im Luftkrieg, die Kriegsverluste, die Fluchtbewegungen, das Ausmaß und die Folgen der Kriegsgefangenschaft, die Versorgungsnot der ersten zwei Nachkriegsjahre, die Aufteilung des vormaligen Reichsgebietes in Besatzungszonen, die Vertreibung mehrerer - insgesamt 13 - Millionen Deutschsprechender aus dem durch die Potsdamer Konferenz 1945 abgetrennten Osten des vormaligen Reichsgebiets und ihre Konzentration vor allem in den westlichen Besatzungszonen, die westlichen und östlichen Demontagen, die 1947 einsetzende 'Marschal-Plan'-Maßnahmen, die durch sie bedingte sowjetische 'Berlin-Blockade', die Auseinanderentwicklung des westlichen und des östlichen Teils des Besatzungsgebiets, die Anfangszeit des generellen Ost-West-Konflikts, die schließlich in die Gründung der alten Bundesrepublik und die der DDR einmündet. Die 'alte Bundesrepublik' steht dabei deutlich im Mittelpunkt des Interesses der filmischen Darstellung. Das gezeigte Filmmaterial entstammt zumeist Wochenschauen der damaligen Zeit des beginnenden 'Kalten Krieges', in größeren Passagen auch englischsprachigen.

Leider läßt sich aber die Quellen-Herkunft nicht genau erkennen. .Auch die für die Zusammenstellung des Film-Materials verantwortlichen Barbeiter lassen sich nicht erkennen, sie scheinen einer 'Great Movies GmbH' in Mainz zuzuarbeiten. Diese Firma macht in ausgesprochen schlechtem Stil und m. E. rechtlich unzulässig (Art. 5 GG - Informationsfreiheit) angebliche Filmrechte an diesen - von ihr nicht näher benannten - Quellen der Zeitgeschichte geltend.

2. Nachdem zu den letzten drei Treffen trotz zahlreicher schriftlicher Einladungen nur wenige Interessenten aus unserem Kreis gekommen sind und andererseits verständliche Erklärungen dafür von manchen Eingeladenen bei mir eingingen, stellt sich die Frage, wie die an sich ja von allen grundsätzlich bejahte Arbeitskreis-Arbeit sinnvoller organisiert werden kann.

Vielleicht folgendermaßen: In einem Rundbrief werde ich Ihnen über das Internet jeden Monat etwas ausführlicher über zeitgeschichtlich oder sonst Wichtiges berichten, das sich aus einem persönlichen - Ihnen öfters dargelegten - historisch-politischen Interesse an dem 'Projekt Ferch' ergibt. Es geht über die geographische 'Region Ferch' im engeren, heimatgeschichtlichen Sinne hinaus und wendet sich aus meiner Sicht notwendigerweise dem Zusammenhang der Kriegsendzeit-Geschichte mit der allgemeinen Geschichte der letzten 100 Jahre im weiteren Brandenburg und letztlich sogar im ganzen deutschsprachigen Raum zu. Auf diesem Gebiet fasse ich für ein - wissenschaftlich begründetes - Allgemeinbildungs-Konzept Quellen, Dokumente, Berichte und Diskussionsbeiträge zusammen.

In der besonderen Verbindung von Regionalgeschichte mit größerer Allgemeingeschichte liegt m. E. auch der Sinn der für die Zukunft von mir geplanten 'Rundbriefe'.

Nicht sinnvoll ist m. E. auf Dauer wohl die bisher übliche monatliche Einladung zu Treffen, die nur von sehr wenigen besucht werden können. Aus diesem Grund werde ich Einladungen zu Treffen des Arbeitskreises in Zukunft von Anregungen und Vorschlägen aus Ihrem Kreise abhängig machen. Sie können gern am gewohnten Orte oder anderswo stattfinden, wenn deutlich erkennbar ist, daß sie von Ihnen im Einzelfall gewünscht werden.

Sie können künftig aber auch, wenn Sie trotz nicht-stattfindender Treffen irgendetwas diskutieren wollen, Diskussionsbeiträge zu allen Rundbriefthemen auf meiner Konzept-Seite zum 'Projekt Ferch' in den dort dafür eingerichteten Abteilungen einstellen.

3. Zum Samstag , 24. Nov. 2012, 15.00 lade ich jeden, der kommen kann, in meine Wohnung Tietzenweg 98, 12203 Berlin ein, damit wir, wenn gewünscht, die derzeit m. E. nötigen organisatorische Umstellungen diskutieren können. Wenn es keinen Widerspruch gibt, gehe ich künftig wie dargelegt vor. Im übrigen könnten wir bei dieser Gelegneheit erneut vielleicht einen zeitgeschichtlichen Film ansehen und diskutieren. Ich dachte an den m. E. sehr beeindruckenden und liebenswürdigen UFA-Film 'Unter den Brücken', der 1945 als letzter UFA-Film unter der Regie von Helmut Käutner entstanden ist, teilweise unter der Glienicker Brücke zwischen Potsdam und Berlin 'spielt', aber auch das zu dieser Zeit nicht mehr existierende unzerstörte Berlin zeigt.

3. Ich bitte alle Interessenten, wenn sie dazu die Möglichkeit haben, sich, immer wenn das Monatsende und der routinemäßige Arbeitskreis-Termin naht, an die Internet-Adresse http://agiw.fak1.tu-berlin.de/Pro_Ferch/Konzept.html (ZUM KRIEGSENDE IN BRANDENBURG: Christian Gizewski, Konzept einer Dokumentation des Kriegsendgeschehens in Brandenburg im April/Mai 1945) zu erinnern.

4. Bitte denken Sie generell daran, daß diese WWW-Seite - wie überhaupt das Internet - sehr viele interessante Informationsquellen erschließt, die bloß brieflich oder telephonisch nicht übermittelt werden können. Ohne das Internet wäre der Arbeitskreis überhaupt nicht entstanden. Sinnvolle Vorkehrungen gegen unerwünschte Ausforschungsversuche von außen, die der eine oder andere unter uns berechtigterweise befürchtet, sind für jedermann auch in unserer Zeit des ständigen Internet-Mißbrauchs durchaus möglich. - Wie immer danke ich für die mir erneut zugänglich gemachten schriftlichen Erinnerungen, die Bücher, Schriften und Bilder, die unser Thema betreffen, und bitte weiterhin darum, mir alles zukommen zu lassen, was Ihrer Meinung nach zu unserem Thema paßt. Bitte vermerken Sie stets Ihren Namen und Ihre Adresse, ferner, ob Dokumente als persönlich von ihren Verfassern verantwortete im Internet veröffentlicht werden können oder nicht. Späterhin sollen, wie früher bereits besprochen, solche Texte und Bilder in einer Erinnerungsstätte, wohl in Halbe, archiviert werden. Bitte erinnern Sie mich notfalls an die Rückgabe Ihrer Unterlagen. - Vergessen Sie nicht, mir eine eventuelle Adressenänderung am besten schriftlich mitzuteilen - Wenn Sie Fragen haben oder Vorschläge machen wollen, lassen Sie sie mich jederzeit gern wissen. - Teilen Sie mir andererseits ggf. ruhig mit, wenn Sie nicht mehr informiert werden möchten. Ansonsten gehe ich von Ihrem fortbestehenden Interesse aus.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Gizewski, Tietzenweg 98, 12203 Berlin, TEL und AB: 030/8337810 oder (wenn eingeschaltet) 0151 26759056, FAX: 030/84309266, EP: christian.gizewski@tu-berlin.de, WWW-Seite: http://www.AGiW/fak 1.tu-berlin.de.index.html .