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P 1: ZUM ZWECK DES PROJEKTS.

Erläuterungen zum Projekt "Gizewski, Rechnergestützte Publikation und Lehre mithilfe von WWW-Seiten im Bereich der Alten Geschichte".

(Letzte Bearbeitung: April 2004) 

Die Entwicklung des INTERNET zu einem Jedermannsmedium geht auch an denjenigen Fächern und Sparten des Wissenschaftsbetriebs nicht vorbei, die seiner vielleicht nicht unbedingt bedürfen. Von den Vorteilen, die dieses Kommunikationssystem bietet, haben vor allem E-Mail- und WWW-Dienste, in Kombination mit den Schreib- und Speicherleistungen fortentwickelter Rechner, für die wissenschaftliche Arbeit und das Studium, auch im Bereich der Geschichtswissenschaft, beachtliche Neuerungen, Erleichterungen und Produktivitätssteigerungen nicht nur denkbar, sondern auch möglich gemacht.

Welche interessanten Einblicke, etwa in die Arbeit an anderen Wissenschaftsstandorten, und welche Gebrauchsvorteile, zum Beispiel bei der Bibliotheksrecherche, das WWW für Historiker - auch der älteren Geschichtsepochen - liefert, mag der Leser, wenn er es nicht schon einmal getan hat, selbst überprüfen, indem er einige der in der Abteilung ERATOSTHENES - nicht nur für Althistoriker - zusammengestellten URL-Adressen des In- und Auslandes anwählt.

Es wird ihm danach von selbst einleuchten, daß WWW-Seiten schon vielerorts - auch im Bereich der Geschichtswissenschaften - für Zwecke

der wissenschaftlichen Publikation,

des direkten Hochschulunterrichts,

des Fernunterrichts

überörtlicher Kooperations-Projekte,

des Bibliotheks- und Bestellwesens,

der allgemeinzugänglichen Archivierung und

der Recherche umfangreicher historischer Datenkomplexe

mit Erfolg genutzt werden.

1) Für Althistiorker und Altphilologen im deutschsprachigen Raum sei beispielshalber auf allgemeine, fachlich konzipierte Such-Systeme wie

http://www.phil.uni-erlangen.de/~p1ges/vl-dtld.html (Virtuelle Bibliothek Geschichte Universität Erlangen) oder

http://www.kirke.hu-berlin.de/ressourc/ressourc.html ('KIRKE' / ursprünglich Universität Erlangen, jetzt HU Berlin - Katalog der Internetressourcen für die Klassische Philologie)

hingewiesen. Auch im Ausland gibt es eine Anzahl vergleichbar ergiebiger und zumeist auch für längere Dauer installierter fachlicher Suchsysteme. Zu weiteren althistorisch und altphilologisch bemerkenswerten und nützlichen WWW-Einrichtungen siehe die umfänglichere exemplarische Auswahl 'WWW_SUCHINSTRUMENTE_GESCHICHTE' dieses WWW-Projekts.

Für die wissenschaftliche Suche oft ergiebig sind auch die allgemeinen, nicht wissenschaftlich-fachlichen Suchmaschinen wie z. B.

'Altavista' http://www.altavista.com/ oder

Yahoo http://www.yahoo.com oder

'Eule' http://www.eule.de/ oder

'DINO' http://www.dino-online.de/suche.html und insbesondere

'Google' http://www.google.de/

genannt, die manchmal wegen der Weite oder Besonderheit ihres jeweiligen Sammelauftrags sogar leistungsfähiger sein können als die speziell wissenschaftlich konziperten.

2) Ein für Althistoriker und Altphilologen beispielgebendes Beispiel, was die praktische wissenschaftliche Verwendung des Internets durch einen einzelnen Wissenschaftler betrifft, ist das WWW-Projekt des Altphilologen James O'Donnell, vormals University of Pennsylvania, jetzt Georgetown University:

http://ccat.sas.upenn.edu/jod/jod.html und http://www.georgetown.edu/faculty/jod/ WWW-Gesamt-Projekt des Altphilologen James O'Donnell (früher University of Pennsylvania/Philadelphia, jetzt Georgetown University, Washington D. C.).

O'Donnell macht nicht nur vor, wie wissenschaftlich seriös und produktiv das WWW-Medium genutzt werden kann, sondern läßt auch erkennen, welche praktischen Schwierigkeiten seine Benutzung selbst im Betrieb nordamerikanischer Universitäten bereitet; aus diesem Grunde gibt er m. E. sehr praktikable Ratschläge für die Einführung und Benutzung des Mediums auch in der wissenschaftlichen Lehre.

Ein weiteres Beispiel für einen einfach zu handhabendenen und für den wissenschaftlichen Austausch - auch über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg - außerordentlich sinnvollen Gebrauch der Internet-Publikationsmöglichkeiten, stellt etwa die WWW-Seite des Althistorikers Konrad K. Kinzl, Trent-Universita, Canada dar:

http://www.trentu.ca/ahc/resources.html#dir Resources on the Internet for Ancient History and Classics Hg. K. H. Kinzl, Trent-University, Canada.

3) Gewiß gibt es bei dem Empfang und bei der Herstellung von WWW-Seiten manche Probleme, über die man nicht einfach hinwegsehen kann.

Teilweise sind sie technischer Art. Sie können Interessenten unterschiedlich betreffen. Manchmal verschwinden sie allerdings irgendwann im Lauf der technischen Entwicklung. So ließ sich zum Beispiel früher auf einer WWW-Seite nicht gleichzeitig in mehreren Weltschriften - also z. B. zugleich lateinisch, griechisch und hebräisch - schreiben, und manche ältere Empfangsprogramme, soweit sie heute noch genutzt werden, schließen diese Möglichkeit natürlich weiterhin aus. Das war für einen im WWW arbeitenden Althistoriker lästig, weil er sich mit mehr oder weniger groben Umschriften behelfen mußte. Mit der technischen Entwicklung ist das heute aber anders geworden. - Auch für Bild-, Video- und Audiodateien gab es früher gewisse technische Übertragungsschwierigkeiten. Mittlerweile hat aber die Einführung neuartiger Dateitypen ebenso wie die erheblich größere Leistungsfähigkeit der normalerweise verbreiteten Jedermanns-Rechner deren wissenschaftliche Nutzbarkeit erheblich verbessert. - Ähnliches darf man für diese oder jene verbliebene oder evtl. neu auftretende technische Schwierigkeit erhoffen.

Manche Probleme der Internetnutzung sind sprachlicher Art. Lästig für den Normalbenutzer, der sich des heute als so zukunftsträchtig angepriesenen Mediums ja an sich ohne größere Probleme sollte bedienen können, sind z. B. die vielen kurzen und unverständlichen, in ihrer - oft simplen - technischen Spezialbedeutung lexikalisch kaum und aus Handbüchern noch weniger zu ermittelnden, ohne Not englisch gehaltenen Worte des Rechnergebrauchs, von 'browser' (=Empfangsprogramm) über 'preferences' (=Einstellungen) bis 'slash' (=Schrägstrich). Es liegt aber letztlich auch am Benutzer selbst, diesen Sprachgebrauch für sich selbst und andere durch kurze und ihm wie anderen verständlichere Worte zu ersetzen: es gibt, insbesondere für Wissenschaftler, keine vorgeschriebene internetbezogene Redeweise oder gar Sprache.

Einige Unannehmlichkeiten, ja Belästigungen, zumindest aus der Perspektive des wissenschaftlichen Austauschs, ergeben sich, was Kosten und Zeitaufwand betrifft, aus der marktgemäß unordentlichen Konkurrenz bewußt verschiedenartig gehaltener Betriebssysteme und aus der dem Nutzer oft aufgerängten Beseitigung ('Aktualisierung') etablierter, gut funktionsfähiger Programme durch immer wieder neue verkaufsförderliche Neuentwicklungen. Auch die offenbar immer größer werdenden allgemeinen Probleme des Virenschutzes und der Abwehr von Rechnerausspähungsversuchen belasten den Nutzer mit an sich unnötiger Arbeit und nicht geringen Kosten.

Einige 'Probleme' bestehen jedoch auch darin, daß ein größerer Teil - nicht mehr der Studenten, wohl aber - der ohne Internet großgewordenen Wissenschaftler zwar mittlerweile einen leistungsfähigen Rechner gestellt erhalten oder privat erworben hat, aber ihn nicht in eigener Person wirklich wissenschaftlich zu nutzen versteht oder gewillt ist. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und teils verständlich; es wird aber m. E. so in einer manchmal etwas uneinsichtig wirkenden Weise allerlei Kreativitätspotential verschenkt. Denn bei allen Schwierigkeiten, die im Wissenschaftsbereich der Verwendung der Internet- und generell der elektronischen Publikationstechniken immer noch entgegenstehen und auch vonseiten der Hersteller und vieelicht sogar durch eine staatliche Marktaufsicht beseitigt werden sollten, bieten diese doch schon in ihrer jetzigen Form einen Fortschritt der individuellen und kollektiven wissenschaftlichen Arbeitsmöglichkeitenan, von dem die Wissenschaft bisher m. E. nur träumen konnte. Zur Veranschaulichung dessen siehe: Stichworte zur Nutzung elektronischer Mittel im Hochschulbereich.

Bei dem Projekt 'Alte Geschichte im WWW', einem von mir beantragten, an der ZRZ der TU Berlin zugelassenen, nicht-kommerziellen Projekt, geht es mir als Herausgeber und Einzelbearbeiter seit 1995 darum, diesen Fortschritt praktisch zu erproben, etwa soweit sich die Frage stellt, was man als Hochschullehrer für Alte Geschichte unter den gegenwärtigen Bedingungen des Hochschulbetriebs sinnvoll mit einer eigenen WWW-Seite anfangen kann. Aber auch andere, allgemeinere Fragen, zum Beispiel nach der Nutzbarkeit des Internet im Bibliothekswesen einer Hochschule oder nach der Kostenbelastung von Wissenschaftlern mit ihrem Gebrauch des Internet, stellen sich.

Aus Gründen der begrenzten Arbeitskraft, Zeit und Finanzmittel eines einzelnen Bearbeiters kann ein Projekt wie das hiesige nicht zu so etwas wie einer elektronischen Zeitschrift für Alte Geschichte werden.

Es hat nach wie vor Experimentalcharakter; dies vor allem insoweit, als seine Gestalt und seine Inhalte in unbeschränkter Eigenverantwortlichkeit des Wissenschaftlers, ganz nach Zweckmäßigkeit und Lage, schnell und zielgerecht entwickelt und verändert werden können.

Das erfordert allerhand Arbeit und Stehvermögen. Der Herausgeber ist alles in einer Person: Konzeptentwickler, Textautor unter den neuen Bedingungen der medial vielseitigen Internetkommunikation, technischer Gestalter und sogar ein bißchen Systemadministrator. Er macht außerdem dabei manche Fehler und ist in besonderer Weise - wegen der ggf. weiten Ausstrahlung seiner Internet-Botschaften. - zu ständiger Fehlerbeseitigung verpflichtet. Aber dies alles stellt eine interessante Herausforderung, insbesondere unter dem Aspekt einer nicht nur ideell postulierten, sondern faktisch möglichen, wissenschaftlich-autonomen Publikation und Kommunikation, dar. Insoweit ist das Projekt der wissenschaftlichen Mühe wert und - auch als Einzelbearbeiter-Modell - weiterentwicklungsfähig.

Wer etwas Ähnliches versuchen möchte, mag mich gern ansprechen. Auch die Übernahme von Autoren-Beiträgen in die verschiedenen Abteilungen dieser WWW-Seite ist nach Absprache mit dem Herausgeber prinzipiell möglich.

Zum Schluß noch eine Bemerkung zur Benutzung der Leistungen dieses WWW-Projekts. Die in seinen verschiedenen Abteilungen - überall kostenlos - präsentierten Beiträge sollen in Übereinstimmung mit dem Auftrag einer öffentlich-rechtlich verfaßten Hochschule die wissenschaftliche Lehre und generell den wissenschaftlichen Austausch fördern. Ihre unkomplizierte Verwendung für den wissenschaftsbezogenen, persönlichen Gebrauch aller Studenten, Wissenschaftler-Kollegen und sonst ideell Interessierten - innerhalb und außerhalb der TU Berlin - ist nicht nur zulässig, sondern erwünscht.

Die Beiträge dienen jedoch auf gar keinen Fall kommerziellen Zwecken. Die kostenlose Verwendung vieler Elemente dieser WWW-Seite durch den Herausgeber ist nur unter dieser Bedingung mit Zustimmung der Urheberrechts-Inhaber möglich gewesen. An allen in das Projekt eingearbeiteten Beiträgen und Materialien, behalten sich deren Autoren deshalb, sofern sie ausdrücklich als Autoren angegeben sind, gegenüber allen Absichten kommerzieller Verwendung ihr Urheberrecht i. S. des Urheberrechtsgesetzes vor. Das bedeutet u. a., daß sie einem Nach-Druck oder einer sonstigen Vervielfältigung ihrer Beiträge, die über die wissenschaftsübliche persönliche Nutzung hinausgeht, ausdrücklich zustimmen müssen. Sie werden dies in der Regel dann tun, wenn sie zuvor um ihre Zustimmung gebeten werden. Zu diesem Zweck können und sollten sie rechtzeitig jeweils direkt angesprochen werden.

Was ferner den nur zitierenden Gebrauch fremder geistiger Leistungen aus dieser WWW-Seite betrifft, so ist die wissenschaftsübliche genaue Zitierweise selbstverständlich und oftmals auch rechtlich geboten.

Der Herausgeber ist, was seinen eigenen Gebrauch fremder Leistungen betrifft, bemüht,

urheberrechtlich nötige Genehmigungen rechtzeitig einzuholen,

eine genaue, wissenschaftsübliche Zitierweise zu praktizieren und

darüberhinaus den erheblichen Leistungen, die in entnommenen Tabellen, Abbildungen, Übersetzungen, Tondarbietungen, Filmsequenzen u. a. enthalten zu sein pflegen, durch ausdrücklichen Hinweis auf die jeweilige Herkunftsquelle und die Arbeit ihrer Autoren oder Verleger gerecht zu werden.

Im Falle von Anregungen und Einwänden bitte ich freundlich um Benachrichtigung. 

DER HERAUSGEBER, Christian Gizewski, EP: Christian.Gizewski@mailbox.tu-berlin.de.