Christian Gizewski, Tietzenweg 98, 12203 Berlin, TEL und AB: 030/8337810 oder (wenn eingeschaltet) 0151 26759056, FAX: 030/84309266, EP: christian.gizewski@tu-berlin.de, WWW-Seite: http://www.AGiW/fak 1.tu-berlin.de.index.html

12. März 2010

Sehr geehrte Damen und Herren!

Hiermit lade ich Sie zu einem fünften Treffen

des Arbeitskreises 'Projekt Ferch'

am Samstag, 27. März 2010, 15.00

im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Neuseddin,
Waldstraße 33, 14554 Seddiner See (ggf. Tel.: 033205/50400)

ein.

Beim letzten Treffen am 27. Februar ging es um die üblichen Punkte.

(1. Gründe für die Einrichtung einer Stätte, die in heutiger Zeit die Erinnerung an die Geschehnisse der letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges in der Region befördern soll,
2. mögliche Standorte einer Erinnerungsstätte, wobei das Zentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Neuseddin als einstweilen beste Lösung angesehen wurde,
3. die Gräber- und Kreuzpflege an noch vorhanden Kriegsgrabstätten in der Umgebung,
4. das Anbringen von Hinweisschildern zum Standort des großen Metallkreuzes im Walde und einer dauerhaften Erinnerungsstätte,
5. das Konzept und den Standort eines künstlerischen Erinnerungsmales,
6. das systematisierte Aufschreiben und die Sammlung von Erinnerungen für die Dokumentation im Internet und/oder in einer Erinnerungsstätte,
7. die Zusammenschau und eine eventuelle Zusammenführung der zahlreichen bisherigen Chroniken und sonstigen schriftlichen Bearbeitungen des Themas 'Kriegsende' in der ganzen 'Region Ferch',
8. den fortgesetzten Kontakt zu den Gemeindeverwaltungen in Ferch und Neuseddin wegen eventueller Hilfestellungen,
9. den Kontakt zu den Zeitungen, musealen Einrichtungen, Heimatvereinen, heimatgeschichtlichen Archiven, anderen schon früher erörterten Einrichtungen und später evtl. zu Film und Fernsehen,
10. eine vorläufige Arbeitsverteilung unter den Interessenten des Arbeitskreises 'Projekt Ferch' und seine weitere Arbeitsweise.)
Beim nächsten Treffen am 27. März. 2010 geht es vor allem um folgendes:

1. Der erste Schwerpunkt betrifft die Organisation unseres Arbeitskreises.

a) Ich schlage vor, die Ihnen seit längerem vorliegende Satzung eines 'nicht eingetragenen Vereins' (nach §§ 54, 705 ff. BGB; Entwurf siehe Anlage) zu diskutieren und, wenn möglich, auch gleich zu verabschieden sowie diesen Verein dann durch ausdrücklich vollzogenen Beitritt derjenigen, die es möchten, und durch Wahl 'besonderer Beauftragter' auch wirklich 'in Betrieb zu nehmen'; allen anderen Interessenten wird weiterhin ihre - erwünschte - Teilnahme an den Treffen möglich sein. Grund dafür ist, daß ich selbst - trotz allen guten Willens und allen Engagements für die Sache - wegen meiner nicht wenigen Aufgaben auch anderwärts mit der vielen 'konsequenterweise' zu leistenden Detailarbeit schon für das 'Projekt Ferch' auf Dauer überfordert sein würde. Ich muß daher in unser aller Interesse darauf drängen, daß wir bald eine Lösung finden, durch die die Arbeit verteilt werden kann und trotzdem auf Dauer gesichert ist. Ich bin mir sicher, daß dies Ihrer aller Selbstverständnis entspricht, die Sie ja allesamt in irgendeiner Weise für unser gemeinsames Anliegen engagiert sind und teilweise jahrzehntelang 'mit Leib und Seele' in diesem Sinne tätig waren.

b) Zu den Aufgaben, die aus diesem Grunde auf Dauer von anderen Arbeitskreismitgliedern wahrgenommen werden sollten, gehören vor allem folgende: aa) die Zusammenstellung von Quellen und die Kontaktaufnahme zu allen Personen und Stellen, die Erinnerungen über die 'Region Ferch - Beelitz am Ende des Krieges' bis heute aufbewahren, bb) die Herstellung von Kontakten zu den ortlichen Behörden in der Region, die am besten jeweils durch nahewohnende Mitglieder wahrzunehmen wären. - Zwar will ich selbst an diesen Aufgaben weiterhin gern mitwirken, arbeitsteilig sollten aber andere Mitglieder sie mitübernehmen.

c) Ich selbst kann weiterhin, was ich als WWW-Autor sowieso tue, Kontakte zu anderen Stellen und Einrichtungen herstellen und die Einladungen und Sitzungsberichte für den Arbeitskreis verfassen und zustellen. Was die Einladungen betrifft, habe ich damit begonnen, sie auch auf meiner WWW-Seite (http://agiw.fak1.tu-berlin.de/Pro_Ferch/Konzept.html) bekanntzumachen. So bräuchte ich künftig, Ihre Zustimmung vorausgesetzt, nur nur noch diejenigen Arbeitskreisangehörigen per Post zu benachrichtigen, die keine leicht zugängliche Internetempfangsmöglichkeit haben oder aus anderen Gründen weiterhin schriftlich benachrichtigt werden möchten. Auch die ständige, manchmal mühevoll-zeitaufwendige, Aktualisierung meiner persönlichen WWW-Seite zum Konzept einer die Kriegsendzeit in Brandenburg betreffenden Erinnerungsstätte werde ich weiterhin betreiben.

2. Wir sollten dann einmal gründlich über das Konzept einer Denkmalsskulptur, wie sie Frau Maren Simon dankenswerterweise entworfen hat, diskutieren, auch was die Fragen eines dazugehörigen Textes, eines Standortes und einer - trotz fehlender Finanzen m. E. dennoch möglichen - Unterstützung durch den Arbeitskreis betrifft.

3. Ausführlicher sollten wir ferner nochmals über die Frage sprechen, welchem örtlichen Raum und welcher Zeit des Kriegsendes genau die Tätigkeit eines Arbeitskreises mit dem Namen 'Projekt Ferch' gewidmet sein soll, damit ein klarer Rahmen für eine bestmögliche Schätzung der Verlustzahlen in den letzten Kriegswochen abgesteckt werden kann, was bisher nicht der Fall war. Ich schlage vor, einer klaren Definition wegen die Gefechtshandlungen und Bombardierungen nach dem Ende der Schlacht bei Halbe bis zur Einstellung der Kampfhandlungen an der Elbe allesamt zusammenzufassen.

4. Ich möchte dann meine Absicht erläutern, mich künftig in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutsche Kriegsgräberfürsorge für die Errichtung einer Erinnerungsstätte in Halbe einzusetzen, welche sowohl den Schlachten an den Seelower Höhen und bei Halbe als auch den Gefechten westlich Halbe bis zur Elbe gewidmet sein soll. Vermutlich kommt eine solche Erinnerungsstätte dem zentralem Anliegen unseres Arbeitskreises in unerwartet günstiger Form entgegen.

Das heißt aber nicht, daß das Konzept einer Erinnerungsstelle für die 'Region Ferch', etwa im Gemeindezentrum Neuseddin, damit unnötig geworden wäre, zumal diese ja mit dem metallenen Kreuz im Walde in Beziehung stehen und auch andere örtliche Bezüge haben soll.

Für künftige Sitzungen schlage ich erneut vor, daß zu Beginn jeweils ein Beschluß über die Redezeit (max. 2 1/2 min.) und die Einsetzung eines 'Zeitmessers' männlichen oder weiblichen Geschlechts, vor allem aber freundlichen Wesens, gefaßt wird, der auf deren Einhaltung zu achten hätte.

Ich danke für die mir zugänglich gemachten schriftlichen Erinnerungen oder Bilder, die unser Thema betreffen, und bitte weiterhin darum, mir alles zukommen zu lassen, was Ihrer Meinung nach zu unserem Thema paßt. Bitte vermerken Sie Ihren Namen und Ihre Adresse, ferner, ob und wann die Sachen ggf. zurückgegeben werden sollen und ob Dokumente als persönlich von ihren Verfassern verantwortete im Internet veröffentlicht werden können oder nicht. Späterhin sollen, wie früher bereits besprochen, solche Dokumente ggf. in einer Erinnerungsstätte archiviert werden.

Wenn Sie Fragen haben oder Vorschläge machen wollen, lassen Sie sie mich jederzeit gern wissen.

Mit freundlichem Gruß

Christian Gizewski

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Entwurf einer Vereinssatzung.

(Modifikationen nach den letzten Beratungen kursiv gedruckt)

1. [Zweck des Vereins] Der Verein 'Arbeitskreis Projekt Ferch' (Abkürzung: 'AK Pro_Ferch') verfolgt den nicht-wirtschaftlichen, gemeinwohlorientierten, ideellen Zweck, das Andenken der in der weiteren Region um Ferch (Brandenburg) Ende April/Anfang Mai 1945 gefallenen Soldaten beider Seiten und der damals Verwundeten, Gefangenen, Flüchtlinge und sonst Kriegsgeschädigten, kurz aller den damaligen Kriegsereignissen unterworfenen Militärangehörigen und Zivilpersonen, zu erneuern und langfristig zu sichern. Dieser Zweck steht im Zusammenhang mit dem an der von Potsdam kommenden Eisenbahnstrecke südlich der Autobahn errichteten metallenen Gedenkkreuz, das an "80000 Gefallene der letzten Schlacht des Krieges 1939 - 1945" erinnert.
2. [Rechtscharakter des Vereins] Der Arbeitskreis 'Pro_Ferch' ist ein nicht rechtsfähiger Verein nach den §§ 54, 705 ff. BGB. Das Verhältnis der Vereinsmitglieder zueinander bestimmt sich nach dieser Satzung. Der Verein ist nicht eingetragen und hat keine Rechtspersönlichkeit, kann aber ggf. wie eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts Rechte haben und bei Rechtsstreitigkeiten parteifähig sein. Er hat keinen Vorstand. Die Vereinsaufgaben werden durch die Versammlung der Vereinsmitglieder nach Bedarf auf Beauftragte des Vereins verteilt. Für Rechtsgeschäfte, die die Beauftragten für den Verein Dritten gegenüber vornehmen, haften sie persönlich. Vereinsbeiträge werden nicht erhoben. Alle Vereinsmitglieder erfüllen die von ihnen übernommenen Aufgaben auf eigene Kosten und in eigener Verantwortung bis zu ihrer Ablösung oder ihrem Rücktritt. Auslagenersatz findet nur statt, wenn er im einzelnen vor der beabsichtigten Auslage von den Anwesenden einer Vereinsversammlung persönlich beschlossen und gemeinsam finanziell verantwortet wird.
3. [Vereinsmitgliedschaft] Vereinsmitglied ist, wer sich in einer Vereinsversammlung persönlich vorstellt, seinen Aufnahmeantrag dort mündlich begründet, legitime Fragen von Anwesenden dazu ohne Ausweichen beantwortet, sodann von einer Vierfünftel-Mehrheit der anwesenden Vereinsmitglieder aufgenommen und in der förmlich von dem damit Beauftragten des Vereins zu führenden Mitgliederliste registriert worden ist. Für den Ausschluß eines Vereinsmitglieds ist ebenfalls eine Mehrheit von vier Fünfteln der beschlußfassenden Vereinsversammlung erforderlich.
4. [Vereinssitzungen] Zu den Vereinssitzungen werden alle Vereinsmitglieder unter prägnanter Angabe aller wesentlichen Tagesordnungspunkte und Beifügung des Protokolls der letzten Vereinsversammlung schriftlich eingeladen. Die Einladung zu einer Sitzung ebenso wie ihre Protokollierung nimmt ein dafür bestimmter Beauftragter des Vereins vor; dieser führt auch die förmliche Liste der Vereinsmitglieder. Stimmrechte können von den Vereinsmitgliedern nur persönlich und in einer Mitgliederversammlung ausgeübt werden.
5. [Dauernde und vorübergehende Beauftragung] Die nicht nur vorübergehende Beauftragung von Vereinsmitgliedern mit Vereinsaufgaben setzt voraus, daß eine Mitgliederversammlung einen entsprechenden Beschluß mindestens mit einer Vierfünftel-Mehrheit faßt. Auf dieselbe Weise kann eine solche Beauftragung rückgängig gemacht werden. Vorübergehend Beauftragte werden mit einfacher Mehrheit der anwesenden Vereinsmitglieder in einer Vereinssitzung bestimmt.
6. [Vereinsordnung] Die Vereinsordnung kann nur mit einer Vierfünftel-Mehrheit der anwesenden Vereinsmitglieder beschlossen und geändert werden, wenn der entsprechende Beschlußantrag der Einladung zur Sitzung mit schriftlicher Begründung beigefügt ist.
Datum:
Unterschriften der Gründungsmitglieder:
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Begründung:
Die Regelungen beschränken sich auf das Nötigste, um dem Verein, der vermutlich auch künftig nur einen kleinen Mitgliederbestand haben wird, eine gewisse stabile Struktur zu geben. Diese muß deshalb in besonderem Maße arbeitssparend, kostensparend und flexibel genug für die eigentlich zu leistende Arbeit sein. Insoweit wird vor allem auf einen 'Vorstand', eine Vereinskasse und einen 'Kassenwart', generell auf die Rechtsform eines eingetragenen Vereins (§§ 21 ff. BGB) verzichtet. Das hat allerdings eine prinzipielle Eigenhaftung der Vereinsmitglieder bei jedem Handeln für den Verein zur Folge.
P.1 der Satzung, welche juristisch ein Gesellschaftsvertrag ist, betont den ideellen Zweck der Vereinstätigkeit im Rahmen einer regional-heimatgeschichtlichen Erinnerungspflege und Gedenkstättenarbeit.
P. 2 versucht, die Vereinsaktivität im wesentlichen über dauernde und vorübergehende 'Auftragsverhältnisse' zu konstruieren. Daraus, daß diese an die Stelle von Vorstandskompetenzen treten sollen, erklären sich die vorgeschlagenen hohen Abstimmungsquoren
P. 3 soll mit seiner detaillierten Aufnahmeregelung vor allem einer 'Übernahme' oder Instrumentalsierung des Vereins für vereinsfremde Zwecke, selbst wenn diese unwahrscheinlich ist, sicherheitshalber entgegenwirken.
P. 4 regelt auch das Einladungs- und Protokollwesen und die Führung der Mitgliederliste als Auftragsverhältnis.
P. 5 dient demselben Zweck wie P. 3.
P. 6 soll ein unnötiges Hin und Her in Fragen der Vereinssatzung verhindern, eine Änderung aber nicht generell ausschließen.
2. März 2010 Christian Gizewski