Christian Gizewski, Dr. (phil.), Prof. für Alte und Allgemeingeschichte an der Fakultät I - Geisteswissenschaften - der TU Berlin, Rechtsanwalt ohne Kanzlei, Geschäftsadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin, Tel. und AB: 030-8337810 EP: christian.gizewski@tu-berlin.de, WWW-Seite: http://agiw.fak1.tu-berlin.de

An den
Präsidenten
des Bundesverfassungsgerichts
Schlossbezirk 3
76131 Karlsruhe

Betr.Verfassungsbeschwerdeverfahren 1 BvR 544/16 und 1 BVQ 15/16; meine Schreiben an Sie vom 22. Juni und 8. Juli 2016

Abwendung einer zum 10. Okt. 2016 von der zivilprozessualen Gegenseite beantragten Zwangsräumung meiner Wohnung trotz Offenheit der Entscheidung über meine Verfassungsbeschwerde und meinen Vollstreckungsschutzantrag.

Einschreibebrief 17. Sept. 2016

Sehr geehrter Herr Präsident!

Unter Bezugnahme auf den o. a. letzten Schriftwechsel mit Ihnen bitte ich Sie, im Rahmen des laufenden verfassungsgerichtlichen Vollstreckungsschutzverfahrens wenn möglich schnell dem Vorhaben der prozessualen Gegenseite entgegenzutreten, am 7. Okt. 2010, 10.00 meine Wohnung Tietzenweg 98, 12203 Berlin zu räumen.

Das Schreiben des von der zivilprozessualen Gegenseite beauftragten Gerichtsvollziehers und weitere die Vollstreckungsfrage betreffenden Anlagen füge ich bei.

Durch eine Zwangsräumung würde ich in meiner wissenschaftflichen und publizistischen Tätigkeit unabsehbar lang ausgeschaltet, wobei ich auch politische Gründe im Hintergrund vermute, und dazu wahrscheinlich in meinem labilen Altersgesundheitszustand beschädigt.

Ich lebe allein. Eine Neuordnung meiner Wohnung, die zugleich mein wissenschaftlicher und anwaltlicher Arbeitsplatz ist, könnte ich nur in eigener Person regeln. Die Arbeit daran hat bis zum heutigen Tage mindestens ein Jahrzehnt gedauert. Meine Alterskurzsichtigkeit und meine beschränkte Bewegungsfähigkeit beider Arme würden mich dabei jetzt aber weitgehend behindern. Die Reinstallation technischer Verbindungen und Einrichtungen wäre ggf ebenfalls eine monatelange Qual.

Das Vollstreckungsvorhaben beruht auf einem in allen wesentlichen Punkten.unbegründet gebliebenen landgerichtlichen Urteil, das auch späterhin keine erkennbare inhaltliche Überprüfung meiner Gegenargimente gefunden hat.

Das anfänglich von mir - nach früheren Erfahrungen - als auf der Vermieterseite stehend abgelehnte Landgericht veränderte diese Haltung in der Verhandlung nicht, etwa durch sorgfältige Fragen und Beweisanregungen, sondern überraschte erst am Tage der Urteilsverkündung mit einer Begründung, die meine wichtigsten Argumente gegenüber der Gegenseite unwiderlegt ließ und allein deshalb zu meinem Unterliegen führte. Nach wie vor bestreite ich etwa - wie mit meinem damaligen Vortrag - das Zustandekommen einer wirksamen Kündigung, also der Grundlage der jetzt versuchten Zwangsvollstreckung.

Christian Gizewski