ZUM WEGWEISER
ZUM_ZWECK_DES_PROJEKTS

ERATOSTHENES

His instrumentis heuristicis utilia de orbe antiquo eiusque scientia et studio inveniri possunt. - Mit den hier zusammengefaßten Suchinstrumenten lassen sich nützliche Informationen zum Altertum, seiner Wissenschaft und seinem Studium auffinden.

Omnibus ad supplenda et corrigenda huius sectionis instrumenta idoneis editor grate gaudebit. - Der Herausgeber ist für jeden Hinweis zur Ergänzung und Berichtigung der Suchinstrumente dankbar, die in dieser Abteilung zusammengefaßt sind. C. G. (christian.gizewski@tu-berlin.de )

INDEX

1) Für Lateinlernende und andere Interessenten an der lateinischen Sprache: http://www.yle.fi/fbc/latini/. Nuntii Latini, conspectus rerum internationalium hebdomadalis, est programma Radiophoniae Finnicae Generalis (RFG) in terrarum orbe unicum. 

2) Das interessante Beispiel eines in völlig persönlicher Initiative und ohne geschäftliche Verwertungsabsicht entstandenen, der Antike unkonventionell und zugleich traditionsbewußt verbundenen, humanistisch und insbesondere stoisch orientierten, jugendlich-zeitgenössischen Ansatzes des Denkens und Lebens ist die Vierteljahreszeitschrift "Der abderitische Epitaph - Buntschrift des verjüngten poetischen Humanismus" Hg. von L(ucius) A(nnaeus) S(eneca) Ferrarianus Epigonus, Thomas von Kienperg, Siegfried von Aue, Salzburg/Österreich) Inhalte: Poesie, Philosophie, Theologie, Historiographie, Sozialpädagogik, Kunst, Musik u. v. a. aus Sicht der Alten. URL-Adresse: http://dritte.stoa.x-net.at. - EP: ferrarianus.epigonus@aon.at .

ANDERE AUCH ALTHISTORISCH INTERESSANTE UND NÜTZLICHE URL-ADRESSEN.

Obige Abbildung "Erdbild des Eratosthens, Versuch einer Rekonstruktion" entnommen aus: Großer Atlas zur Weltgeschichte, hg. von H. E. Stier u. a., München 1990, S. 22 (Neuauflage: Braunschweig 1997), mit Genehmigung der Westermann Schulbuchverlag GmbH, Braunschweig.

Schon im 5. Jht. v. Chr. war die Kugelgestalt der Erde aus astronomischen Beobachtungen erschlossen worden und galt als theoretisch bewiesen. Auch Aristoteles, der Erzieher des ´Welteroberers´ Alexander, ging von der Kugelgestalt der Erde aus. In cael. 2, 298 a 15 gibt er eine frühe Schätzung des Erdumfangs wieder, mit 400.000 Stadien (je nach zugrundelgelegter Stadienlänge unterschiedlich zu berechnen, aber mit ungefähr 80.000 km anzusetzen) allerdings vermutlich doppelt so groß wie tatsächlich. Aus der Annahme der Kugelgestalt ergab sich generell die Notwendigkeit, ein stereometrisches Einteilungs- und Meßsystem für die sphärische Erdoberfläche zu entwickeln, was allmählich zu der heute noch üblichen Terminologie (Pole, Äquator, Meridiane, Grade, Minuten) führte. Dabei stellte sich auch die Frage, wo innerhalb eines definierten Systems die bekannten Teile der bewohnten Welt (Ökumene) zu lokalisieren seien - und, wenn man diese als nur etwa die Hälfte der nördlichen Halbkugel bedeckend feststellte, was man für die nicht bekannten Teile der Welt auf der Nord- und auf der Südhalbkugel anzunehmen habe. In all diesen Punkten scheint der in Alexandrien wirkende Philologe und Mathematiker Eratosthenes von Kyrene (ca. 284 - 202 v. Chr.) zu wichtigen Erkenntnisfortschritten beigetragen zu haben. Auch wenn über seine verschollenen Schriften nur indirekte Mitteilungen vorliegen, so ist doch anzunehmen, daß wohl er die 360-Grad-Einteilung der Erde vorschlug. Es gelang ihm ferner, aus der Messung des Sonneneinfallswinkels sowohl in Alexandria als auch in Syene (Assuan) und ihrer Differenz am Tage des höchsten Sonnenstandes im Jahr sowie unter Zugrundelegung der bekannten, ungefähr nord-südlich verlaufenden Entfernungslinie zwischen beiden Städten, mit 252.000 Stadien eine vermutlich gut angenäherte Schätzung des Erdumfangs (Kleomed. 1, 10). Und schließlich entwarf er eine Erdkarte, deren Elemente aus Strabo, Buch 1 und 2 bekannt und in den obigen Versuch, sie zu rekonstruieren, eingegangen sind.

Literatur: Hugo Berger, Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der Griechen, Leipzig 19032 S. 171 ff. (Die Lehre von der Kugelgestalt der Erde und ihre ersten Folgen), S. 384 ff. (Eratosthenes); Arpad Szabo, Das geozentrische Weltbild. Astronomie, Geographie und Mathematik der Griechen (1972), München 1992, S. 53 ff.

Christian Gizewski