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Griechisch-römische und chinesische Geschichte in interdisziplinärer Bearbeitung.

Zwei Beiträge.

a) Römische und chinesische Geschichte im Vergleich. Zur Möglichkeit eines gemeinsamen Altertumsbegriffs. Von Christian Gizewski.

Dieser Aufsatz wurde erstmals in KLIO 76 (1994), S. 271 - 302 veröffentlicht. An dieser Stelle wird er dem Internet- Leserkreis als pdf-Datei zugänglich gemacht.

Römische und chinesische Geschichte im Vergleich. Zur Möglichkeit eines gemeinsamen Altertumsbegriffs.

Der Aufsatz enthält historisch-theoretische Ausführungen

I. zur fachdisziplinär-methodischen Problematik eines historischen Vergleichs römisch-antiker mit ungefähr gleichzeitigen altchinesischen Geschichtsstrukturen,
II. zu einem für Vergleichszwecke wichtigen, angemessen gefaßten Kulturbegriff,
III. zu einem für komparativistische Zwecke angemessen gefaßten Altertumsbegriff und
IV. zur sinnvollen Konzeption eines Vergleichsrahmens - insbesondere im Hinblick auf die Epochenfolge -, welcher Vergleichsoperationen an systematisch entsprechenden Stellen ermöglicht und dabei die Beurteilung der Frage, ob Analogien auf Zufall beruhen oder auf ähnlichen Ausgangsbedingungen und Wirkungszusammenhängen.

Die Ausführungen verstehen sich mithin als Beitrag zu einer fortlaufenden Modernisierung der von J. G. Droysen begründeten Historik-Tradition. Ihr besonderes Interesse ist dabei darauf gerichtet, die seit dem letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts in Ausbildung begriffenen Methoden einer weltweit ausgreifenden Kulturkeis-Kompatratistik in einem erneuten Anlauf auch für das Fachgebiet 'Alte Geschichte' akzeptabel und fruchtbar zu machen. Der Blick wir dabei besonders auf eine 'Antike' des fernöstlichen Kulturkreises gerichtet.


This treatise contains historical-theoretical discussion

I. on disciplinary methodical problems of historical comparison including antique Roman and approximately synchronous antique Chinese structures of history,

II. on a concept of civilisation ('Kultur') necessary and suitably definded for purpose of historical comparison,
III. on a concept of antiquity suitably defined for purpose of historical comparison,
IV. on a pregnant conception of a framework of comparatitistic criteria ('Vergleichsrahmen') - especially regarding sequence of epoques - of complexes of geneticly related civilisations ('Kulturkreise'), which is able to perform systematical comparison of correspondent items, including evaluation of analogies in consideration of accident or similarity of conditions and processes in formation.

Accordingly explanations are intended as contribution to a permanent modernisation of basic historical theory ('Histotik') of the kind etablished by J. G. Droysen. Special interest is turned at the methods and cognitions of a universally comparative view of complexes of geneticly related civilisations ('Kulturkreiskomparatistik'), developed since the last third of the century passed by, the attempt being renewed to appreciate and to make use of them in the field of Ancient History ('Alte Geschichte') and a special regard being paid to an 'ancient history' of a Far East complex of geneticly related civilisations.

b) Rezension zu Michael Kordosis, China and the Greek World. An Introduction to the Greek-Chinese Studies with Special Reference to the Chinese Sources. I. Hellenistic-Roman-Early Byzantine Period 2nd c. B. C. - 6th c. A. D.). Thessaloniki 1992. Von Raimund Kolb und Christian Gizewski.

Diese Rezension wurde erstmals in KLIO 77 (1995), S. 481 - 489 veröffentlicht. In wissenschaftsreflexivem Zusammenhang mit dem Aufsatz zu a) wird sie an dieser Stelle auch im Internet publiziert.als

zusammenhängende pdf-Datei, besser lesbar seitenweise

481 - 482 - 483 - 484 - 485 - 486 - 487 - 488 - 489.

Diese Rezension behandelt - als Gemeinschaftsarbeit eines Sinologen und eines Althistorikers (des mittelmeerischen Altertums) - anhand des in seinem Ansatz beachtlichen und anregenden, wenn auch in wichtigen Punkten zu kritisierenden Werkes von M. Kordosis im Vordergrund die Frage, wie man aufgrund einer kritischen Sichtung der chinesischen Quellen des Altertums deren Vorstellungen über das westliche Ende der Seidenstraße deuten kann bzw. nicht deuten kann, geht jedoch im Hintergrund auf das generelle Problem und die Notwendigkeit fachgrenzüberschreitender Zusammenarbeit bei solchen wichtigen, (im weiteren Sinne) altertumsbezogerer Fragen ein, mit denen einzelne beteiligte Disiplinen nach ihrem gewachsenen und heute definierten Profil jeweils überfordert sein müssen.

This critique, untertaken by a sinologist and a historian of (mediterranian) Ancient History, primarily, treating the enriching and intentionally usefull, though - in some aspects - quite criticable work of M. Kordosis, deals with the question, how to interprete old chinese sources relating to the western end of the 'silk-road' - and how not to interprete. In the background however a general problem and necessity of interdisciplinary cooperation is reflected - concerning those important issues of Ancient History (in a wider sense) , which cannot suitably be solved by single scientific disciplines based on their grown and acrually definded profile.


An allen in dieser Abteilung SCRIPTORIUM präsentierten Skripten und Beiträgen behalten sich deren Autoren grundsätzlich ihr Urheberrecht vor. Dazu bitte ich, die Erläuterungen "ZUM ZWECK DES PROJEKTS" zu beachten. Christian Gizewski (christian.gizewski@tu-berlin.de).