10. Jan. 2016

49. Rundbrief

für alle Interessenten an der Geschichte der NS-Zeit, der Kriegsendzeit- und der Nachkriegeschichte in Berlin-Brandenburg und anderwärts(vormals 'Projekt Ferch', jetzt 'Arbeitskreis Beelitz')

Februar 2016 - Juni 2016.


Sehr geehrte Damen und Herren!

Nach wie vor - selbst heute noch, 71 Jahre nach 1945 - ist es sinnvoll, die deutsche NS-Zeit und ihre Kriegsendzeit-Geschichte 1945 sowie ihre einschneidenden Nachwirkungen und wichtige Parallelentwicklungen zu ihr in Erinnerung zu rufen. Dabei sind auch die größeren historischen Zusammenhänge und Entwicklungen in den damals mit Deutschland im Kriege stehenden Ländern und Völkern für die eine regionale deutsche Kriegsendzeit-Geschichte 1945 beachtlich. Auch die DDR-Geschichte verdient nach den vielen Veränderungen infolge der Wiedervereinigung als spöche neue Aufmerksamkeit.. Jede Form der dokumentatarischen oder leiterarischen oderv rein persönlichen Erinnerungen ist dafür geeignet.

Mit dieser in einem weirgefaßten Sinne 'allgemenbildenden' zbd hiszoitorisch reflexiven Zweckbestimmung werden hier daher weiterhin Rundbriefe für die daran Interessierten veröffentlicht.

1. Weiterhin ist es sinnvoll, durch gelegentliche demonstrative Besuche des Russischen Militärfriedhofs in Beelitz, Brücker Straße - mit seinen Gräbern vieler, teilweise nicht bekannter Toter - und auf andere geeignete Weiese deutlich zu machen, daß ein freundliches und problembewußtes Verhältnis insbsondere zwischen Deutschland und Rußland sowie allen anderen 'Völkern der früheren Sowjetunion' bestehen muß, gerade mit denen, die in heutiger Zeit in unsinnige Konflikte miteinander verstrickt sind.

2. Ich bitte wie immer darum, mir alles zukommen zu lassen, was Ihrer Meinung nach auch in diesen thematischen Zusammenhang paßt. Bitte erinnern Sie mich notfalls an die Rückgabe von Unterlagen. - Vergessen Sie nicht, mir für meine Adressenliste ggf. Ihre Daten bzw. deren Änderung am besten schriftlich mitzuteilen, damit ich von mir aus zu Ihnen im Einzelfall, wenn nötig, Kontakt aufnehmen kann.

4. Sollte Bedarf an gelegentlichen Treffen der früheren Arbeitskreis-Angehörigen bestehen, kann dies am besten in Abstimmung mit Herrn Käbelmann für beliebige Orte vereinbart werden.

5. Diesem Rundbrief wird eine Lesehinweis auf den WWW-Beitrag

'DDR-Unterrichtsmaterial für Geschichte und Staatsbürgerkunde aus heutiger Sicht',

WWW-Skript von Christian Gizewski. Bearbeitungsstand: 27. Dez. 2015, beigefügt.

Sie finden den Zugang auch im Internet unter: http://agiw.fak1.tu-berlin.de/Scriptorium/S72.html : Aus dem Beitrag wird im folgenden zitiert:

"Unterrichtsmaterial für den Geschichts- und Staatsbürgerkunde-Unterricht an den 'Erweiterten allgemeinbildenden polytechnischen Oberschulen' des DDR-Schulsystems verdient auch noch heute, ja heute in besonderer Weise wieder, allgemeines politisches Interesse und wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Nachdem die Frontstellungen des Ost-West-Konflikts und die Einparteien-Herrschaft des DDR-Systems weggefallen sind, stellt sich erneut die Frage nach dem einem derartigem Lehrstoff innewohnenden politisch-ideellen und -perspektivischen Sinn. Sinnvoll erscheinen einerseits die eingehenden Hinweise auf die aus der NS-Geschichte in Deutschland zu ziehenden ideellen und politischen Konsequenzen. Aber auch die Beschäftigung mit den praktischen Möglichkeiten grundlegenden gesellschaftlichen Umbaus ('Revolution') ist angesichts vielfältiger, heute allenthalben hervortretender Fehlfunktionen eines innerstaatlichen und internationalen 'Neoliberalismus' wieder aktuell geworden. Denn man kann durchaus produktiv fragen, wieweit sich auch im DDR-System Ansätze eines Fundaments für ein nicht-kapitalistisch, nicht-nationalistisch, nach 1945 strikt friedfertig und - GG-verfassungsrechtlich gesprochen - 'sozialstaatlich' organisierbares Gesellschaftssystem auffinden lassen. Nicht zuletzt geht aus dem Material das Interesse an einer international koordinierten antikapitalistischen Politik hervor, wie sie etwa gegenüber der jahrzehntelangen Militärdiktatur in Chule seit dem Sturz S. Allendes im Jahre 1973 angemessen war.

Was eine 'sozialistische Erziehung' der Schul-Jugend betrifft, so läßt sich den vermittelten Grundmaximen oft nicht widersprechen. Als nur ein Beispiel dafür sei genannt die politische Konsequenz, die aus der Tonbandaufnahme einer beamtenmäßig-mündlichem Mitteilung eines Hinrichtungstermins an einen politischen Häftling in der NS-Endzeit zwingend hervorgeht. Sie ist auf der Schallplatte Nr. 5 zu finden. Ein anderes ist die prägnant formulierte Anforderung an den jugendlichen 'Sozialrevolutionär', sich in seiner Lebensplanung nicht damit zufriedenzugeben, 'Mieter zu sein' (ebenfalls Schallplatte Nr. 5).

Manchmal wirken allerdings die zusammengefaßten katechismus-ähnlichen Lebensgeschichten und Verhaltensregeln - trotz auch gemütvoller Motive - etwas zu lehrhaft-werkmeisterlich, um Jugendliche überzeugen zu können. Und das dort ebenfalls vorfindliche Bekenntnis eines Genzsoldaten zur loyalen Ausführung von Schießbefehlen an der 'Staatsgrenze der DDR' bringt ein 'sozialistisches Moralsystem' zumindest an dieser wichtigen Stelle zum Einsturz; denn es erträgt offenbar nicht die Priorität der individuellen Entscheidung oder Zurückhaltung im Falle ethischer Aporien (Pflichtenkollisionen). Ein Staat ist eben keine moralische Instanz. Versucht er, dies zu sein, so macht er sich - fehlbar, wie er seinem Wesen nach ist - seit jeher lächerlich oder gar verhaßt.

Im folgenden [Sammel-Verzeichnis] sollen einige der insoweit interessanten, heute nicht mehr ohne weiteres zugänglichen Materialien, die dem Autor von einem früher in der DDR-Staatsbürgerkunde tätigen Päfagigen überlassen wurden, exemplarisch vorgestellt bzw. wiedergegeben und, soweit sinnvoll, unter den genannten Fragestellungen kommentiert werden.

Dabei geht es vor allem um Tonträger der 1980er Jahre aus damals üblichem Kunstharz. Bei der Digitalisierung der Plattenvorlagen wurden MP3-Dateien erstellt.

Bei dem maschinellen, nicht dauernd kontrollierbaren Abtast-Vorgang entstehen manchmal Nebentöne, Auslassungen oder Wiederholungen. Verbesserungen und Ergänzungen sind möglich und auf Dauer vorgesehen. Manchmal muß jetzt noch zu Beginn einer Tonwiedergabe einige Sekunden lang abgewartet werden.

Der Vorteil der Digitalisierung liegt offenkundig in dem nun möglichen Zugang über das Internet zu einem anschaulichen Stück DDR-Ideengeschichte und -Politik, das jeden wirklich und unvoreingenommen politisch und historisch Engagierten in Deutschland und anderwärts interessieren könnte und dürfte.

Eine Fortentwicklung und dabei auch eine zweckmäßig knapp gehaltene Kommentierung sind vorgesehen."

Falls Ihnen weiteres erörterungs- und erinnerungswürdiges oder -geeignetes Material aus DDR-Zeiten zur Verfügung steht, wenden Sie sich ggf. gern an mich.

Mit freundlichem Gruß

Christian Gizewski


Verantwortlich: Christian Gizewski, Tietzenweg 98, 12203 Berlin, TEL 030/8337810 , EP: christian.gizewski@tu-berlin.de, WWW-Seite: http://www.AGiW/fak 1.tu-berlin.de.index.html .