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Nr. 4: Für wirtschaftliche und zugleich wissenschaftsgemäße IuK-Strukturen an der TUB!

Ein Kurzbeitrag zur Vermeidung von Fehlentwicklungen in den IuK-Strukturen der TU Berlin. Von Christian Gizewski.

Letztbearbeitung: 13. Nov. 2002. - Siehe auch die weiteren Beiträge in der Übersicht P6 und auf dem Forum P6.

A. Inwiefern drohen Fehlentwicklungen?

Die Diskussion über eine wissenschaftlich und wirtschaftlich angemessene Form der Internet- und Kommunikations- (IuK) Strukturen an der TU Berlin dauert mittlerweile seit langen Jahren an und hat zu verschiedenarigen Grundsatzpapieren geführt. 1)

Von diesen schlagen seit dem Jahre 1997 einige vor, in Anknüpfung an den durch die 'Hochschulverträge' nur sehr abstrakt und sehr kurz auch für die TU Berlin formulierten 'Budgetierungsgrundsatz' so etwas wie einen 'hochschulinternen Markt' für IuK-Leistungen zu schaffen, um die IuK-Strukturen im Gesamtbereich der Universität rationeller zu organsieren und zugleich Kostenfaktoren des universitären Rechnerbetriebs 'durchsichtiger' zu machen. Das letzte diesbezügliche Papier Rebensburg, Almus u. a. aus dem Jahre 2001 zieht klare und konkrete organisatorische Konsequenzen aus diesen Grundideen, die jedoch in einigen Punkten problematisch sind. Bedenken sind auch gegenüber einigen Grundideen des sog. 'Pepper-Papiers' und des Gutachtens 'Groetschel , Gotschewski' angemessen; es wäre dabei wünschenswert, das Gutachten 'Groetschel, Gottschewski' und andere zur Zeit noch nicht schnell zugänglichen Papiere würden für die anstehende Diskussion im Internet veröffentlicht. Die folgenden Ausführungen sollen einge Bedenken in knapper Form durch das Formulieren von Fragen und Thesen zum Ausdruck bringen.

I. Hervorgehoben zur Verdeutlichung u. U. einschneidender praktischer Folgen sei zunächst ein 'Teilproblem', nämlich das einer vorgesehenen universitätsinternen Abrechnung elektronischer Server-Leistungen der Zentralen Einrichtung Rechenzentrum (ZRZ) der TU Berlin und ihrer zu befürchtenden Folgen für die wissenschaftliche Arbeit.

Aufgrund der oben erwähnten letzten drei Grundsatzpapiere, mit Billigung oder auf faktische Weisung des Universitätspräsidenten und nach einer Empfehlung des zur Beratung des Präsidenten informell eingerichteten 'Beirats für Information und Kommunikation' (auch 'IuK-Kommission') vom 20. 7. 2001 stellt das Rechenzentrum der TU seit dem Frühjahr dieses Jahres ihren sog. 'Nutzern' im TU-Wissenschaftsbereich sog. 'virtuelle' Rechnungen für solche wissenschaftswesentlichen Rechnerleistungen zu, welche bisher nicht 'abgerechnet' wurden. Dazu gehören etwa die wissenschaftspublizistisch und dür die Lehre wesentlichen WWW-Server-Dienste. Einbezogen in eine neue Klassifikation sind aber auch die für die rationelle und schnelle wissenschaftliche Kommunikation wichtigen elektronischen Postdienste und die für größere Archivierungs- und Dokumentationsaufgaben u. U. wesentlichen großformatigen Datenverwahrungs- und -sicherungsdienste. Die für sie den 'Nutzern' - d. h. eigentlich: den mit ihrer Hilfe werteschaffenden Wissenschaftlern - in Rechnung gestellten sog. 'Preise' sind so angesetzt, daß sie - ungefähr so wie bei einem privatwirtschaftlichen Unternehmen - so viel wie möglich von sämtlichen im Rechnerbetrieb entstehenden Kosten auf die sog. 'Nutzer' überwälzen sollen. Ein Beispiel: Für die Inanspruchnahme von 330 MB - also einer halben CD - Speicherplatz für eine wissenschaftliche WWW-Seite auf einem ZRZ-Rechner sollen künftig monatlich dem haushaltsmäßig verantwortlichen sog. 'Nutzer' ca. 120 Euro in Rechnung gestellt werden. Investitionsabschreibungs-, Wartungs- und Beschaffungs- und nicht zuletzt Personal-Kosten sollen auf diese Weise zunächst als Kostenfaktoren markiert und dann offenbar auch universitätsintern auf haushalsmäßg verantwortliche, 'verbrauchende Stellen' übergewälzt werden, die sie aus den ihnen zugewiesenen Haushaltsmitteln bezahlen sollen.2)

Für Wissenschaftler an der TU Berlin, die kein eigenes 'Budget' zur Verfügung haben, könnte die für das nächste oder übernächste Jahr angekündigte Verwirklichung des bisher 'nur' 'virtuellen' 'Abrechnungsmodells' faktisch ihre IuK-Aktivitäten weitgehend lähmen oder gar unmöglich machen. Ein Beispiel dafür: Ein rechtlich nicht mit eigenem 'Budget' versehener, jedoch im Vollsinne des Wortes seine rechtlich vorgesehenen wissenschaftlichen Aufgaben in Lehre und Forschung wahrnehmender außerplanmäßiger Professor für Alte Geschichte an der TU Berlin ist verantwortlicher Herausgeber eines in akademischen Verfahren und durch andere wissenschaftliche Bestätigung anerkannten und an der TU Berlin, in Deutschland und international oft genutzten WWW-Projekts (http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW). Die seit sechs Jahren dafür nötigen - erheblichen - technischen, wissenschaftlich und editorischen Arbeiten verrichtet er entgeltlos. Er bezahlt auch sämtliche dafür nötigen Aufwendungen für Geräte und Programme aus eigener Tasche. Künftig müßte er außerdem noch mit einem monatlichen 'Nutzungsentgelt' - oder besser 'Preis' - in Höhe der o. e. derzeit 120 Euro real rechnen. Mit der wissenschaftlich-konzeptionell nötigen allmählichen Ausdehnung des Projekts - auf in einigen Jahren voraussichtlich maximal 1 GB, also eine unter heutigen und künftigen Bedingungen der Rechnernutzung sehr bescheidene Größenordnung - würde dieser von öffentlich-hochschulrechtlich so nicht statthaften 'marktorientierten Preiskalkulationsprämissen' ausgehend 'kalkulierte' 'Preis' immer größer und belastender werden.

Die ZRZ andererseits hat - gedacht als rationell und effektiv organisiertes Zentrum der universitären Rechnerorganisation - ihre sinnvoll definierten, privatwirtschaftlich nicht ersetzbaren Aufgaben - insbesondere für solche Fakultäten, die über eigenen, praktisch nutzbaren wissenschaftlich-technischen Sachverstand nicht verfügen, In Notfällen steht sie auch für eventuelle Server-Organisationen anderer Fakultäten 'subsidiär' zur Verfügung. Das verursacht entsprechende Kosten, für die die mit ihrer Hilfe werteschaffenden Wissenschaftler als solche im wesentlichen nicht und die erwähnten technikarmen Fakultäten und Wissenschaftsgebiete jedenfalls nicht allein aufkommen können. Ein konkurrierender Egoismus der insoweit besser versehenen Fakultäten auf diesem Gebiet widerspräche der öffentlich-rechtlichen Verantwortung der Gesamtuniversität für die Gesamtheit ihrer Glieder. Im übrigen lassen sich Kostenbegrenzungen, soweit sie wirklich angezeigt und wissenschaftlich vertretbar sind, im Bereich der Fakultäten und auch im Gesamtbereich der universitären Rechnerorgansiation anders und besser erreichen als durch 'Quasi-Marktpreise'.

Für alle nach dem gegenwärtig drohenden Modell - unter den Bedingungen heutiger akademischer Geldverteilungsdiskussionen und Planungsunsicherheiten - höchstwahrscheinlich Betroffenen besteht daher besonderer Anlaß, einem in manchem Wichtigen undurchdacht erscheinenden Organisationsansatz zu widersprechen und ggf. sogar rechtlich entgegenzuhandeln. Sie sollten sich insbesondere die 'im Wissenschaftsmanagment' üblich gewordene, durch nichts gerechtfertigte, implizite, aber dennoch deutliche Nichtachtung oder gar Herabsetzung ihrer wissenschaftlichen, auf besondere Weise gemeinwohlbezogenen und werteschaffenden Arbeit durch ein im Grunde einfältiges und u. U. auch nichtsnutziges Prinzip - das des 'Marktes' - nicht gefallen lassen. Es gibt auch unter den Wissenschaftlerkollegen und anderen Universitäsmitgliedern, die, weil mit einem rechtlich festgelegten 'eigenen Budget' ausgestattet, nicht direkt betroffen zu sein scheinen, wohl nur wenige, die ein Modell mit solchen Konsequenzen für richtig erachten. Die Universitätsleitung ist aufgerufen und wird gebeten, sich vor allem für solche Belange und nicht primär für die gelegentlich fehlgehenden eines manchmal etwas zu wissenschaftsblinden Staates einzusetzen; sie hat dazu m. E. die Handlungsmöglichkeiten.

Bei der gegenwärtigen, an sich dringlichen, aber leider unübersichtlichen und wohl deshalb im allgemeinen auch noch nicht breit geführten akademischen Diskussion über wissenschaftlich zweckmäßige IuK-Strukturen an der TU Berlin kann jedenfalls das hinter dem neuen 'Preissystem' der ZRZ stehende generelle Konzept insoweit keineswegs als wissenschaftlich akzeptable oder gar förderliche und nicht einmal in allen Aspekten als wirtschaftliche bzw. kostensparende Lösung gelten. 3)

II. Es geht aber nicht nur um dieses eine 'Teilproblem' - nämlich das vielleicht, vielleicht auch nicht, noch konstruktiv veränderbare gegenwärtige Konzept einer produktivitätswidrigen Klassifikation von Rechnerleistungen der ZRZ im Rahmen eines 'marktähnlich' konzipierten universitätsinternen Abrechnungssystems -, sondern auch um konzeptionell damit im Zusammenhang stehende Probleme einer Gesamt-IuK-Struktur an der TU Berlin : so insbesondere

Sie können - obschon stark problemhaltig - hier nicht eingehender erörtert, sondern nur im Zusamenhang mit den folgenden Fragen und Thesen zum ZRZ-Abrechnungsmodell angesprochen werden. Die in den Fußnoten angegebene Literatur führt den Leser vielleicht weiter.

B. Fragen und Thesen.

Zunächst einmal einige Fragen:

1. Ist das Abrechnungs-Vorhaben der ZRZ - schon in seiner jetzigen 'virtuellen' Form - durch ihre eigenen, nur partiellen Kompetenzen als wissenschaftliche Einrichtung, die des bisher an sich nicht zuständigen TU-Präsidiums und die des bloß informellen IUK-Beirats beim Präsidenten rechtlich hinreichend abgesichert? Welche weiteren öffentlich- und speziell wissenschaftsrechtlichen Einwendungen gibt es dagagen? Welche Rechtsform müßte es haben, um wissenschaftsrechtlich wirklich akzeptabel zu sein?

2. Welche negativen Folgen könnte das jetzige Modell, würde es nicht korrigiert, für die produktive wissenschaftliche Nutzung der Internet-Technik im TU-Bereich haben?

3. Machen die benachbarten Universitäten derartiges und warum nicht? Läuft das jetzige Modell nicht auch schon deswegen leer, weil es im TU-Bereich selbst außer an der ZRZ nicht wenige andere Möglichkeiten für die wissenschaftliche, - in den gegenwärtig üblichen, problematischen Begriffen gesprochen - 'entgeltlose Servernutzung' gibt, auf die jetzige wissenschaftliche 'Nutzer' der ZRZ-Leistungen ausweichen könnten?

4. Wie kann man das Prinzip des sparsamen, wirtschaftlichen Umgangs mit öffentlichen Mitteln - hier mit schon vorhandenen, öffentlich finanzierten und zu finanzierenden Rechnerresourchen - im ganzen Universitätsbereich so durchführen, daß die wissenschaftliche Produktivität dabei nicht auf der Strecke bleibt? Läßt sich das mit einer schon dem Modell nach für den Wissenschaftsbereich nicht überzeugenden, in der Praxis der Durchführung offenkundig mehr oder weniger willkürlichen und grob unzweckmäßigen Preisgestaltung wie der jetzt vorgesehenen überhaupt erreichen?

5. Wie läßt sich die Struktur und die Arbeit der ZRZ so optimieren, daß sie weiterhin eine zentrale und effektive Rolle bei der Anwendung der Internettechnik in all denjenigen Universitätsbereichen spielen kann, die dies wünschen bzw. für die dies zu empfehlen ist. Wie läßt sich insbesondere die Verbindung zwischen internettechnischen Notwendigkeiten und wissenschaftlicher Arbeit der einzelnen wissenschaftlichen Bereiche der TUB durch satzungsmäßige Neufassung der ZRZ-Struktur so eng, dynamisch und sinnvoll gestalten, daß vorhandene - begründete oder nichtbegründete - Kritik an der ZRZ ausgeräumt wird?

6. Wie läßt sich bei Wahrung uneingeschränkter wissenschaftlicher Produktivität ein unwirtschaftlicher Organisations- und Verwaltungsaufwand für Rechnerorganisation im Bereich der einzelnen Fakultäten vermeiden? Ist die Einführung einzelner fakultätseigener Rechnerorganisationen wirklich wirtschaftlich im Gesamtrahmen der Universität?

7. Wie läßt sich für den Bereich der Universitätsbibliothek die Rechnerorganisation so strukturieren, ausstatten und optimieren, daß sie künftig in der Lage ist, insbesondere das elektronische wissenschaftliche Publikationswesen im Bereich der TUB energisch zu fördern und wirksam durchzuführen?

Zu diesen Fragen einige thesenförmige Antworten zur Diskussion:

Zu 1. Schon die gegenwärtige Form der Ankündigung einer Preisnahme durch die ZRZ ist rechtlich problematisch, weil sie noch nicht ein reguläres Beschlußverfahren im Akademischen Senat, im Kuratorium und vor allem in den einzelnen betroffenen Fakultäten durchlaufen hat. Der Form nach wird etwas unter Androhung oder Ankündigung praktischer Kosequenzen vorweggenommen, was noch übergaupt nicht ausdiskutiert ist. Aber auch wenn das Abrechnungsmodell schon von allen wirklich zuständigen akademischen Gremien rechtsgültig in der jetzigen Form beschlossen worden wäre, so wäre es dennoch aus wissenschaftsverfassungsrechtlichen Gründen - unter dem Aspekt eines strukturellen, indirekten Eingriffs des Staates und evtl. der Universitätsgremen selbst in die Wissenschaftsfreiheit - angreifbar.

Zu 2. Das gegenwärtig vorgesehene 'Abrechnungsmodell' schränkt den im engeren Sinne wissenschaftlichen Gebrauch der Internettechnik vorhersehbar in einer Weise ein, die seine produktiven Wirkungen im äußersten Falle auf Null reduzieren könnte, insbesondere etwa im elektronisch basierten wissenschaftlichen Publikationswesen der TU Berlin. Betroffen dürften dabei insbesondere faktisch diejenigen Wissenschaftler des Mittelbaus und in der Stellung sog. 'nebenberuflicher' Hochschullehrer (Privatdozenten, apl. Professoren) sein, die keine eigenen Haushaltsmittel zur Verfügung haben und sich daher in irgendwelchen 'Verteilungskämpfen' bzw. 'Prioritätsbildungen' 'durchsetzen' müßten, die es bisher zum Glück nicht gibt, weil wissenschaftswesentliche Serverleistungen der ZRZ öffentlich finanziert und nicht den mittels dieser Leistungen werteschaffenden Wissenschaftlern als angebliche 'Nutzerpreise' aufgehalst werden.

Zu 3. Die TUB bzw. ihre ZRZ stehen im Berliner Raum mit diesem Modell bisher einzig da. Die Freie Universität, die Humboldt Universität und die Universität Potsdam 'besteuern' den Gebrauch der Internettechnik im Wissenschaftsalltag nicht, sondern fördern ihn als arbeits- und kostensparendes, wissenschaftliche Werte schaffendes und produktivitätssteigerndes Verfahren. Dem sicherlich abstellungsbedürftigen gelegentlichen privaten Mißbrauch und einer im wissenschaftlichen Arbeitsprozeß vermutlich öfters vorkommenden unbedachten Ressourcenverschwendung treten sie offenbar auf gezieltere Weise entgegen; jedenfalls sind solche Steuerungsmöglichkeiten außerhalb eines 'fiktiven Marktmodells' denkbar. - Würde dieses Modell im übrigen auf den gesamten TU-Bereich mit allen seinen Servern übertragen - was für sein abstraktes Funktionieren unabdingbar wäre -, so würde sich der ganze Umfang seiner wissenschaftlichen Kontraproduktivität und administrativen Nutzlosigkeit für viele Wissenschaftsfächer noch viel deutlicher offenbaren als bisher.

Zu 4. Statt problematischer, sowohl rechtlich angreifbarer als auch möglicherweise rein illusionärer 'Einnahmen' benötigt die ZRZ, wie es scheint, eine Struktur, die den wissenschaftsnahen, im Dienst der einzelnen wissenschaftlichen Gebiete und Projekte stehenden Charakter dieser Einrichtung erneut besonders hervorhebt und ihren im Laufe der letzten Jahre gewachsenen zentralen Dienstleistungcharakter durch eine Anzahl von Reformmaßnahmen unterstützt. Es ist dabei nicht empfehlenswert, die ZRZ zu einer Abteilung der Zentralverwaltung zu machen, wie es das Papier Rebensburg, Almus u. a. vorsieht. Vielmehr sind die Aufgaben der ZRZ ihrem Wesen nach ein Teil der zwischen den Fakultäten koordinierten, wissenschaftsnahen akademischen Selbstverwaltung der Fakultäten selbst. Das heißt : es sollte eine Optimierung der derzeitigen Struktur der ZRZ als 'wissenschaftlicher Einrichtung' nach dem Berliner Hochschulgesetz geben. Insbesondere die Kooperation mit den wissenschaftlichen Projekten der einzelnen Fakultäten und mit der Universitätsbibliothek sollte neugeregelt werden. Dies wäre, was die ZRZ betrifft, durch eine Neustrukturierung ihres Rates möglich; er sollte weitgehend die Aufgaben des jetzigen - informellen, d. h. gesetzlich nicht vorgesehenen- IuK-Beirats beim Präsidenten übernehmen, sich aber zugleich auf wichtige Grundsatzentscheidungen konzentrieren und dabei das wissenschaftliche und administrative Gewicht wirklich aller Dekane der Fakultäten, des Universitätspräsidiums und der ZRZ-und der Bibliotheks-Leitung zusammenfassen. Auch die Personalstruktur der ZRZ wäre den gegenüber früheren Zeiten stark gewachsenen und geänderten Aufgaben eines heutigen universitären Rechenzentrums anzupassen. Die Fakultäten sollten dabei einen Teil der zusätzlich anfallenden Kosten mittragen. Bei der Auswahl der Leitung eines zentralen Rechenzentrums wäre bei den in Frage kommenden Persönlichkeiten nicht nur auf 'wirtschaftliche Managerfähigkeiten' und 'jugendliches Alter' zu achten, sondern vordringlich auch auf belegbares Verständnis für die inneren Anliegen des Wissenschaftsbetriebs mit seinen verschiedenen Facetten. Die Ausdünnung der ZRZ, die seit einiger Zeit - im Hinblick auf eine offene Diskussionslage - faktisch eingetreten ist, muß beendet werden. Auch die Mißbrauchsverhinderung bei Serverleistungen kann und sollte in diesem Zusamenhang neu geregelt werden, z. B. über die Einführung eines technisch-wissenschaftlichen Kontrollgremiums für den Bereich aller oder/und einzelner Fakultäten. Ein solches Kontrollgremium dürfte zwar in keiner Weise berechtigt wsein, direkte oder indirekte wissenschaftliche Zensur auszuüben, könnte aber rein technische Mißbräuche feststellen, verfahrensmäßig erörtern, in Ratschäge und Empfehlungen einbringen und ggf. publizieren.

Was die Universitätsbibliothek betrifft, siehe unten zu P. 7.

Zu 5. Ein neueres Gutachten der DFG rät den Hochschulen prinzipiell zur intensiven Nutzung ihrer zentralen Recheneinrichtungen für eine wissenschaftlich und ökonomisch optimale Organisation und Anwendung der Internettechnik in ihren verschiedenen Wissenschaftsbereichen. 4) Es sollte möglich sein, Fakultätseinrichtungen der TU Berlin auf diesem Gebiet und solche der ZRZ so zusammenzubinden, daß dieser Effekt tatsächlich auch eintritt. Das reine 'Konkurrenzprinzip' bzw. die 'marktorientierte Preisnahme' für [wissenschaftswesentliche] Rechnerdienstleistungen im Hochschulbereich wird in dieser Hinsicht dagegen voraussichtlich entweder leerlaufen oder vermeidbaren Schaden anrichten.

Zu 6. Die einzelnen Fakultäten sollten überlegen, wieweit sie die in ihrem Bereich organisierten verschiedenartigen Dienst- und Privatrechnersysteme wissenschaftlich und wirtschaftlich effektiver nutzen und in ein bei der ZRZ zu erarbeitendes, von allen freiwillig akzeptiertes - also nicht rechtlich zwingendes - und dauerhaft bewegliches Gesamtkonzept einordnen können.

Zu 7. Einer der wichtigsten Vorteile der Internettechnik für den Wissenschaftsbereich ist die verfahrensmäßige Erleichterung, ökonomische Rationalsierung und wissenschaftliche Wirkungssteigerung des wissenschaftlichen Publikationswesens gegenüber dem bisherigen System der verschiedenen Druckpublikationsarten. Die natürliche Rolle der Universitätsbibliotheken im Prozeß der Verbreitung elektronisch basierter Publikationsformen ist seine Unterstützung durch eine sinnvoll konzipierte Rechnerorganisation für den Bereich des wissenschaftlichen Publikationswesens und der Publikationsarchivierung im Bereich ihrer Universitäten. Im Zusammenwirken der Fakultäten, des Zentralen Rechenzentrums und der Univeristätsbibliothek der TU Berlin kann auf der Basis schon des vorhandenen Rechnerpotentials unter Ausstattung mit dem erforderlichen zusätzlichen Personal und unter insoweit wohl nötiger finanzieller Beteiligung aller Fakultäten eine entsprechende neue, wirtschaftliche und produktive Form des universitären Rechnerpublikationswesens geschaffen werden. Dies dürfte sich ungefähr mit den Positionen des Guatchtens Grötschel, Gottschewski und dem Kommentar Pepper dazu (dort P. 1.7) decken. Die wünschenwerte Entwicklung der 'Zentralen Einrichtung Universitätsbibliothek' hin zu einer zweiten universitären Schaltstelle des elektronischen wissenschaftlichen Kommunikationswesens der Universität ist jedoch gegenwärtig nur ansatzweise zu erkennen. Die Archivierung elektronischer Publikationen ist beispielsweise dort bisher noch nicht angemessen möglich. Wie die Entwicklung des Rechenzentrums scheint die der Universitätbibliothek gegenwärtig durch zahlreiche Engpässe und widersprüchliche Konzeptionen blockiert.


Anmerkungen:

1) Zur Information über den gegenwärtigen Diskussionsstand der Diskussion an der TU Berlin (Zusammenstellung von Eckart Fellner, ZRZ TU Berlin):

a) Hintergrundinformationen zur aktuellen Neustrukturierung der IuK-Dienste an der TU Berlin: http://www.ik.tu-berlin.de/seiten/deutsch/IuKBeirat/iuk_beiratuebersicht.htm .

b) Allgemeine Informationen und "Diskussionsanregungen: http://www.tu-berlin.de/zrz/information/global/index.html .

c) Grundsätzliche IuK-Struktur-Papiere:

aa) ZRZ, 1988: WOTAN (Workstations der TU am Netz) in elektronischer Fassung nicht verfügbar.

bb) Bechluß RZRZ 2/279 - 30.11.94 des Rates der ZRZ (http://www.tu-berlin.de/zrz/information/global/iuk/IuK_Beschluss.html) betr. die Stellungnahme des ZRZ-Rates zu der Studie Nowacki "Künftige IuK-Struktur der TU Berlin" vom 20.6.94 (http://www.tu-berlin.de/zrz/information/global/iuk/IuK_20_Juni_1994.ps) .

cc) Beschluß des Akademischen Senates der TU Berlin zu IuK-Strukurmaßneahmen vom 29. 5. 1996 (http://www.tu-berlin.de/zrz/information/global/iuk/as_iuk.html); die vorhandene Internet-Version ist im allgemeinen Zugang beschränkt ('forbidden').

dd) Zur Realisierung von IuK-Strukturmaßnahmen an der Technischen Universität Berlin. Autoren: AS-IuK-Arbeitsgruppe (IuK-Ausschuß und Arbeitsteam) Stand: 30.11.1995 http://www.tu-berlin.de/zrz/information/global/iuk/iuk_bericht_nov95.html (TU intern) oder http://www.tu-berlin.de/zrz/information/global/iuk/iuk_bericht_nov95.ps (TU intern).

ee) Stellungnahme der ZRZ, 1996: "Weiterentwicklung des Datennetzes der TUB (WOTAN II)"; in elektronischer Fassung nicht verfügbar.

ff) Gutachten Grötschel, Gottschewski, 1997 'Zur Struktur der IuK-Dienste an der TU Berlin. Bestandsaufnahme, Empfehlungen von Prof. Dr. Grötschel und Dr. Gottschewski , 1997/1998, in elektronischer Fassung nicht verfügbar.

gg) Sog. 'Pepper-Kommentar' v. 14. Dez. 1998 ("Vorschlag der [alten] IuK-Kommission [unter maßgeblicher Beteiligung Prof. Peppers, FG Informatik, TU Berlin] für die 'Künftige Struktur der IuK-Dienste der TUB' basierend auf dem 'Gutachten über die künftige Struktur der IuK-Dienste der TUB ' von Prof. Dr. M. Grötschel und J. Gottschewski"); zugänglich unter: http://www.ik.tu-berlin.de/seiten/deutsch/IuKBeirat/IuK_Komm_Pepper.pdf .

hh) Organisatorischer Grundsatzvorschlag Prof. Rebensburgs u. a. zu einer neuen IuK-Struktur der TU Berlin:: http://www.ik.tu-berlin.de/seiten/deutsch/IuKBeirat/NeueIuKStrukturVorlage.pdf .

2) Die zu diskutierende 'Preisliste' der ZRZ ist zugänglich unter: http://www.tu-berlin.de/zrz/organisatorisches/dienste_preise.html ; die bisher hinter ihr stehenden Diskussionsvorlagen und Beschlüsse unter: http://www.ik.tu-berlin.de/seiten/deutsch/IuKBeirat/EinladungenProtokolle/dienste_preise.html ; .http://www.ik.tu-berlin.de/seiten/deutsch/IuKBeirat/EinladungenProtokolle/10-ProtBeirat-17.12.V2.pdf ; http://www.ik.tu-berlin.de/seiten/deutsch/IuKBeirat/EinladungenProtokolle/ZRZ-DienstePreise.pdf ).

3) Zur Inhalt, Art und Umfang der bisherigen Diskussion an der Fakultät I der TUB siehe etwa die Forumsdiskussion unter: http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW/Zum_Projekt/SOzuP6/ForumP6.htm .

4) Das DFG-Gutachten ist zugänglich unter: http://www.dfg.de/foerder/hbfg/ bzw. http://www.dfg.de/foerder/hbfg/KFR-Empf-Word95.doc.

Verantwortlich für die redaktionelle Gestaltung aller Mitteilungen im Rahmen der WWW-Seite [http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW]: C. Gizewski, EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de.