UNIVERSITATI

ET POLITICAE ET LIBERAE ET CRITICAE.

Zur Ermöglichung und Selbstbehauptung einer politisch bewußten, freien und kritischen Universitätswissenschaft.

Gedenktag: 9. März 2013.

Das Original der 'Nike von Samothrake' ist entstanden um 190 v. Chr. und befand sich ursprünglich im Kabirenheiligtum der Insel Samothrake, um den Sieg irgendeines großen hellenistischen Königs über irgendeinen anderen großen - in einer heute unwesentlich erscheinenden Auseinandersetzung über den bestimmenden Einfluß auf den Handel im Norden der Ägäis und im Schwarzmeer-Bereich - mit dem Schein göttlicher Bestimmung zu versehen. Später ging sie dann - wohl bei irgendeinem Wechsel der politischen oder der religiösen Verhältnisse - zu Bruch. Die im Boden erhaltenen Stücke, die bei archäologischen Ausgrabungen im 19. Jht. wieder aufgefunden wurden, ließen sich zusammenfügen; doch war der Kopf nicht mehr dabei. - Ebenso ruinenhaft erhalten sind die

Eine der vielen Kopien der Rekonstruktion findet sich heute als Symbol einer Technischen Universität Berlin in deren Hauptgebäude-Lichthof (Abb. oben). Weist diese Statuen-Kopie einerseits auf die Verbundenheit auch der technischen Zivilisation der Gegenwart mit den wertvollen Überlieferungen der Antike hin, so gemahnt sie andererseits an die Geschichtlichkeit der Politik, der gesellschaftlich-ökonomischen Interessen und ihrer ideologischen Verkleidungen.

Will die Wissenschaft nicht deren Opfer oder Dienstbote werden, so darf sie sich nicht ihren eigenen Kopf nehmen lassen, sondern muß auf ihrer inhaltlich unbegrenzten politischen Selbstbestimmung allen staatlichen oder wirtschaflich-unternehmerischen Weisungen gegenüber bestehen (Politische Autonomie in wissenschaftlichen Grundsatzfragen). Ferner hat sie eine legitime, eigenständige Stellung in einem System politischer Gewaltenteilung (Gewaltenteilige Freiheit). Und schließlich steht ihr ein Recht auf fundierte wissenschaftliche Kritik an allem und jedem, auch in der Politik und vor allem in der Wirtschaft, zu.

Diese Rechte sind schon naturrechtlich begründet, orientieren sich aber auch an einem überstaatlichen Allgemeinwohl und ergeben sich nicht zuletzt in der Bundesrepublik Deutschland auch aus deren Grundgesetz. Als grundgesetzlich verbürgte Rechte der Wissenschaft verpflichten sie auch den Staat bei seiner Gesetzgebungs- und Verordnungstätigkeit.

Christian Gizewski

BEITRÄGE:

I. Zur Wissenschaftspolitik.

A. Ein Gegenkontrollverfahren zur systematischen Vermeidung von Begünstigungen bei Stellenbesetzungen im Hochschulbereich gemäß Art. 3 GG. Diskussionsmodell (Gizewski).

B. Anregungen zu einer Reform des derzeitigen Berliner Hochschulgesetzes (Gizewski).

C. Kritik an halbrichtigen, halbamtlichen Informationen über 'Karrierechancen' für Wissenschaftler. - Zum Kongreß "KISSWIN - Lust auf wissenschaftliche Karriere in Deutschland" d. J. 2010 in Berlin. (Gizewski).

II. Zu Wissenschaftsrecht und normativer Wissenschaftstradition.

A. Das Plagiat. Zur historischen Entwicklung und praktischen Bedeutung eines Rechtsbegriffs (Gizewski).

B. Zur Wissenschaftsfreiheit als politischer Meinungsäußerungsfreiheit (Gizewski).

III. Zum Sinn und zu den Perspektiven der Geistes- und Geschichtswissenschaften an der TU Berlin

A. Zur Verbesserung der WWW-Außendarstellung der TU Berlin am Beispiel der geschichtswissenschaftlichen Fachgebiete.

B.Andere Beiträge zur Zukunft der an der Technischen Universität in Berlin weiterhin nötigen allgemeinhistorischen Fachgebiete.


Verantwortlich: Prof. Dr. Christian Gizewski, Prof. für Alte Geschichte, TU Berlin, Fakultät I - Fachgebiete Geschichtswissenschaften. Privatadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin, Tel. und AB 030/8337810; WWW-Seite: http://agiw.fak.1.tu-berlin.de, EP: christian.gizewski@tu-berlin.de.