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BIBLIOTHEKSBETREUTE WISSENSCHAFTLICHE INTERNETPUBLIKATIONEN.

Entstanden i. d. J. 2000/2001. Überarbeitung des Textes am 27. 7. 2011

Zur Vereinfachung der Diskussion und Beratung einer praktischen Umsetzung des Grundgedankens einer bibliotheksbetreuten wissenschaftlichen Internetpublikation werden hier verschiedene Diskussionspapiere zum Thema eingestellt. D. Hg.

Übersicht:

1) Denkschrift vom 4. Okt. 2000.

2) Vertragsformularmuster in exemplarischer Anwendung auf ein konkretes Publikationsprojekt (AGiW Nr. 8. v. 21. 4. 2001).

3) Fortentwickeltes Musterformblatt in exemplarischer Anwendung auf ein konkretes Publikationsprojekt (AGiW Nr. 8. v. 21. 4. 2001).

4) Zum Stand der Beratungen am 27. Juli 2001.

5) Stellungnahme des TU-Präsidiums vom 22. Nov. 2001.

6) Weitere Anregungen für ein universitätseigenes elektronisches Publikationssystem 10. Dez. 2001.

7) Modell für die Nutzung elektronischer Dienstleistungen der Universitätsbibliothek der TU Berlin für wissenschaftliche Publikationsreihen durch Institute an der TU Berlin vom 5. März 2002


1) DENKSCHRIFT vom 4. Okt. 2000:

Dr. Christian Gizewski
Professor für Alte Geschichte
am Fachbereich Kommunikations- und Geschichtswissenschaften
der Technischen Universität Berlin,
Privatadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin,
TEL, AB und FAX: 030/8337810,
EP: [gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de],
WWW-Seite: [http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW].
4. Okt. 2000

An das Präsidium der Technischen Universität Berlin

über den Vizepräsidenten 3, Herrn Prof. Abel.

DENKSCHRIFT ZUR FRAGE BIBLIOTHEKSBETREUTER WISSENSCHAFTLICHER INTERNETPUBLIKATIONEN.

Herrn Bibliotheksdirektor Dr. Zick, Herrn Penke, Abteilung Dokumentation bei der Bibliothek der TUB, und Herrn Prof. Rebensburg zur Information.

Sehr geehrte Herren!

Die nachfolgenden, zur Verdeutlichung der Grundgedanken kurzgehaltenen Erörterungen leite ich dem Präsidium der Technischen Universität mit der freundlichen Bitte um ein positives Votum und um Unterstützung aller Beteiligten bei der energischen Weiterbearbeitung etwa noch offener Fragen des wissenschaftlichen und administrativen Verfahrens zu. Zugrunde liegen Beratungen einer kleinen Gesprächsrunde, der der Direktor der Universitätsbibliothek der TU Berlin, Herr Dr. Zick, der Leiter der Hauptabteilung Dokumentation an der TU-Bibliothek, Herr Penke, und ich als systematisch im Internet publizierender wissenschaftlicher Autor und in dieser Angelegenheit freiwillig und unentgeltlich agierender, sachlich engagierter Privatinitiativist aus dem Bereich der TU Berlin angehören. Auch mit Herrn Prof. Rebensburg habe ich in den vergangenen Monaten im Hinblich auf sein (von mir prinzipiell befürwortetes) Konzept einer universitätsgestützten Vorrichtung für ein Internet-Angebot marktmäßig veräußerbarer wissenschaftlicher Autorenleistungen ('Bildungsshop'-Konzept) immer wieder Kontakt aufgenommen. Ich fasse wegen der Ferienzeit meine persönlichen Eindrücke und Konsequenzen aus diesen Gesprächen jetzt zusammen und bitte Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten ebenfalls um eine möglichst baldige Erörterung und Erwiderung.

Im Rahmen der Universitätsbibliothek der TU Berlin ist, wie Sie wissen, seit längerem prinzipiell beabsichtigt, die Möglichkeit der bibliotheksbetreuten elektronischen Publikation grundsätzlich über den Kreis der Dissertations- und Habilitationsschriften hinaus auf alle formal ausreichend als wissenschaftlich hochqualitativ erweislichen wissenschaftlichen Werke, für die die Urheberrechtslage dies zuläßt, zu erweitern. Wie bei den Dissertations- und Habilitationsschriften ist dabei primär an den Kreis der wissenschaftlichen Autoren gedacht, die der TU Berlin korporationsrechtlich zugehören oder zugehört haben. Ob ferner die in Aussicht genommenen wissenschaftlichen Arbeiten einen Marktwert im engeren wirtschaftlichen Sinne haben oder - wie bei wissenschaftlichen Arbeiten im allgemeinen üblich - nicht, soll für die Auswahl und für die formale Präsentation im Internet ausdrücklich keine Rolle spielen; es soll nur auf ihren wissenschaftlichen Wert ankommen.

Die seit einigen Jahren bestehenden Möglichkeiten elektronischer, weltweiter Publikation kommen - wie allgemein bekannt, aber m. E. vielfach seltsam folgenlos bleibend - in fundamentaler Weise einem Bedürfnis des individuellen Wissenschaftlers nach freier, hochwirksamer und wissenschaftlich hochqualitativer Publikationstätigkeit, zugleich aber auch einem oft gegebenen wissenschaftlich-institutionellen Zweck der schnellen, unkomplizierten und, soweit von den Autoren gewünscht, sogar kostenlosen Internationalisierung wissenschaftlicher Entwicklungen in Forschung und Lehre entgegen.

Dies Bedürfnis und dieser Zweck werden durch die fachspezifischen Systeme wissenschaftlicher Druckpublikationen bisher zwar qualitativ teilweise wirkunsgvoll, aber quantitativ im allgemeinen nur sehr beschränkt abgedeckt. Gerade für jene geschätzten bis zu 90 % hochwertvoller wissenschaftlicher Arbeiten, die von ihrer Anlage oder Zweckbestimmung her keinen Marktpreis i. e. S. zu erzielen geeignet sind oder auf sonstige Druckpublikationshindernisse unterschiedlicher Art stoßen, ergibt ich mit der Internet- oder CD-Publikation eine sowohl für die einzelnen Wissenschaftler als auch für den Wissenschaftsbetrieb als ganzen äußerst wertvolle Verbreitungschance.

Die Universitätsbibliotheken - hier die Bibliothek der TUB- könnten und sollten ihrer heutigen Zweckbestimmung nach m. E. in den Stand gesetzt werden, dem erwähnten, angesichts der technologischen Entiwicklung des Internet unverständlich gewordenen Mangel schnell und unaufwendig abzuhelfen, indem sie ein geeignetes Verfahren für die Annahme und Betreuung elektronischer wissenschaftlicher Publikationen in ihrem Rahmen bereitstellen.

Mit dem hier vorgeschlagenen Verfahren soll vonseiten der Bibliothek

  • die fachliche wissenschaftliche Kompetenz des Autors und der wissenschaftliche Wert seiner Publikation nach rein formalen Kriterien vorgeprüft und ausreichend sicher festgestellt,
  • die bibliothekarische Erschließung optimiert und für das breite Publikum offengelegt und
  • die möglichst dauerhafte Archivierung und Lesbarkeit - auch unter Bedingungen eines schnellen technologischen Wandels - gesichert

werden .

Die technischen, fachlichen und administrativen Probleme für eine derartige Annahme und Betreuung elektronischer Publikationen sind im Bereich der TUB für den Kreis der Dissertations- und Habilitationsschriften bereits gelöst worden, nachdem die Universität und ein großer Teil der Fachbereiche vor nicht langer Zeit die entsprechenden Beschlüsse gefaßt haben.

Für die Bewältigung der bei der Vielfalt weiterer Arten wissenschaftlicher Publikationen sicherlich auftretenden, im ganzen aber nur geringfügigen Probleme

  • der formalen Vorprüfung der wissenschaftlichen Fachkompetenz und Werkqualität und
  • der bibliotheks- oder programmtechnischen Seite der Archivierung und Internetverbreitung

stehen schnell einsetzbare und angesichts des wissenschaftlichen Bedarfs sinnvolle Lösungen bereits jetzt ausreichend zur Verfügung, die wenigstens so weit gediehen sind, daß sie sich für eine ernsthafte, umfassende und längerdauende Erprobung im Rahmen eines Projekts eignen.

Solche jetzt gegebenen Lösungen können zwar angesichts der schnellen Entwicklungen im Internetbereich nicht für alle Zukunft sichern, daß etwa eine mit bestimmten Programmen hergestellte Internetpublikation im Internet langfristig ohne jegliche Veränderung zugänglich und lesbar bleibt. Sie können jedoch gewährleisten, daß der Aufwand sowohl der Bibliothek als auch der Autoren vertretbar klein bleibt; den Autoren wird leider - anders als bei Druckpublikationen - ein gewisses Maß an ggf. durch die technologische Entwicklung bedingter, eigenverantwortlicher technischer Umgestaltung ihrer elektronisch publizierten Werke zugemutet werden müssen.

Wartete man jedoch in dieser Hinsicht irgendwelche auf dem Markt der Programmentwickler naturgemäß immer wieder angekündigten, besser tauglichen und größere Dauerhaftigkeit versprechenden technologischen Zukunftsentwicklungen ab bzw. wartete man, bis sie sich allgemein durchgesetzt haben, so würde man vermutlich auf einen im Entwicklungsprozeß ständig weiter wegrückenden Idealzustand hoffen. Den Bibliotheken bleibt nach meiner Einschätzung prinzipiell nichts anderes übrig, als vom jetzigen Zustand der Internetentwicklung und dem bereits heute vorliegenden Reservoir elekronisch verfaßter, aber noch nicht im Netz zugänglicher Publikationen auszugehen und dabei so vorsichtig zu verfahren, daß Umarbeitungen in Zukunft einen möglichst geringen Arbeitsaufwand für alle Beteiligten erfordern.

Das Präsidium wird deshalb ausdrücklich gebeten, einer Umsetzung des hier vorgeschlagenen, jetzt realisierbaren Annahme- und Betreungsverfahrens auf der Basis der jetzt zugänglichen und allgemein verbreiteten Internet-Technologie zuzustimmen und sie zu unterstützen. Es ist dabei insbesondere zu bedenken, daß die Umsetzung des oben formulierten wissenschaftlichen Bedarfs in praktisch-bibliothekarische Aktivität nun schon seit Jahren vor allem deswegen auf sich warten läßt, weil immer wieder 'Neuerungen' im Internetbereich auftreten. Hier sollte deshab im fachlichen Interesse der Wissenschaft zumindest ein Weg gefunden werden, der das vorgeschlagene Verfahren einerseits schnell und andererseits mit einer begrenzten zeitlichen Pespektive, d. h. bis eventuelle, heute noch nicht erkennbare Mängel sichtbar werden, gangbar macht (Projektform). Die Technische Universität stünde im übrigen, was speziell ein solches Verfahren betrifft, nach meiner Einschätzung an der Spitze der Entwicklung zumindest in dem für mich überschaubaren deutschsprachigen Wissenschaftsbereich.

Das vorgesehene Verfahren ergibt sich mit ausreichender Deutlichkeit aus dem beigefügten, von mir ausgearbeiteten Muster eines 'Bibliothekarischen Indexblattes', das die bibliothekarisch nötigen Elemente einer sog 'Dublin-Core'-Erhebung mit anderen, für die Autoren und Leser nützlichen, freiwilligen Angaben kombiniert.

Es ist ein Verfahren angedacht, das den Zweck einer fachlich ausreichenden Qualitätssicherung und andere eher technische und bibliothekarische Notwendigkeiten mit einem Minimum an zusätzlichem finanziellen und personellen Aufwand bei der Aufnahme-Prüfung und bei der Betreuung der Publikationen verbindet. Da das Verfahren, wie ich annehme, bei geeigneter Bekanntmachung seiner Vorteile schnell und in größerem Umfang angenommen werden wird, wird es von Anfang an einen gewissen finanziellen und personellen Mehrbedarf der Universitätsbibliothek mit sich bringen. In jedem Falle müßte von Anfang an sichergestellt werden, daß irgendeine entsprechend vorbgebildete, gewandte und kompetente Person mit ihrer Arbeitskraft für die Prüfungs- und technischen Administrationsaufgaben zur Verfügung stünde. Dabei wäre zu bedenken, daß diese Aufgaben zumindest gelegentlich sachlich und auch persönlich schwierig sein können, selbst wenn die Voraussetzungen einer Annahme von uns weitgehend formal gehalten wurden. Eine solche Lösung wäre zweifellos billiger, unkomplizierter und effektiver als jede Form eines (in diesem Falle m. E. unsinnigen) 'wissenschaftlichen Herausgebergremiums'. Für Konflikt- und Beschwerdefälle sollte es allerdings einen fachlich und juristisch angemessen kompetenten Überprüfungsausschuß bei der Bibliothek geben, der im Wege der Vermittlung oder durch rechtsmittelfähigen Bescheid zu handeln berechtigt wäre.

Zu einer eingehenderen Erläuterung, sollte sie von Ihnen gewünscht werden, bin ich gern bereit. Dasselbe gilt, soweit ich sehe, für meine bisherigen Gesprächspartner an der TU-Bibliothek.

Die im Augenblick aus meiner Sicht noch fehlenden Entwürfe

  • einer Nutzungsordnung der UB TUB für Autoren elektronischer Publikationen in ihrem Bereich und
  • eines formularmäßigen Nutzungsvertrags, der verschiedene Rechte und Pflichten beider Seiten festhält,

könnte ich in absehbarer Zeit ohne größere Schwierigkeit sachgerecht ausarbeiten und Ihnen auf Wunsch ebenfalls zuleiten.

Allerdings würde ich dabei gern davon ausgehen können, daß das hier vorgelegte Konzept Ihre generelle Zustimmung findet; denn es wäre doch eine Menge Arbeit zu tun.

Erlauben Sie ferner noch eine (kleine) Klage. Wegen der von mir immer wieder und an unterschiedlichen Stellen beobachteten, teils durchaus verständlichen, manchmal aber auch völlig unerklärlichen erheblichen zeitlichen Verzögerungen bei der Beratung eines von allen Beteiligten gleichermaßen befürworteten, klar formulierten, umsetzbaren und zukunftsträchtigen Grundgedankens (der bibliothekarisch administrierten Form hochwertiger wissenschaftlicher Internetpublikation) bin ich hin und wieder ein wenig besorgt, ob der Rahmen der bisherigen Konzeptentwicklung und -beratung zu sinnvollen Ergebnissen führen kann. Am leichtesten und unkompliziertesten habe ich mich bisher mit Herrn Penke von der Dokumentationsabteilung der TU-Bibliothek über Chancen und Grenzen dieses Konzepts verständigt. Alles andere dauert und dauert wegen der terminlichen oder sonstigen Belastung der Angesprochenen. Daraus erkläre ich mir immer mehr, daß ein vernünftiger Grundgedanke nun über Jahre hin im Universitätsbereich nicht zur Anwendung kommt. Ich bitte Sie freundlich, diesen Hinweis bei Ihren Beratungen über einen geeigneten Rahmen künftiger Konzeptentwicklung mitzuberücksichtigen.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie eine Antwort außer an mich direkt auch an alle oben Genannten richten könnten.

Mit freundlichem Gruß

C. Gizewski

*ANLAGE [Der Denkschrift war eine Musterformblatt beigefügt, das sich in verbesserter und fortentwickelter Form oben zu Nr. 3 findet. C. G.]


2) Vertragsformularmuster in exemplarischer Anwendung auf ein konkretes Publikationsprojekt (AGiW Nr. 8. v. 21. 4. 2001):

Vertrag über die bibliothekarische Nutzung und Archivierung einer elektronischen Publikation.

Die Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin (Abk.: die Bibliothek)

und Herr Prof. Dr. Christian Gizewski (Abk.: der Veröffentlicher)

schließen folgenden Vertrag über die bibliothekarische Nutzung und Archivierung

der nachstehend genau bezeichneten elektronischen Publikation in CD-Form (Abk.: die Publikation)

" Sämtliche Ausgaben des elektronischen Projekts 'Alte Geschichte im WWW' ('AGiW'; URL-Adresse: http://www-tu-berlin.de/fb1/AGiW), Hg. C. Gizewski, gegenwärtig (Mai 2001) umfassend Nr. 1 bis 8 / SS 1997 bis WS 2000/2001" in drei CD (2 Exemplare).

1. Zwei Exempare der Publikation gehen kostenlos in das dauernde treuhänderische Eigentum der TUB-Bibliothek über und werden von dieser bibliothekarisch verwaltet, archiviert (ein Exemplar) und wissenschaftlichen Interessenten für ihre Benutzung zur Verfügung gestellt (das zweite Exemplar). Die Bibliothek kann die elektronische Publikation im Einvernehmen mit dem Veröffentlicher auch in eigener Verantwortung ganz oder teilweise als WWW-Publikation bereitstellen.

2. Der Veröffentlicher erklärt, daß er Autor sämtlicher als Eigenarbeiten deklarierter Bestandteile der Publikation ist und im übrigen sämtliche urheberrechtliche Fragen im Zusammenhang mit eigenen oder fremden Beiträgen zu der Publikation rechtlich angemessen geklärt hat. Er erklärt ferner, daß die eingereichten CD in abschließende Form gebracht, nicht weiter beschreibbar und von ihm technisch gründlich überprüft worden sind. Der Veröffentlicher ist für eine eventuelle Unrichtigkeit dieser Angaben selbst verantwortlich. Der Veröffentlicher erkennt seine persönliche Autorenschaft und Verantwortlichkeit durch Leistung seiner mit Datum und Kurzbezeichnung der Publikation verbunden Unterschrift auf jeder von ihm eingereichten CD an.

3. Der Veröffentlicher hat das Recht und die Pflicht der Bibliothek gegenüber, die eingereichte Version in angemessenen Abständen zu ergänzen, zu ersetzen und/oder zu erneuern, soweit das wegen inhaltlicher Fortentwicklung der Publikation, wegen Verlustes oder Beschädigung der CD oder aus empfangstechnischen Gründen geboten und ihm ohne größere Schwierigkeiten möglich ist. Die Bibliothek verpflichtet sich dem Veröffentlicher gegenüber, im Rahmen ihrer üblichen Bestandsverwaltung Schädigungen oder Verlust der CD durch Benutzer vorzubeugen und dafür ggf. auch die Ausleihe angemessen zu begrenzen oder auszuschließen.

4. Die Publikation erfüllt nach Auffassung der Bibliothek und des Veröffentlichers formal einschränkungslos die nötigen wissenschaftlichen Qualitätsvoraussetzungen.

5. Alle Positionen des für die bibliothekarische Verwaltung der Publikation nötigen bibliothekarischen Indexformblatts sind vom Veröffentlicher und der Bibliothek gemeinsam überprüft und schriftlich festgehalten worden.

Berlin, den

.............................................

Unterschrift

.............................................

Unterschrift


3) Fortentwickeltes Musterformblatt (Gizewski).in exemplarischer Anwendung auf ein konkretes Publikationsprojekt (AGiW Nr. 8. v. 21. 4. 2001):


Bibliothekarisches Indexblatt für elektronische Publikationen unter Verwaltung der Bibliothek der TU Berlin.

Hinweise zu den folgenden, aus bibliothekarischen Gründen allgemeinüblichen und unerläßlichen Eingaben erhalten Sie über die Querverweise ('links') zu den einzelnen Nummern im Anmerkungsteil des Formulars (unten unter 'Hilfestellung für die Eingabefelder'). Die eingetragenen Angaben, soweit sie obligatorisch sind, werden in einem international üblichen Verfahren (orientiert am dem Muster des 'Dublin Core') bibliotheksintern ausgewertet. Felder, deren Ausfüllung zwar zweckmäßig, aber Ihnen freigestellt ist, können Sie selbstverständlich überspringen. Bei Unklarheiten nehmen Sie ggf. rechtzeitig die Beratung der Bibliothek in Anspruch. Vor einer vollständigen Erhebung aller nötigen Angaben kann eine elektronische Publikation im Rahmen der TU Berlin nicht stattfinden.

1) Autor:

Christian Gizewski

2) Angaben zur Person in Stichworten (freiwillig):

Dr. Christian Gizewski, Professor für Alte Geschichte am Fachbereich Kommunikations- und Geschichtswissenschaften der Technischen Universität Berlin.

3) EP-Adresse und/ oder Postanschrift des Autors (freiwillig):

Technische Universität Berlin, Fachbereich 1, Institut für Geschichte und Kunstgeschichte, Ernst-Reuter-Platz 7, 10587 Berlin.

Privatadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin, TEL, AB und FAX: 030/8337810, EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de .

4) Titel und Untertitel der wissenschaftlichen Publikation:

ALTE GESCHICHTE im WWW (8. Ausgabe, WS 2000/2001)
Experimentelles WWW-Projekt für wissenschaftliche Lehre, Publikation, Diskussion und Nachrichten auf dem Gebiet der Alten Geschichte (AGiW).

CD-Fassung des gesamten Inhalts der WWW-Seite http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW . Stand: 21. April 2001

5) Archivstandort der Bibliotheksakte der Publikation und Bibliothekssignatur:

Universitätsbibliothek (UB) der TU Berlin
Noch keine Signatur

6) Formaler Qualitätsnachweis:

Hg. veröffentlicht alle Elemente der WWW-Seite 'AGiW' im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts, das er als Hochschullehrer an der Technischen Universität Berlin betreibt.

7) Zeipunkt ihrer Letztbearbeitung, Angaben zu Umfang, Dateienstruktur, Betriebssstem des erzeugenden Rechners und den wichtigsten Erzeugerprogramme für die verschiedenen Dateiarten der CD-Publikation zum Zeitpunkt ihrer Letztbearbeitung:

21. 4. 2001

241, 7 MB

1029 Dateien, 99 Verzeichnisse,

Macintosh OS D1 8.6

Acrobat 4.0.5 (PDF-Text)
Adobe GoLive 5.0 (HTML-Text)
Adobe Photoshop 4.0 LE (Graphiken)
AvidVideoShop3.0 D (Audio-Dateien)
Graphic Converter 3.7.1 (Graphiken)
NetscapeCommunicator 4.7 (HTML-text)
SoundUp2.5.1 (Audio-Dateien)

8) Druck- oder/und elektronische Veröffentlichung(en) an anderer Stelle (freiwillig):

Mehrere Elemente, insbesondere zahlreiche Beiträge zur Abteilung 'Scriptorium', liegen auch als Druckveröffentlichungen vor.

Das Internet-Projekt 'AGiW' unter URL-Adresse http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW enthält den CD-Inhalt in stetiger Fortentwickelung.

9) Sachgrupppe der DNB.

Alte Geschichte

10) Zusammenfassung ('abstract' oder 'Buchklappentext') der Publikation:

Die Zwecke des Projekts 'AGiW' werden in mehreren Abteilungen verfolgt:

I. Abteilung 'Auditorium' faßt vor allem buchartige Lehrveranstaltungsgskripten zusammen:

A 1: WWW-Skript "Antike Wirtschaft. Eine systematische und illustrative Einführung in Rahmenbedingungen, Funktionszusammenhänge, Typen und Konzepte antiken Wirtschaftens" (zur Vorlesung/Übung im SS 1997). - A 2: WWW-Skript "Landwirtschaft und bäuerliche Lebensform im Altertum des fernöstlichen und des nahöstlich-mediterranen Raums" (zur Vorlesung/Übung im WS 1997/98). - A 3: WWW-Skript "Moderne politische Ideenwelt und_antike Tradition. Eine systematische Übersicht" (zur Vorlesung/Übung im SS 1998). - A 4: WWW-Skript "Historik der Alten Geschichte. Zeitgeist und Geschichtsphilosophie in wissenschaftlichen Konzepten der Altertumsgeschichte" (zum Hauptseminar im WS 1998/99). - A 5: WWW-Skript "Religion und Geschichte in der Bibel und in anderen antiken Quellen"(zur Vorlesung/Übung "Die Bibel als historisches Gotteswort und Geschichtsquelle des Alten Orients" im WS 1998/99). - A 6: WWW-Skript "Rhetorik und Musik als Mittel öffentlichen Handelns in antiken Gemeinwesen" (zur Vorlesung/Übung im SS 1999 ). - A 7: WWW-Skript "Die Fortwirkung der Antike im byzantinisch-christlich und im islamisch geprägten Bereich" (zur Vorlesung/Übung im WS 1999/2000 und im SS 2000). - A 8: WWW-Skript "Geschichte des römischen Rechts"(zur Vorlesung/Übung im WS 2000/2001).

II. Abteilung 'Scriptorium' enthält wissenschaftliche Aufsätze, Rezensionen und sonstige Publikationen.

S1 Die Lehre des Aristoteles von der 'Widerlegung der Sophismen' und die Struktur der Öffentlichkeit in der Polis (Gizewski). - S2 Rezension zu Karl Leo Noethlichs, Das Judentum und der römische Staat, Darmstadt 1996 (Gizewski). - S3 Rezension zu Hans-Werner Goetz / Karl-Wilhelm Welwei (Hg.), Altes Germanien (Quellensammlung), Darmstadt 1995 (Gizewski). - S4 Digestenexegese und Sozialstrukturgeschichte. Zum Nutzen interdisziplinärer Zusammenarbeit am Beispiel des 'familia'-Begriffs in Dig. 50, 16, 195 (Gizewski). - S5 Thesen zur Entstehungs- und Wirkungssgeschichte antiker Eschatologie (Gizewski). - S6 Die Konversion Cassiodors als Typus politischen Handelns (Gizewski). - S7 Systemtheorie und Historik. Zu Niklas Luhmann, Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt M. 1997 (Gizewski). - S8 GRIECHISCH-RÖMISCHE UND CHINESISCHE GESCHICHTE IN INTERDISZIPLINÄRER BEARBEITUNG. a) Römische und chinesische Geschichte im Vergleich. Zur Möglichkeit eines gemeinsamen Altertumsbegriffs (Gizewski), b) Rezension zu Michael Kordosis, China and the Greek World. An Introduction to the Greek-Chinese Studies with Special Reference to the Chinese Sources. I. Hellenistic-Roman-Early Byzantine Period 2nd c. B. C. - 6th c. A. D.). Thessaloniki 1992 (Raimund Kolb und Christian Gizewski). - S9 Hugo Grotius und das antike Völkerrecht.(Gizewski). - S10 Politische Symbole unserer Zeit und antike Tradition (Gizewski). - S11 Rezension zu Christoph F. Wetzler, Rechtsstaat und Absolutismus. Überlegungen zur Verfassung des spätantiken Kaiserreichs anhand von CJ 1. 14. 8 (Gizewski). - S12 Rezension zu Walter Eder, Aristocrats and the Coming of the Athenian Democracy (Gizewski). - S13 Wie konnte sich das Christentum verbreiten? Zum Verhältnis zwischen geschichtlicher Erklärung und geschichtstheologischer Deutung (Gizewski). - S14 Rezension zu Werner Eck, Augustus und seine Zeit, München 1998 (Gizewski). - S15 Die Bibel und andere Zeugnisse antiken Glaubens als Gegenstand geistigen Interesses (Gizewski). - S16 Täuschung als Erfolgsprinzip öffentlicher Argumentation: ein praktisches Erbe antiker Rhetorik (Gizewski). - S 17 Rezension zu Georg Schöllgen, Die Anfänge der Professionalisierung des Klerus und das kirchliche Amt in der Syrischen Didaskalie. Jb. für Antike und Christentum, Erg.-Bd. 26, Münster 1998 (Gizewski). - S 18 Zur Gedankenkontrolle in demokratischen Gesellschaften. Bemerkungen zu 1. Edward S. Herman, Noam Chomsky, Manufacturing Consent. The Political Economy of the Mass Media (1988). 2. Noam Chomsky, Necessary Illusions. Thought Control in Democratic Societies (1989). 3. Video-Film 'Manufacturing Consent, Noam Chomsky and the Media, von Peter Wintonick and Mark Achbar, 1994, mit dem von M. Achbar herausgegebenen englischen und deutschen Textbuch zum Film (Gizewski). - S 19 Abgrenzung und Neubildung von Völkern und Kultursystemen im Nordwesten des römischen Kaiserreichs. Zu methodischen und begrifflichen Problemen des Verständnisses einer für die 'europäische Geschichte' wichtigen Formationsepoche. (Gizewski). - S 20 Eine spätantike Vorform der Rechtsstaatlichkeit: zur Komplementarität von Rechtstradition und Codexrecht. (Gizewski) - S 21 'Verfassungsrecht' ohne Gerichtskontrolle. Ein römisch-kaiserzeitlicher Typus hochpolitischer Normativität. (Gizewski). - S 22 'Informelle Gruppenbildung' in unmittelbarer Umgebung des Kaisers an spätantiken Höfen. (Gizewski). - S 23 Rezension zu: Federico Pergami, L'appello nella legislazione del tardo impero (Gizewski). - S 24 Kommentar zu: Ernst Nolte, Die Frage nach der 'historischen Existenz'. Zwischen Universalgeschichte und Geschichtsphilosophie (Gizewski).

III. Abteilung 'ERATOSTHENES' faßt elektronische und andere Hilfs- und Suchinstrumente für Studium und Forschung in der Alten Geschichte zusammen.

IV. Abteilung 'HOSPITIUM' enthält verschiedene Beiträge von Gastautoren:

R. Kolb, E. von Mende, W. Dahleim, W. Eder, M. Mislin, H. Birkenbertsch/R. Markner.

V. Abteilung 'CRICETUS CRITICUS' ist eine Diskussionsplattform für Probleme der wissenschaftlichen Praxis und ihrer Rahmenbdingungen. Sie hat drei Unterabteilungen:

1. Zur allgemeinen Schreib-, Sprach- und Meinungsfreiheit und zur 'Fabrikation eines öffentlichen Konsenses' (N. Chomsky). 2. Zu Wissenschaftsfreiheit, Wissenschaftsorganisation und Hochschulrecht. 3. 'Diogenes' - Angelegenheiten habilitierter Wissenschaftler.

Dazu gehören zwei. umfangreiche und dauernd aktualisierte Aktionsseiten.

VI. Eine projektbezogene Abteilung enthält Beiträge zum Zweck des Projekts 'Alte Geschichte im WWW' ('AGiW') und zur geschichtswissenschaftlichen Nutzung elektronischer Publikationsmöglichkeiten.

VII. Eine Abteilung 'Experimenta' enthält Ausführungen und Erprobungsmaterialmaterial zu technischen Anwenderproblemen beim WWW-Empfang.

Christian Gizewski, 21. 4. 2001

11) Schlüsselwörter ('keywords') der Publikation :

Wissenschaftliches Publizieren im Internet auf dem Gebiete der Alten Geschichte. - Elektronische Lehrmaterialien und Hilfsmittel für das althistorische Studium. - Meinungsäußerungen und Diskussionen zu allgemein-wissenschaftspraktischen und wissenschaftskritischen Fragen im Internet. - Technische Anwendungs- und formale Gestaltungsprobleme bei unterschiedlichen Zwecken und Formen der wissenschaftlichen Internet-Publikation.

12) Hilfestellung für Eingabefelder.

1) Mindestens Angabe des Vor- und Zunamens, deren sich der Autor für Veröffentlichungen bedient.

2) Freiwillige Angabe- Sie ist für eine kurze wissenschaftliche Selbstdarstellung des Autors gedacht. In Stichworten kann sie etwa enthalten: Geburtsdatum, Geburtsort, die akademischen Titel, den wissenschaftlichen Werdegang, die Schwerpunkte der beruflichen Tätigkeit, eine Kurzübersicht über Publikationen. Die Angaben dürfen den Umfang ungefähr zweier vollbeschriebener Schreibmaschinenseiten nicht wesentlich übersteigen.

3) Freiwillige Angabe, die eine etwa gewünschte Kontalktaufnahme von Lesern zum Autor erleichtern sollen.

4) Angabe aller vom Autoren festgelegten Elemente des Titels (Haupt- und Untertitel).

5) Bei der Bibliothek der Technischen Universität Berlin wird für jede elektronische Publikation eine Akte angelegt, die mit einer Signatur versehen ist. Diese Akte enthält mindestsens:

    zwei längerfristig haltbare, unveränderliche elektronische Datenträger ( keine wiederbeschreibbare CD; keine Disketten mit relativ kurzer Lebensdauer),

    einen Ausduck der elektronischen Publikation oder wesentlicher Teile von ihr, die der Autor bestimmt,

    eine vom Autor unterschriebene Erklärung, daß das Werk von ihm stamme und daß etwa an andere abgetretene Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte für das Werk seiner elektronischen Publikation im Rahmen einer wissenschaftlichen Bibliothek nicht in Wege stehen,

    die ggf. nötigen, zum ausreichenden Nachweis einer formalen wissenschaftlichen Hochqualifikation der Publikation eingeholten Kurzgutachten (s. P. 6),

    ein Exemplar des zwischen der Universitätsbibliothek und dem Autor in jedem Falle zu schließenden Nutzungsvertrags, welcher u. a. ausdrücklich die technischen Erhaltungs- und Mitwirkungspflichten des Autors bei der Archivierung und Aufrechterhaltung der Internetzugänglichkeit sowie einen gewissen, im Hinblick auf die elektronisch-technologische Entwicklung nötigen Gewährleistungs- und Haftungssausschluß der Universität für die Internetzugänglichkeit und Lesbarkeit der elektronischen Publikation festlegt. Das Formular des Nutzungsvertrags ist abrufbar unter der URL-Adresse [....] .

6) Der für die Aufnahme in den Publikationsbestand einer wissenschaftlichen Bibliothek unbedingt nötige formale Qualifaktionsnachweis kann wie folgt geführt werden:

Kategorie I: Der Autor ist nachweislich für das Fachgebiet, auf dem die eigene Publikation erfolgt, habilitiert oder habilitationsgleich qualifiziert.

Kategorie II: Der Autor legt die Kurzgutachten zweier unabhängig voneinander urteilender, fachlich nach a) uneingeschränkt zuständiger Wissenschaftler vor, die seiner Publikation in einer kurzen, eigenhändig unterschriebenen Erklärung mindestens bestätigen, daß sie wissenschaftlich wertvoll und rezensionswürdig sei.

Kategorie III: Der Autor weist nach, daß seine elektronische Publikation wegen ihrer wissenschaftlichen Qualität bereits eine ausreichende fachliche Vorprüfung durch komptetent urteilende anderer Personen erfahren hat, z. B. durch genaue Angabe und Vorlage einer entsprechenden Druckpublikation oder durch Vorlage einer insoweit angemessen aussagefähigen wissenschaftlichen Rezension oder einer sonstigen ausführlichen, schriftlichen, wissenschaftlichen Begutachtung seines Werks.

Kategorie IV: Die Universitätsbibliothek kann ferner in eigener editorischer Verantwortlichkeit elektronische Publikationen, die ihren wissenschaftlichen Bibliothekaren nach pflichtgemäßem Ermessen als wissenschaftlich wertvoll erscheinen, in einer besonderen Reihe veröffentlichen.

Die Publikationen der Kategorien I - III, die von Mitgliedern oder Angehörigen der technischen Universität Berlin stammen, werden von der Universitätsbibliothek ohne weitere inhaltliche Prüfung auf Antrag des Autors veröffentlicht (Publikationsanspruch des universitätszugehörigen Autors).

7) Die genaue Angabe der Erzeugerprogramme ist keine technisch-bürokratische Zumutung, sondern im Interesse der bei rasanter technoligischer Entwicklung dennoch erstrebenswerten langfristigen Archivierung und Lesbarkeitssicherung unabdingbar, d. h. auch im Interesse des Autors selbst.

8) Freiwilliger Eintrag, der jedoch zu empfehlen ist. Genaue Angaben, auch eventuelle Querverweise ('links') zu URL-Adressen, sind sinnvoll.

9) Wird von der Bibliothek eingetragen.

10) Diese Zusammenfassung ist neben dem bibliothekarischen Indexblatt stets unmittelbar im Internet zugänglich. Der Autor gestaltet sie selbst. Ihr Umfang darf zwei vollgeschriebene Schreibmaschinenseiten nicht wesentlich übersteigen. Sie muß in einem allgemeinüblichen, aktuellen PDF-Format vorliegen und darf keine Nebendateien enthalten. Querverweise ('links') auf andere URL-Adressen im Internet sind dagegen möglich und ggf. sinnvoll.

11) Die Erschließungsstichworte werden von der Bibliothek in Einvernehmen mit dem Autor eingetragen.


4) Zum Stand der Beratungen am 27. Juli 2001.

Dr. Christian Gizewski
Professor für Alte Geschichte
am Fachbereich Kommunikations- und Geschichtswissenschaften
der Technischen Universität Berlin,
Privatadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin,
TEL, AB und FAX: 030/8337810,
EP: [gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de],
WWW-Seite: [http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW].
27. Juli 2001
An das Präsidium der Technischen Universität Berlin

Betr.: DENKSCHRIFT ZUR FRAGE BIBLIOTHEKSBETREUTER WISSENSCHAFTLICHER INTERNETPUBLIKATIONEN an Sie vom 4. Okt. 2000.

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Herren Vizpräsidenten!

Am 4. Okt. 2000 leitete ich Ihnen über Herrn Vizepräsidenten Prof. Abel die o. g. Denkschrift zu, auf die ich mich im folgenden beziehe.

In den danach fortgehenden Beratungen zwischen der Universitätsbibliothek und mir und beiderseits weitergeführten Recherchen kam es zu folgenden Ergebnissen, die ich Ihnen kurz mitteilen möchte:

Beiderseits wird nach wie vor die Aufgabenstellung einer Betreuung wissenschaftlicher Internetpublikationen, insbesondere solcher von Angehörigen der Technischen Universität, für wissenschaftlich sehr sinnvoll - und auch im Interesse der TU Berlin liegend - gehalten. Die Universität könnte in dieser - seit sechs Jahren überall bedachten, aber dennoch in seltsam unerledigter 'Vorbereitung' befindlichen - Frage eine in jeder Hinsicht angemessene Vorreiterrolle übernehmen.

Seitens der Universitätsbibliothek wurden allerdings nochmals die Bedenken hervorgehoben, die sich auf eine zu erwartende Aufgabenerweiterung und deren personelle und damit auch finanzielle Folgen richten. Ich kann diese Bedenken nur unterstützen, wie ich es bereits in meiner Denkschrift getan habe. Gelänge es nicht, wissenschaftlich, wie wir meinen, äußerst wichtige Aufgaben dieser Art mit einem bescheiden-angemessenen Mehr an personeller und sächlicher Ausstattung zu unterbauen, so wäre das Projekt auch nach meiner Auffassung nicht zu realisieren, und zwar allein aus diesem Grunde.

Wenn die Universität jedoch diese Art besonders sinnvoller wissenschaftlicher Publikationstätigkeit wirklich will und entsprechend zu unterstützen versucht, so wird sich dafür aber hoffentlich doch ein Weg finden lassen.

Ein damit zusammenhängendes weiteres Bedenken der Universitätsbibliothek richtet sich gegen ein von mir mit einem Vertragsformular exemplarisch ausgearbeitetes und zur Diskussion gestelltes Geschäftsgang-Verfahren bei der Verwaltung eingebrachter wissenschaftlicher Internetpublikationen. Ich selbst halte es für nötig, daß parallel zu der Einbringung einer jeweils bestimmten, physisch individualisierten elektronischen Publikation (d. h. einer ordentlich redigierten, persönlich signierten, nicht wiederbeschreibbaren CD) durch deren legitimierten Autor für den Ausleiheverkehr außerdem aus Gründen der Sicherung gegen Imitate unter falschen Namen oder inhaltliche Verformungen durch illegitim kopierende Benutzer und unehrliche Geschäftemacher auch eine gewisse Archivierung eines CD-Doppels im Bereich der Universitätsbibliothek unabdingbar ist. - Seitens der Universitätsbibliothek wird demgegenüber eingewandt, daß es nach ihrer Rechtseinschätzung nicht zu ihren gestzlich festgelegten Aufgaben gehöre, solche Archivierungsleistungen zu erbringen und zu organisieren. Sie könne sich daher - und auch aus Haushaltsgründen - mit solchen kostenverursachenden Aufgaben nicht belasten. - Wegen dieser ungeklärten Frage sehe andererseits etwa ich mich im Augenblick genötigt, ein umfänglicheres elektronisches Publikationswerk, das ich der Universitätsbibliothek zur wissenschaftlichen Verwaltung überlassen wollte, zurückzuhalten. d. h. nicht für den Ausleiheverkehr zur Verfügung zu stellen.

Nach § 86 Abs. 1 S. 2 Berliner Hochschulgesetz 1990 (1999) haben die Bibliotheken "die Aufgabe, die für Forschung, Lehre und Information erforderliche Literatur und andere Informationsträger zu sammeln, zu erschließen und zur Nutzung bereitzustellen." Wenn sich mit dem Sammeln, Erschließen und Bereitstellen notwendigerweise - nämlich im Hinblick auf berechtigte Schutzinteressen der Autoren bei dieser Art des Publizierens - auch eine gewisse Archivierungsnebenaufgabe verbindet, so ist diese m. E. von der allgemeinen gesetzlichen Aufgabenstellung mitumfaßt. Eine restriktive Auslegung würde die Verwaltung elektronischer Publikationen, die nicht anderwärts bereits als Druckwerke in identischer Form publiziert sind, nach meiner Einschätzung praktisch ausschließen. Gerade diese Form des 'rein elektronischen Publizierens' durch kompetente Wissenschaftler wäre jedoch das besonders Zukunftsweisende an dem Projekt.

Ich bitte Sie in diesen verbliebenen Fragen nunmehr um eine Stellungnahme, von der sowohl die Universitätsbibliothek als auch ich künftig ausgehen können. Soweit Sie weitere Informationen benötigen , werde ich Sie gern bereitstellen.

Bitte berücksichtigen Sie freundlicherweise, daß der Vorgang seit meinem erstmaligen Herantreten an Sie gut zwei Jahre alt ist. Ich agierte dabei nach gutem alten und auch zukunftsweisendem wissenschaftlichen Brauch stets völlig freiwillig, unentgeltlich und vor allem, wie ich meine, in allgemeinem wissenschaftlichen Interesse und auch im besonderen Interesse der Technischen Universität Berlin. Ich habe vor, dies auch weiterhin zu tun.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Ihr C. Gizewski


5) Stellungnahme des TU-Präsidiums vom 22. Nov. 2001.

Das Präsidium hat zu dem vorgeschlagenen Publikationssystem am 22. Nov. 2001 mit Schreiben Herrn Vizepräsidenten Prof. Kutzlers Stellung genommen. Auf Wunsch des Präsidiums wird seine Stellungnahme an dieser Stelle im Wortlaut veröffentlicht werden. Kurzgefaßt bringt der Brief folgendes zum Ausdruck:

1. Zur Betreuung des vorgeschlagenen elektronischen Publikationssystems sei im Interesse der fachlichen Qualitätssicherung ein "hochrangigges wissenschaftliches Herausgebergremium mit Mitgliedern aus einer Vielzahl von Fachbereichen" erforderlich. Für die Finanzierung eines solchen Systems, auf dem die Arbeit der Bibliothek der TU Berlin aufbauen könne, fehle es gegenwärtig an den erforderlichen Mitteln.

2. Es gebe jedoch den elektronischen Dokumentendienst der Bibliothek der TU Berlin, über den eine wissenschaftliche Publikation nicht nur von Dissertations- und Habilitationsschriften, sondern auch wissenschaftlichen Werken anderer Art möglich sei; dies werde für Interessenten vom Präsidium empfohlen.

3. Im übrigen sei zu empfehlen, ggf. auf fachgebietliche elektronische Zeitschriften, wo es diese gebe, zurückzugreifen.

(Zusammenfassung: Gizewski, 10. 12. 2001)


6) Weitere Anregungen für ein universitätseigenes elektronisches Publikationssystem.

Dr. Christian Gizewski
Professor für Alte Geschichte
an der Fakultät I - Geisteswissenschaften -
der Technischen Universität Berlin,
Privatadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin,
TEL, AB und FAX: 030/8337810,
EP: [gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de],
WWW-Seite: [http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW].

10. Dez. 2001

An den Präsidenten und die Vizepräsidenten
der Technischen Universität Berlin
Straße des 17. Juni 135
10623 BERLIN

Betr.: Ihre Stellungnahme v. 22. Nov. - VP Prof. Kutzler - zu meiner Denkschrift betr. die bibliothekarische Förderung elektronischer wissenschaftlicher Publikationen im Bereich der TU Berlin.

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Herren Vizepräsidenten1

Haben Sie vielen Dank für Ihre sorgsam erwogene Stellungnahme zu meinen Anregungen.

Ich begrüße sehr Ihren Hinweis auf die Nutzbarkeit des Dokumenten-Dienstes der Universitätsbibliothek über den Kreis der elektronisch erstellten und veröffentlichten Dissertationen und Habilitationen hinaus für andersartige, qualitativ ähnlich wertvolle wissenschaftliche Publikationen und Ihre insoweit in Aussicht gestellte Unterstützung für mögliche weitere Entwicklungen (Punkt 2 Ihres Briefes).

Es bleiben dabei nach meiner Einschätzung allerdings weiterhin einige wichtige praktische Probleme zu lösen.

1. Eine gewisse im Verfahren überschaubare technische und inhaltliche Qualitätskontrolle wird auch für Publikationen, die in einem elektronischen Dokumentendienst der wissenschaftlichen Bibliothek einer Universität wie der TU Berlin der Öffentlichkeit zugänglich werden, nötig sein:

a) Was den wissenschaftlichen Aspekt betrifft, so müßten die dort publizierten Schriften schon rein formal, gewissermaßen auf den ersten Blick, als nachweislich wissenschaftlich wertvolle und nutzbare auch nach außen hin erkennbar sein, damit diese Art kosten- und zeitunaufwendigen wissenschaftlichen Publizierens für wissenschaftliche Autoren ohne Einschränkung attraktiv und auch im universitätsübergreifenden Wissenschaftsbetrieb zu einem vollauf akzeptablen Veröffentlichungsverfahren werden kann;

b) Auf einer von der Universität bereitgestellten Publikationsplattform sollte mit den dortigen Publikationen ohne Bedenken etwa auch für das wissenschaftliche Leistungsvermögen der Universität geworben werden können.

Es stellt sich also weiterhin die Frage nach der Konstruktion einer wissenschaftlich angemessenen Qualitätskontrolle. Prinzipiell teile ich dabei Ihren in Punkt 1 Ihres Briefes geäußerten Gedanken. Allerdings meine ich, daß es für die in Frage stehende wissenschaftliche Publikationsform, wenn sie optimal genutzt werden soll, vor allem einer zeit- und kostenunaufwendigen und anwenderfreundlichen Qualitätskontrolle bedarf und daß diese auch möglich ist.

Mein Vorschlag, bestimmte Fallgruppen einer wissenschaftlich zufriedenstellenden, rationellen Qualitätsprüfung zu bilden, d. h. insgesamt auf eine im ganzen sehr unaufwendige Weise ein wissenschaftlich in vollem Umfang akzeptables elektronisches Publizieren zu ermöglichen, ohne daß es dafür unbedingt zwischengeschalteter verlegerischer Instanzen oder Herausgebergremien bedarf, ist dabei natürlich nur eine Denkmöglichkeit. Da Sie zu ihr nicht im einzelnen Stellung genommen haben, nehme ich an, daß Erörterungsbedarf besteht, auch was andere Denkmöglichkeiten betrifft. Man könnte sich m. E. z. B. auch ein wissenschaftliches Herausgebergremium für TU-Schriften denken, dessen Mitglieder ihre Funktionen nebenamtlich und rotierend ausübten. Eine solche Aufgabe wäre m. E. sinnvoll als Teil der i. e. S. akademischen Pflichten aller Hochschullehrer - auch der nebenberuflichen - einer Universität wie der TU Berlin zu begreifen und dürfte daher m. E. auch nicht allzu viel Kosten verursachen. Die bestehenden Möglichkeiten verlegerisch betreuter Druckpublikationen oder bestehender fachgebietlicher elektronischer Foren decken andererseits den nach meiner Einschätzung bestehenden breiten Bedarf nicht in dem nötigen und angesichts der technischen Entwicklung möglichen Umfang ab.

Ein von allen nach dem heutigen technischen Stande überflüssigen Beschwernissen befreites Verfahren der überzeugenden wissenschaftlichen Qualitätsprüfung hat seinen Sinn vor allem für all diejenigen Autoren-, Fächer- und Publikationsgruppen, die wissenschaftlich nachgewiesenermaßen - d. h. im eigentlichen, engeren Sinne des Wortes - wissenschaftlich Wertvolles zu bieten haben, aber trotzdem nicht oder noch nicht oder nicht schnell oder vollständig genug Zugang zu Verlagen oder Herausgebergremien finden, zum Beispiel weil ihr - wissenschaftlich wertvolles - Werk auf einem kommerziellen Markt nicht absetzbar ist, weil eine Zeitschrift auf längere Zeit ausgebucht ist oder Platzumangel hat oder weil es divergierende Vorstellungen über das zu Publizierende gibt etc. All diese Hinderunsgründe sind durch die technische Entwicklung im elektronischen Bereich hinfällig und damit m. E. auch wissenschaftlich weitgehend unakzeptabel geworden.

2. Ein weiteres ernsthaftes praktisches Problem besteht darin, daß elektronische Publikationen, auch wenn sie über einen bibliothekarischen Dokumenten-Dienst verwaltet werden, über das heute bereits bestehende, rechtlich bisher aber nur minimal gesicherte Maß hinaus als wissenschaftliche Leistungen bestimmter Autoren zitierbar und zurechenbar sein müssen. D. h. es stellt sich die Frage nach der sicheren Archivierung und Öffentlichkeitszugänglichkeit einer 'Ausgangsdokumentation', die der bibliothekarisch-dokumentarischen Internet-Veröffentlichung zugrundeliegt. Evtl. ist dieses Problem auch außerhalb der TU Berlin nicht-kommerziell lösbar. Aber prinzipiell sollten solche Möglichkeiten m. E. auch bei derTU Berlin als einer Körperschaft öffentlichen Rechts mit entsprechend gesetzlich abgesicherten Kompetenzen bestehen. Rechtlich sehe ich dafür nach wie vor zumindest kein Hindernis.

Für technisch und rechtlich lösbar halte ich gegenwärtig auch das Problem der die Textarchivierung flankierenden Programm-Archivierung, auch und gerade was ältere Programme betrifft.

3. Ein dritter praktischer Problemkomplex bezieht sich auf die zitierende Verwendung fremder geistiger Leistungen durch wissenschaftliche Internet-Autoren, die in einem TU-Dokumentendienst auftreten. Ein wesentlicher Vorteil der wissenschaftlichen Internetpublikation besteht, wie Sie wissen, nicht nur im ausführlichen Zitieren von Texten, sondern auch im Verwenden von Schemata, Karten, Bildern und (ausnahmsweise wichtigen, wirklich gehaltvollen) Audio- oder Video-Sequemzen, für die es Autorenrechte gibt. Wissenschaftliche Internetpublikationen nicht-kommerziellen Charakters, die im Grunde nur die Tradition wissenschaftlichen Zitierens unter veränderten technischen Bedingungen fortschreiben, haben es in dieser Hinsicht - zumindest nach meiner eigenen, nunmehr langjährigen Erfahrung - weitaus leichter als kommerzielle Publikationen. D. h.: es ginge darum, für universitätsseitig geförderte und verwaltete Internetpublikationen ein Klima des Vertrauens im wissenschaftlichen und verlegerischen Bereich herzustellen, in dem man Bedingungen für zeitgemäßes, nicht-kommerzielles, wissenschaftliches elektronsches Zitieren ins Gespräch bringt und ggf. aushandelt.

Ich werde mich auch künftig gern bemühen, an der Lösung der hier angesprochenen Probleme mitzuwirken, aber es ist offenkundig, daß ein solches auch individuell sinnvolles Bemühen - an der TU Berlin und anderwärts - dennoch auf eine breitere Basis als bisher gestellt werden muß. Ich empfehle daher, vermutlich unnötigerweise, die angesprochenen Themen auch Ihrer weiteren Sorge, wobei ich an Ihrer aller Geschäftsbereiche - Lehre, Forschung, internationale Kontakte - denke, und hielte einen gelegentlichen weiterführenden Gedankenaustausch in einem Ihnen sinnvoll erscheinenden Rahmen für wünschenswert. Über meine weiteren Schritte werde ich Sie zu gegebener Zeit gern weiterinformieren.

Dieser Brief geht Ihnen auf dem elektronischen und dem traditionellen Postwege zu.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

(Gizewski)


7) Modell für die Nutzung elektronischer Dienstleistungen der Universitätsbibliothek der TU Berlin für wissenschaftlich selbstprofilierte Publikationsreihen durch Institute an der TU Berlin.

1) In einem Gespräch mit dem Direktor der Universitätsbibliothek, Herrn Dr. Zick, Herrn Penke und Herrn Schneeman , die für elektronische Publikationen zuständig sind, am 26. Febr. 2002 habe ich mich erboten und bin ich meinerseits gebeten worden, folgendes mitzuteilen:

Die Universitätsbibliothek der TUB bietet den Fakultäten, wissenschaftlichen Einrichtungen und einzelnen Wissenschaftlern an der TUBgrundsätzlich an, für ihren jeweiligen fachlichen Bereich ein bei der Universitätsbibliothek organisierbares elektronisches Publikationsverfahren zu nutzen. Die Speicherung ist ähnlich gedacht wie die von Dissertations- und Habilitationsschriften. Voraussetzung einer Teilnahme an dieser Art prinzipiel vollwertiger wissenschaftlicher Publikation ist,

a) daß die elektronische Publikation auf einem geeigneten, unveränderlichen Datenträger in technisch und formal (möglichst) einwandfreier, vom Autor der Publikation jedenfalls selbst zu verantwortender Weise bei der TU-Bibliothek eingereicht wird,

b) daß der Autor erklärt, alle Urheberrechtsfragen selbst angemessen geprüft und geklärt zu haben und

c) vor allem, daß die eingereichte Publikation eine Art wissenschaftlicher Zertifizierung erhält, deren Verfahren auf unterschiedliche Weise denkbar und noch nicht festgelegt ist.

Von einer geeigneten Zertfizierung hängt es ab, ob wissenschaftliche Publikationen dieser Art, die für ihre Autoren und die Wissenschaft insgesamt eine Vielzahl von Vorteilen bieten können, im Wissenschaftsbetrieb tatsächlich ernstgenommen und entsprechend ihren Vorteilen dannn auch intensiv genutzt werden. Allerdings darf eine solche Zertifizierung die Universität nicht das Geringste kosten; dies hat das Präsidium der TU, das das Verfahren generell empfiehlt, in einem Schreiben an mich vom 22. Nov. 2001 (VP Kutzler) ausdrücklich klargestellt.

Die Universitätsbibliothek stellt ihrerseits klar, daß ihr jegliche Mittel personeller und finanzieller Art fehlen, um mehr als bibliothekarische Registrierungsarbeiten für die jeweils eingereichten Datenträger durchzuführen.

Zu dem Gesamtvorgang siehe ggf. die anderen Dokumente unter http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW/Zum_Projekt/SOzuP5/Material.htm .

2) Ich halte trotz aller finanziellen Begrenzungen - ja gerade ihretwegen - verschiedene produktive Formen der Nutzung dieses Angebotes für möglich, vorausgesetzt, die wissenschaftlich zentrale Zertifizierungsfrage wird angemessen geklärt. Eine von ihnen skizziere ich exemplarisch wie folgt:

Das Institut für 'XYZ' könnte einen Rezensionsausschuß bilden, der auf Antrag eines dem Institut zugehörenden oder nahestehenden Autors in einem schriftlichen Kurzgutachten (3 Seiten; evtl. formalisiert) lediglich zu folgenden Fragen Stellung nimmt:

a) Stammt die Arbeit von einem fachlich hinreichend qualifizierten Autor?

b) Hat sie eine für das angedachte, auf Freiwliilligkeit aller Beteiligten beruhende Rezensionsverfahren angemessene Kürze von (z. B. nicht über 250 Druckseiten)?

c) Enthält sie wirklich wesentliche Mängel, die vor einer Publikation beseitigt werden sollten, selbst wenn der Autor selbst für seine Fehler verantwortlich zu machen ist?

Der Redaktionsausschuß kann und soll die Empfehlung in geeigneter - insbesondere den Autor nicht kompromittierender - Form verweigern, wenn die genannten Bedingungen nicht vorliegen.

Werden sie vom Redaktionsausschuß einvernehmlich bejaht, so soll der Redaktionsausschuß sein Votum der Universitätsbibliothek unmittelbar mitteilen, dabei aber die Maßstäbe, die er angelegt hat, verdeutlichen.

Kann sich der Redaktionausschuß nicht einigen, so wird der Antrag nicht befürwortet, bzw. zurückgestellt. Besteht der Antragsteller auf einer fachkundigeren Entscheidung, so können die streitigen Fragen auch einem einvernehmlich benannten Gutachter zur Stellungnahme vorgelegt werden (dessen Gutachten allerdings nichts kosten darf). Nach Eingang des Gutachtens entscheidet nunmehr der Institutsrat; er kann dabei dem Autor ggf. Empfehlungen zur Verbesserung seines Werks geben.

Welche Maßstäbe angelegt werden, wäre allein vom Institut selbst abhängig. Sind sie zu lasch, nimmt niemand diese Publikationsweise ernst. Sind sie zu streng oder engen den Kreis der Autoren zu stark ein, so droht ebenfalls eine Fehlentwicklung. Interessant ist jedenfalls, daß das Institut über das Profil einer letztlich in seiner eigenen Verantwortung liegenden Publikationsreihe auch eine wissenschaftliche Selbstdarstellung betreiben kann, an der sich jeder dem Institutb angehörige Wissenschaftler, wenn er will - auch ggf. mit schon anderweitig publizierten Arbeiten - beteiligen kann.

Christian Gizewski, 5. März 2002


Christian Gizewski [EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de]